Als dereinst die Digitalisierung die Unterhaltungsindustrie spaltete, waren es vor allem japanische Unternehmen, die sich der neuen Technologien bedienten und den Markt eroberten. Dann jedoch hinterließ der wirtschaftliche Niedergang Japans seine Spuren und machte selbst Vorzeigefirmen wie Sony zu Sanierungsfall. Völlig kampflos allerdings räumen die Asiaten nicht das Feld. Mit letzter Kraft greifen sie noch einmal nach der Zukunft und hoffen auf ein Comeback.

Die Zukunft ist VR

Wer meine Ausschweifungen regelmäßig verfolgt, weiß: Ich bin nicht nur ein Anhänger der neuen VR-Technologien, ich halte sie sogar für die unausweichliche Zukunft des Gaming. Warum? Weil ich in den vergangenen Jahren keine Gelegenheit ausgelassen habe, mir einen dieser Helme aufzusetzen und in die virtuelle Realität abzutauchen. Und weil manch ein Spielerlebnis Eindrücke dabei hinterlassen hat, die ich nicht vergessen kann.

Ich verstehe allerdings auch die Skepsis vieler Gamer, die sich absolut nicht vorstellen können oder wollen, künftig mit der riesigen Brille vor Augen durch virtuelle Welten zu wandeln, die den Vergleich zur 3-D-Technologie bemühen, die sich schließlich auch nicht wirklich so durchsetzen konnte, wie das vor Jahren noch prophezeit wurde.

Wiped! - Die MMO-Woche - Japans Comeback

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EVE Valkyrie war eines der ersten Spiele, die das VR-System nicht nur unterstützten, sondern die eigens dafür entwickelt wurden. Die Piloten der Zukunft, so glaubt man bei CCP, tragen ohnehin einen solchen Helm.
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Die Mischung macht’s

Doch die Dreidimensionalität des Bildes ist nur ein Teilaspekt der VR-Brillen. Die Spielerfahrung setzt sich aus einer Kombination von Eindrücken zusammen, die erst im Zusammenspiel für die absolute Immersion sorgen. Das randlose 3-D-Bild, das direkt vor die Augen projiziert wird, ist dabei ebenso wichtig wie die Umsetzungen der eigenen Bewegungen durch die Sensorik und der dreidimensionale Sound.

Erstmals überhaupt akzeptiert das Unterbewusstsein die virtuelle Realität als einzig wahre und das Spielerlebnis wird so real wie ein Ausflug auf dem Holodeck der Enterprise. Horrorspiele, Sportspiele, Simulationen, Survival-Games und auch MMOGs - für diese Genres ist der Monitor längst zu klein geworden. Ganz zu schweigen von den vielen neuen Spielkonzepten, die erst durch den VR-Helm erfunden werden.

Kampfansage aus Japan

Nun könnte alles heiter Sonnenschein sein, wäre da nicht der Preis, mit dem die Hersteller von Oculus Rift und HTC Vive vorgeprescht sind: 800 Euro muss der Spieler mindestens hinblättern, dazu brauchen sie, je nach Spiel, einen ordentlichen PC mit mindestens einer Grafikkarte der Oberklasse. Beides zusammen eine Investition, die sogar mir als bekennendem VR-Fan zu groß ist. Da muss der unvermeidbare Schritt in die Zukunft eben noch ein wenig warten.

So dachte ich zumindest, bis Sony vor kurzem mit seiner Preisvorstellung für das im Oktober erscheinende System Playstation VR an die Öffentlichkeit trat: 399 Dollar und damit die Hälfte dessen, was die Konkurrenten verlangen, möchte Sony haben. Und statt eines hochgezüchteten Computers braucht man lediglich eine PlayStation 4.

Dass Sony damit einen Gewinn einfahren wird, ist kaum anzunehmen. Wahrscheinlich zahlen die Japaner bei diesem Kampfpreis sogar fürs Erste richtig drauf. Wenn man den Ankündigungen jedoch Glauben schenken darf, sind allein in diesem Jahr 50 Titel für Playstation VR geplant. Ein Angebot, bei dem wohl auch manch eingefleischter PC-Zocker schwach werden dürfte. Vorausgesetzt die Technik der Kiste spielt mit und die wichtigsten Titel werden in Zukunft annehmbar portiert und systemübergreifend spielbar sein, könnte die PlayStation 4 einen im Oktober einen zweiten Frühling erleben.

Xbox One - der Klügere gibt nach

Dass die Zeit der Abschottung für die Konsolenhersteller vorbei ist und man die mittlerweile ziemlich starke PC-Zockergemeinde mit in die Planungen einbeziehen muss, beweist auch eine andere Nachricht, nach der sich Microsoft doch tatsächlich dazu durchgerungen hat, künftig zu erlauben, was während der letzten Jahre vollkommen undenkbar gewesen ist: Plattformübergreifendes Zocken nämlich via Xbox Live.

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Lange überfällig: Überraschungshit Rocket League wird jetzt systemübergreifend gespielt.
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Den Anfang macht der Überraschungshit Rocket League, der seinen Ursprung auf der Konsole hat, der dann aber erst durch die Veröffentlichung auf Steam am PC richtig erfolgreich wurde und der mittlerweile dabei ist, sich im E-Sport zu etablieren. Entsprechend groß auch der Druck, die Xbox-Community endlich aus ihrer Abgeschiedenheit zu befreien.

Entsprechend dürfte es nicht mehr lange dauern, bis auch andere Xbox-Titel systemübergreifend spielbar werden. Die Communitys von World of Tanks, Neverwinter, The Elder Scrolls Online ARK: Survival Evolved und vielen anderen Spielen dürften enorm von der Öffnung profitieren, die dem Konsolenhersteller sicher nicht zum Schaden gereichen wird.

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