Gleich zwei Geburtstage hatte Branche in dieser Woche zu feiern, allerdings auch zwei Todesfälle zu beklagen. Das Verhältnis geht also in Ordnung, solange sich dabei der desolate qualitative Zustand im Genre insgesamt verbessert. Und während die aktiven Publisher davon natürlich überzeugt sind, beobachten wir die Entwicklungen weiterhin mit Argusaugen.

Dust 514 - wie Phönix aus der Asche

Als Publisher muss man manchmal der Wahrheit ins Auge blicken. Davon können die Leute von CCP ein Liedchen trällern, immerhin musste man vor ziemlich genau zwei Jahren World of Darkness zu Grabe tragen, damals eines der heißersehntesten MMOs überhaupt. Vergleichsweise sang- und klanglos war dann aktuell der Abgang eines anderen Titels aus dem Hause CCP, der Zeit seines kurzen Lebens unter den Fehlentscheidungen seiner Entwickler zu leiden hatte, allen voran die Bindung an eine betagte Konsolengeneration, die den großen Online-Durchbruch nie geschafft hat.

Wiped! - Die MMO-Woche - Die einen kommen, die anderen gehen

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Dust plattgemacht: Statt eines Deals mit Sony hätte CCP einen Deal mit den Fans von EVE Online machen und gleich einen ordentlichen Shooter für PC entwickeln sollen.
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Immerhin hat man aus dem Debakel gelernt, der Konkurrenz ein paar erfahrene Entwickler abgeworben und setzt mit dem inoffiziellen Nachfolger zudem auf jenes System, mit dem die eigene Fangemeinde etwas anfangen kann. Außerdem stellt man bei Project Nova, ehemals Project Legion, ehemals Dust 514 die Experimente hintan, den Shooter auf Teufel komm raus mit der Sandbox von EVE Online verweben zu wollen. Ausgeschlossen wird das nicht, jedoch habe es oberste Priorität, die Shooter-Mechaniken zu perfektionieren. Und das wird auch nötig sein, wenn man in diesem Genre landen will.

Trotzdem reagierte die Community auf dem jüngsten Fanfest ziemlich skeptisch. Man hat keine sonderlich große Lust mehr, weiter auf CCPs Experimente und Ausflüge in andere Genres zu warten, zudem das “Project” im noch nicht finalen Namen vermuten lässt, dass CCP die Entscheidung über die verbindliche Produktion des Spiels ohnehin noch nicht gefällt hat. Macht aber nichts - wer einen Shooter spielen will, findet auf dem Markt genügend Alternativen.

Darkfall - lieber ein Ende mit Schrecken...

Noch etwas düsterer sieht es da aktuell bei Aventurine aus. In jenem Studio, das dereinst Darkfall entwickelte und mit Unholy Wars ein Reboot versucht hat, scheint mittlerweile das Licht ausgeknipst worden zu sein. Die Server sind offline und Gerüchte von ausgebliebenen Lohnzahlungen machen die Runde. Im Forum kann man derweil die Hiobsbotschaft des Produzenten lesen.

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Haben die Probleme, mit denen Griechenland zu kämpfen hat, jetzt auch Aventurine erreicht? Oder hat man sich mit Unholy Wars einfach zu weit von der Darkfall-Community entfernt? Auf jeden Fall geht nach 13 Jahren vorerst das Licht aus.
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In der heißt es, dass man von den Bedingungen in Griechenland eingeholt worden sei und sich somit nicht mehr in der Lage sehe, das Spiel wie bisher zu betreiben. Immerhin ist von der Hoffnung die Rede, dass man bald mit einem zukunftsfähigeren Format zurückkehren werde. Schlecht für das offizielle Darkfall, gut auf jeden Fall für die beiden inoffiziellen Projekte Darkfall: Rise of Agon und Darkfall: New Dawn, an denen einige Fans des altehrwürdigen Darkfall schon seit einer ganzen Weile basteln.

ARK: Survival Evolved - ein Jahr Schwangerschaft

Etwas feierlicher geht es da schon bei den Machern von ARK: Survival Evolved zu, die aktuell das erste Jubiläum ihrer vor einem Jahr in den Early Access geschickten Survival-Sandbox begehen. Und das tun sie natürlich nicht mal eben so für sich, sondern mit einem weiteren, ziemlich fetten Update samt Erweiterung der Fauna.

Und bevor sich jetzt der eine oder andere Paläontologe darüber echauffiert, dass ein Drache ja gar kein Dinosaurier im engeren Sinne ist, sei noch einmal erwähnt, dass ARK auch gar kein Ausflug in die Geschichte unserer Welt ist, sondern so eher so etwas wie eine lebende Gen-Sammlung, zu der eben auch der schwächliche, aber kreative Homo sapiens gehört - übrigens ebenfalls kein Dino.

Was es mit all diesen Dingen auf sich hat und wer uns eigentlich auf dieser gottverdammten Insel ausgesetzt oder gezüchtet hat, werden wir wohl erst nach Einbindung der Story erfahren, also nach Release des Spiels. Und das wird sich - wer hätte das gedacht - wohl noch einige Monate hinauszögern. Doch wenn die Entwickler auch weiterhin so fleißig am Ball bleiben, sollte man wohl damit leben können.

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