Obwohl die Hitze uns alle im Griff hat, scheint das Sommerloch in der Unterhaltungsbranche in diesem Jahr einfach mal eine Runde auszusetzen. Da werden doch tatsächlich neue Titel veröffentlicht oder in Beta-Phasen überführt. Und dann steht uns auch noch die Gamescom bevor, für die sich einige Publisher “mehrere “Spiele-Weltpremieren” aufsparen.

Heute geht es unter anderem um Fortnite. Erinnert ihr euch noch an die Memorial-Days der Community? Wir waren beim Durrr-Burger Memorial dabei:

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Der Klimawandel ist in vollem Gange. In Schweden stehen die Wälder in Brand, in Deutschland wird die Noternte eingefahren und an die Hitze, die uns in genau vier Wochen in den heiligen Hallen zu Köln entgegenschlagen wird, wagen wir noch gar nicht zu denken. Dabei sollten doch alle im Urlaub sein, an Stränden liegen oder im städtischen Freibad. Doch selbst wenn die Kids dort sind, haben sie natürlich ihr Handy dabei mit der Twitch-App und bevorzugt ein Thema: Fortnite.

Fortnite, der Gaming-Waldbrand

Wobei das eigentlich schon zwei Themen sind, denn Twitch-Streamer Ninja mit seinen über 200.000 Zuschauern und Fortnite sind mittlerweile untrennbar verbunden und so erfolgreich, dass es einem konservativen Gamer wie mir die Tränen in die Augen treibt. Und nicht nur ich finde den Erfolg von Fortnite in all seiner unterhaltsamen Oberflächlichkeit zum Heulen. Mittlerweile leiden immer mehr Publisher von Multiplayer-Games an den Folgen des andauernden Fortnite-Hypes, bleiben ihnen doch die Spieler weg.

Besonders hart trifft es laut einer aktuellen Studie ausgerechnet jene Studios, die selber lange auf einer Hype-Welle geritten sind. So blutet die Community von League of Legends ziemlich arg und Fortnite-Vorlage PLAYERUNKNOWN’S BATTLEGROUNDS befindet sich auf beängstigend rasanter Talfahrt.

Umso mehr legen sich die Studios derzeit ins Zeug, um irgendwie auf sich aufmerksam zu machen. Dank Steam ist es aktuell einfacher denn je, sein Spiel auf den Markt zu bringen. Es ist jedoch auch schwieriger denn je, überhaupt mal das Interesse der Community zu gewinnen, die mit Fortnite aktiv und passiv ausgelastet genug scheint. Umso mehr ist es uns hier eine Herzensangelegenheit, ab und zu mal ein paar Alternativen vorzustellen zu alle dem Battle-Royale-Einheitsbrei.

Fractured - zerbricht in sieben Welten

Zum Beispiel Fractured, dessen Kickstarter-Kampagne kurz vor dem Abschluss steht. Wobei die Sache theoretisch auch noch scheitern könnte, bei drei verbleibenden Tagen und 10.000 fehlenden Euro. Das wäre schade, hat man doch 90 % der erhofften Summe zusammengetragen. Außerdem klingt das Projekt ziemlich vielversprechend.

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Fractured soll ein Open-World-Sandbox-MMO in der Tradition von Ultima Online und Star Wars: Galaxies werden, allerdings mit Action-Combat und veränderbaren Umgebungen. Skill und Cleverness sollen wichtiger sein als Level oder Ausrüstung. Und letztere fällt nicht mal eben so aus den Monstern. Jedes Stück muss von Spielern gebaut werden. In einer Welt, in der die Ressourcen ungleich verteilt werden, lässt das jede Menge Raum für Handel, Transportwesen, Dienstleistungen und Kampf.

Inszeniert wird das alles in hübscher Isometrie und mittels Unity Engine. Und das Wichtigste: Im Hintergrund tickt SpatialOS, von dessen Idee ich bekanntlich ein großer Anhänger bin. SpatialOS schiebt über die Cloud all das ins Spiel, was eine echte Weltensimulation braucht, ganz ohne die Server zu belasten. Entgegen der ursprünglichen Pläne, nach denen man mit einer einzigen Welt auskommen wollte, wird es aus Gründen der Spielbarkeit davon wohl doch sieben geben, auch einen deutschen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich genügend Spieler finden, um all die Welten zu bevölkern.

Seed - Sim Eden

Ein solches Bevölkerungsproblem wird Seed aller Voraussicht nach nicht bekommen können. Das MMO-Projekt, dass sich ebenfalls der Technik von SpatialOS bedient, gibt Spielern nämlich nicht nur die Kontrolle über eine einzige virtuelle Existenz sondern über mehrere. In einer Umgebung, in der Schlaf, Krankheiten, mentale Probleme und Alterungsprozesse zum Alltag gehören, hätte man als Spieler sonst ziemlich viel Leerlauf.

Mit zehn Charakteren soll man dann relativ ausgelastet sein, glauben die Entwickler, die sich auf den ersten Blick an Spielen wie Die Sims orientiert haben. Tatsächlich jedoch ist es gleich eine ganze Reihe von Spielen, deren Ideen man in Seed zu einer Art Lebenssimulation verknüpfen möchte, darunter Spore, Dwarf Fortress und EVE Online, an dem einige der Entwickler zuvor gearbeitet hatten.

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Eine Sache der Ambitionen

Grundsätzlich agieren die Charaktere in Seed autonom, allerdings gebietet man als Spieler über grundsätzliche Richtungen, in die sich die virtuellen Existenzen bewegen. Klingt kompliziert und das ist es wohl auch, wobei der Teaser erahnen lässt, dass Seed ziemlich entweder ziemlich spannend wird oder an seinen eigenen Ambitionen scheitert.

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Am Geld soll es auf jeden Fall nicht scheitern, immerhin hat ein Investor gerade 8,95 Millionen Dollar beigesteuert und das Gesamtbudget des Teams damit auf fast 14 Millionen Dollar angehoben. Unklar ist allerdings noch, bis wann Seed verfügbar sein soll. Die Entwickler möchten entsprechende Fragen nicht kommentieren.

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