Mitten im Sommerloch legt die Spielebranche plötzlich einen Zahn zu. Ein Titel hat es bis zum Release geschafft, andere in den Early Access und hübsche Trailer gibt es außerdem zu bewundern. Doch nicht alles ist eitel Sonnenschein, denn es mehren sich die Indizien, dass zumindest ein Studio in Bezug auf seinen gehypten Vorzeigetitel nicht mit offenen Karten spielt.

Ich möchte so gerne, dass 612 Games der große Coup gelingt. Ein waschechtes Western-MMO mit Cowboys und Indianern, mit Büffeln und Bären, Goldschürfern und Banditen. Ein Red Dead Redemption als MMORPG. Wie geil wäre das denn bitte!? Und ich bin mit meinen Träumen vom wilden Online-Western nicht allein, denn längst ist der Hype um Wild West Online entflammt.

Wild West Online - ein Rockstar kommt selten allein

Viel mussten die Entwickler dafür gar nicht tun. Schon lange vor der offiziellen Ankündigung von Wild West Online waren Bilder davon aufgetaucht, die von der Presse aus Ahnungslosigkeit einfach mal Red Dead Redemption 2 zugeordnet wurden. Eine praktische, vielleicht arrangierte Verwechslung, die dazu geführt hat, dass Wild West Online in einem Atemzug mit Rockstars geplanter Fortsetzung des legendären Wild-West-Games genannt wird.

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Nun liegt es ein wenig in unserer Natur als Gamer, dass wir uns gerne vom Hype anstecken lassen und Wild West Online am liebsten die vollste Unterstützung zukommen lassen möchten - ob nun finanziell oder propagandistisch. Doch es gibt da ein paar Ungereimtheiten rund um das neue Studio, aufgedeckt von Kotaku-Autor Matt Wales.

Von Gangstern und Ganoven

Das Team hinter Wild West Online scheint demnach, entgegen aller Beteuerungen von offizieller Seite, tatsächlich aus Free Reign Entertainment hervorgegangen zu sein, also jenem Laden, in dem Sergey Titov The War Z oder Infestation: Survivor Stories verzapfte, ebenfalls vorab mit einem massiven Hype angekurbelt, später als eines der “schlechtesten Videospiele aller Zeiten” eingestuft und abgeschaltet.

Bei aller Liebe zur Idee, ein Spiel vom Schlage eines Red Dead Redemption zum MMORPG zu machen, ist höchste Vorsicht geboten. Denn sollte sich der Verdacht erhärten, ist anzunehmen, dass Team Titov zum zweiten Mal versucht, die gezielt gehypte Fangemeinde mit Wild-West-Methoden auszurauben.

Albion Online - ein rundes Ding

Garantiert keine Banditen sind die Jungs von Sandbox Interactive. Die haben im Laufe der letzten Jahre zwar auch so manchen Traum beflügelt und immerhin 250.000 Unterstützern zehn Millionen Dollar entlockt, allerdings haben sie auch geliefert. Schluss mit Early Access, Beta-Gedöns und Server-Wipes: Albion Online ist offiziell gestartet.

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Und das nicht einmal schlecht, bedenkt man, dass es sich bei dem Spiel aus Deutschland doch um ein verhältnismäßig kleines Indie-Projekt handelt. Selbst auch Twitch hat sich Albion Online mittlerweile eine erstaunlich gute Position erkämpft und liegt in etwa gleichauf mit dem aktuell ziemlich erfolgreichen Black Desert.

Dark and Light - zu früh gefreut?

Davon ist Dark and Light noch ein wenig entfernt. Das ist aber auch kein Wunder, ist es doch gerade erst in den Early Access auf Steam gestartet, an dem man aktuell noch für reduzierte 23,23 € teilhaben kann. Ein günstiger Preis für einen mit Spannung erwarteten Titel, der Neugierige in Scharen anlockt.

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Mittelfristig ist ein solcher Rabatt in so frühem Stadium jedoch keine gute Idee, liefern gerade ahnungslose Neugierige, die das Early-Access-Konzept nicht verstehen, doch regelmäßig für übermäßig kritische Beiträge auf Steam. So auch bei Dark and Light, das aktuell an gravierenden Performance-Problemen krankt und entsprechend mit einer “größtenteils negativen” Bewertung abgestraft wird.

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