Das Wochenende neigt sich dem Ende entgegen und wie in jeder Woche um diese Zeit wollen wir einen kleinen Blick aufs ebenso geliebte wie verhasste MMO-Genre wagen. Welche Titel wurden aktuell in den Early Access geschoben? Was treiben die Entwickler hinter verschlossenen Türen? Was werden wir in Zukunft zocken?

The Exiled - erst lesen, dann spielen

Es war kein guter Start in den Early Access, den The Exiled da auf Steam hingelegt hat. Wie so oft, wenn ein Titel neu auf der Plattform aufschlägt, investierten auch diesmal wieder jede Menge gelangweilte Spieler ihr sauer verdientes Geld, ohne auch nur den Hauch einer Idee davon zu haben, was für ein Titel sie mit diesem “MMO” eigentlich erwartet.

Dabei machen die Entwickler aus München keinen Hehl daraus, dass es sich bei The Exiled um ein ziemlich spezielles Spiel handelt, nämlich um ein “soziales Sandbox-MMORPG”, in dem “Überlebens-Strategie auf Skill-basierte PvP-Kämpfe trifft”. Von Kooperation und Eroberung ist da die Rede, vom Bauen und Kämpfen und nicht zuletzt vom Versuch, irgendwie in einem verlassenen Tal zu überleben. Umso erstaunlicher, dass sich viele Kritiker trotzdem darüber beschweren, wie sie arglistigen Gegnern zum Opfer fielen und alleine überhaupt keine Chance hätten.

Kein MMO für jedermann

Tatsächlich ist The Exiled ein Spiel, das man als Solist und PvE-Fan besser nicht anrühren sollte. Hat man jedoch eine Handvoll Raufbolde in seiner Steam-Freundesliste, bekommt man quasi vom ersten Augenblick an flottes PvP geboten. Dass es dabei selten gerecht zugeht, liegt in der Natur der Sache, doch was könnte schöner sein, als einen zahlenmäßig überlegenen Gegner durch die richtige Portion Cleverness zu besiegen? Glücklicherweise ist “Friendly Fire” als ein von vielen Entwicklern unterschätztes Element in The Exiled aktiviert.

Grafisch gibt man sich ziemlich minimalistisch, aber durchaus künstlerisch. The Exiled könnte ein uneheliches Kind von Ultima Online und League of Legends sein. Spielerisch läuft es aktuell vor allem darauf hinaus, dass man Ressourcenquellen über fünf Minuten hinweg vor Mobs schützen muss, während man sich menschliche Neider vom virtuellen Leibe hält. So erfarmt man sich bessere Ausrüstung, die man frei nutzen kann und die letztlich bestimmt, welcher Klasse man gerade angehört.

Mit Herzblut und Leidenschaft

Nachdem The Exiled auf Steam anfangs von all den Neugierigen mit “größtenteils negativen” Bewertungen überschüttet wurde, scheint die härteste Phase überstanden und die Bewertung bewegt sich langsam in die positive Richtung. Das ist dem Spiel und seinen Machern auch zu wünschen, sind doch eine Menge Herzblut und Leidenschaft in das Nischenprojekt geflossen.

Und das wird sicherlich auch weiterhin passieren, denn wir wollen nicht vergessen, dass sich The Exiled in einem ziemlich frühen Stadium im Early Access befindet und in allen Bereichen noch ziemlich viel Arbeit vor Alexander Zacherl und seinem kleinen Team liegt. Ach ja - die Jungs haben mir übrigens noch ein paar “Seeker-Packs” als Gruß an euch mit auf den Weg gegeben und falls jemand einen Narren an dem Spiel gefunden und auch Verwendung für die Boni hat, möge er doch einfach in den Kommentaren auf sich aufmerksam machen.

New World - besser als nichts

Ziemlich viel Aufmerksamkeit erregte derweil das Sandbox-MMORPG New World. Und das schon seit der ersten Ankündigung durch die Amazone Game Studios, obwohl es bislang nur wenig Konkretes von dem Spiel zu hören und sehen gibt. Umso mehr Wirbel lösen dann eben zwei ziemlich unverbindliche neue Screenshots aus dem Spiel aus, auf denen nicht mehr zu sehen ist als ein Stück Wald sowie ein idyllisches Dörfchen mit Palisadenwall.

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Lumberyard-Idylle in New World. Amazons neue, auf der Cry-Technik basierende Engine wird aktuell von zahlreichen Entwicklern gefeiert.
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Viel zu früh, um wahr zu sein

Ansonsten hüllen sich die Entwickler von New World tatsächlich noch immer in Schweigen. Handfeste Infos gibt es nach wie vor nicht, was die Fantasie mancher Sandbox-Fans nur umso mehr beflügelt und einen neuen Hype zu schüren scheint. Doch spätestens seit dem Scheitern von CCP mit World of Darkness sollte allen klar sein: Ein echtes Sandbox-MMORPG zu entwickeln, ist ein Risiko und eine Garantie, dass solch ein Projekt gelingt, gibt es nicht.

Und wenn wir schon einmal dabei sind, die Fantasie mancher Fans ein wenig zu stutzen: Ex-SOE-Boss John Smedley und der Großteil seines Teams von Hero’s Song sind zwar tatsächlich erst kürzlich von Amazon angeheuert worden, allerdings arbeitet dieses illustre Grüppchen in einem neuen Studio in San Diego an einem eigenen Projekt und definitiv nicht an New World - zumindest aktuell nicht.

Ashes of Creation - kann sich sehen lassen

Ebenfalls ein Open-World-MMORPG soll bekanntlich Ashes of Creation werden. Das ist zudem schon viel greifbarer als New World, wie der aktuelle Film aus der Pre-Alpha und dem Leben eines Magiers beweist. Ashes of Creation ist neben New World das optisch wohl herausragendste Fantasy-MMO, das westliche Spieleschmieden aktuell auf der Werkbank liegen haben.

Ashes of Creation wird von Intrepid entwickelt, einem offensichtlich gut durchfinanzierten Studio, in dem ehemalige Entwickler von SOE, Daybreak, 2K Games, Firaxis, und Treyarch arbeiten. In Fankreisen wird entsprechend gehofft, dass Ashes of Creation jene Nische füllen könnte, die seit der Einstellung von EverQuest Next verwaist geblieben ist.

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