Was interessiert es uns, wenn eines der letzten Abo-MMOs plötzlich auf free-to-play umstellt? Welches Süppchen wird in den vielleicht besten südkoreanischen Studios gekocht? Und wie überlebt man in der denkbar lebensfeindlichsten Umgebung? Nur drei von zahlreichen Fragen mehr, die wir in dieser Woche beantworten wollen. Ach ja - und dann wäre da auch noch die BlizzCon…

Blizzards große Hausmesse ist aktuell in vollem Gange. Vor ein paar Jahren wäre das wohl Grund genug gewesen für eine Sonderausgabe mit den atemberaubendsten Enthüllungen des Publishers. Doch der scheint von Jahr zu Jahr älter zu werden und träger. Chris ‘Thrall’ Metzen hat gefehlt und mit ihm irgendwie die richtige Atmosphäre und vor allem der richtige Knaller.

Es war einmal ein MMORPG

Doch klar - die Fans der einzelnen Titel bekommen durchaus das eine oder andere Schmankerl, das sie bei der Stange halten wird. Das Team von World of Warcraft arbeitet an einer Unmenge von Kleinigkeiten, entfernt sich dabei aber stetig weiter von dem, was man gemeinhin unter einem MMORPG versteht.

Diablo III erweckt in einem mäßigen Videoclip den Necromancer zu neuem Leben, samt seiner Vasallen und einem ganzen Haufen Elemente aus den kultigen Vorgängertiteln. Hearthstone wartet derweil mit einem neuen Erweiterungspaket auf, das hoffentlich nicht noch mehr Ungleichgewicht ins Meta bringt. Und im Arena-Shooter Overwatch empfiehlt sich Sombra als Hackerin und Meisterin der Tarnung. Na schön.

Ach ja - und dann wäre da noch Heroes of the Storm, das ziemlich stabil hinter allen anderen Blizzard-Games herhinkt, insbesondere hinter dem ziemlich erfolgreichen Overwatch. Aus Sicht der Marketingstrategen mag es umso sinnvoller sein, dass man den Nachzügler jetzt indirekt man dem Zugpferd im blizzardschen Stall verknüpft. Aus Sicht der Spieler allerdings ist das ein ziemlich durchschaubarer und vor allem nerviger Zug.

Overwatch wird zum Carry

Wer zwischen dem 15. November und dem 04. Januar mit mindestens einem Freund im Team Heroes of the Storm zockt, bekommt “süße Belohnungen” in beiden Spielen. Wer den neuen Oni Genjii Skin sein Eigen nennen möchte, muss 15 Runden Heroes of the Storm über sich ergehen lassen. Ein ziemlich sinnloser, spielübergreifender Grind, der langfristig kaum Fans von Overwatch ins MOBA ziehen dürfte und der kurzfristig für frustrierende Erlebnisse in den Matches sorgt, weil eine gewaltige Zahl von Spielern nur auf den Skin aus ist.

Bleibt nur zu hoffen, dass diese hirnrissige Idee nicht noch Nachahmer in der Branche findet. Theoretische Möglichkeiten gäbe es genügend - nicht nur spiel-, sondern auch publisherübergreifend. Eines weiß ich sicher: Sollte Valve mich jemals zwingen, mich durch Counter-Strike: GO zu ballern, um einen besonders coolen Dota-2-Skin für den Sniper zu sichern, deinstalliere ich Steam.

EVE Online - schafft die Einstiegshürden aus dem Weg

Ziemlich oft installiert werden dürfte in knapp zwei Wochen EVE Online, das nach all den Jahren als ziemlich erfolgreiches Abo-MMO mit der kommenden Erweiterung ‘Ascension’ tatsächlich kostenlos spielbar sein wird. Mit Einschränkungen, versteht sich. Doch so einschneidend die auch auf den ersten Blick erscheinen mögen - Experimente haben gezeigt, dass die kostenlos Spielenden mit den ihnen möglichen Setups im PvP-Endgame einen ziemlich großen Einfluss auf die Kämpfe haben können.

Und weil mit der kostenlosen Option ganze Flotten neuer Spieler in New Eden landen werden, bringt CCP endlich jene Spielerfahrung für Einsteiger, von der auf dem letzten Fanfest die Rede war, gleich mit in der Erweiterung unter. Ab sofort werden neue Spieler vorab in ein Szenario geworfen, in dem sie nicht nur spannende, voll vertonte Missionen erleben, sondern von der Computer-KI Aura auch gleich Schritt für Schritt mit EVE Online vertraut gemacht werden - ausnahmsweise in einer eigenen und völlig sicheren Instanz.

Das Ziel der neuen Kampagne ist klar: Von CCP durchgeführte Untersuchungen hatten ergeben, dass innerhalb eines Jahres etwa 1,5 Millionen Spieler EVE Online ausprobieren, über die Hälfte jedoch bereits innerhalb der ersten zwei Stunden wieder aussteigt und nie wieder zurückkehrt. Ob die neuen PvE-Inhalte tatsächlich genügend Potential haben, diese Quote nachhaltig zu verbessern, wird sich natürlich erst nach dem Release der Erweiterung am 15. November zeigen.

Viele neue Spieler, noch mehr neue NPC

Und wenn man bei CCP ohnehin schon mal damit beschäftigt ist, für die neue Kampagne eine angemessene KI ins Spiel zu bringen, warum soll man die nicht gleich noch für anderweitige Verbesserungen nutzen? Dachten sich die Entwickler und bereiten mit der Erweiterung den Anfang eines Projekts vor, das New Eden zusätzlich beleben wird - und zwar mit computergesteuerten Flotten.

Die beginnen ab dem 15. November schon mal damit, einschlägige Asteroidenfelder abzuernten. Und das geschieht nicht einfach so, sondern ziemlich koordiniert und nach Vorbild der Spieler. Die können sich nun überlegen, ob sie dem Treiben der neuen Konkurrenten tatenlos zusehen oder die emsigen Miner überfallen oder deren Transporter ausrauben. Doch Vorsicht! Die NPC-Corps haben bisweilen auch Verstärkung auf Abruf bereit.

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