Der November neigt sich dem Ende zu. Die dunkle Jahreszeit hat uns alle im Griff. Die Grippeviren fliegen, die Krankmeldungen auch und die Ferien kommen langsam in Reichweite. Dann ist tagelanges Zocken angesagt. Umso erschreckender, dass insbesondere MMO-Fans auch in diesem Jahr wieder leer ausgehen werden und ihre Hoffnungen mit ins nächste Jahr nehmen müssen. Ein paar davon sind wie immer Thema unserer unendlichen Geschichte.

Wo ist nur all die Kohle hin, die wir in den letzten Jahren ins Genre gepumpt haben und zum Teil noch immer fleißig pumpen? Etliche, hart ersparte Milliarden gingen an Blizzard, Hunderte von Millionen an Electronic Arts, Turbine, Funcom, Sony Online Entertainment und andere Häuser. Und was bekommen Fans echter MMORPG außer den obligatorischen Updates davon zurück?

Arena- und MOBA-Games, Karten- und Adventure-Games oder andere kleine Snacks für zwischendurch. Trostpreise allesamt. Das große Geld, so scheint es, ist futsch. Die Teams, die sich auf die MMO-Entwicklung verstanden, wurden entlassen oder so beschnitten, dass sie mittlerweile kaum mehr als einen weiteren halbgaren Dota-Klon rausbekommen - den müden Abklatsch eines Spiels, das von ein paar talentierten Moddern dereinst in ihrer Freizeit gebastelt wurde.

Wiped! - Die MMO-Woche - Düsterer Herbst

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Da hat Turbine eine Dekade lang recht gut vom Herrn der Ringe gelebt, nur um dann die Infinite Crisis einzuläuten.
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Blizzard Entertainment - für ein robustes Ego

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt und sie wird ab und an noch beflügelt von Nachrichten, die zumindest den Verdacht aufkommen lassen, dass doch noch eines der großen Studios nachlegen könnte, vielleicht sogar mit einem richtigen MMORG. Nachrichten wie jene, nach der Blizzard Entertainment aktuell auf der Suche nach zwei neuen Mitarbeitern für ein noch nicht angekündigtes Spiel ist.

Gesucht werden zwei Lead Software Engineers, die sich vortrefflich darauf verstehen, mit einer “robusten First-Person-Engine” und einem Team umzugehen und die natürlich die obligatorische Berufserfahrung im Bereich von “First-Person und action-orientierten” Spielen vorweisen können. Dass du Community jetzt aus dem Häuschen ist und Spekulationen in alle Richtungen angestellt werden, versteht sich eigentlich schon von selbst.

Conan Exiles - Barbaren im Anmarsch

Ebenfalls viel spekuliert wird in diesen Tagen über Funcom. Obwohl von kriminellen Machenschaften ehemaliger Firmenchefs gebeutelt und finanziell marode, haben es die Norweger geschafft, sich mit dem Horror-Adventure The Park und dem inoffiziellen Spy-vs.-Spy-Remake Hide and Shriek zumindest über Wasser zu halten - zudem die Investoren noch einmal ein ordentliches Sümmchen nachgelegt hatten.

Geld, das jedoch nicht für die beiden Minispiele vorgesehen war, sondern für einen der größeren Titel, die Funcom noch im Trockendock hat. Conan Exiles nämlich, ein Survival-Game, angesiedelt in der hinlänglich bekannten Welt von Robert E. Howard. Eine Welt, Zehntausende Jahre vor unserer Zeit und damit in einer Ära, die für virtuelle Überlebenskünste quasi prädestiniert ist.

Erst die Dinos, dann der Mensch?

Die Hoffnung ist vor allem deswegen groß, weil mit ARK: Survival Evolved eine starke Konkurrenz vorgelegt hat, vor der sich Funcom immerhin nicht zu fürchten scheint. Dinos können schließlich durch andere Monstrositäten ersetzt werden, zudem ARK nicht gerade ein Musterbeispiel an Optimierungsarbeit ist - ein nicht unentscheidender Bereich, in dem Funcoms Techniker dank ihrer MMO-Erfahrung punkten könnten. Doch wann, so fragen sich die Fans seit der Ankündigung, kann man den zweiten, hoffentlich besseren Vorstoß in Conans barbarische Welt endlich vornehmen?

Am 31. Januar schon, denn dann will Funcom die Conan Exiles in den Early Access auf Steam hauen, auf der Xbox One folgt er dann irgendwann im Frühling des kommenden Jahres. Das hat sich Funcom hoffentlich sehr gut überlegt, denn wie wir wissen, kann auch ein versemmelter Early Access den Ruf eines Spiels derart ruinieren, dass sich später niemand mehr dafür interessiert.

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