Seit einigen Wochen steht Electronic Arts mit allerlei perfiden Lootbox-Praktiken am Pranger der zockenden Szene. Nun jedoch machen die Leute von Activision Anstalten, den bedrängten Publisher wieder abzulösen und den Shitstorm einmal mehr auf sich zu ziehen - mit einer unglaublich unverschämten Idee.

Downloadable Content - ein Wort, das uns nicht so leicht von der Zunge gehen will. Umso schwungvoller klingt die entsprechende Abkürzung: DLC. Diese zusätzlichen Inhalte gibt es seit den Anfängen digitaler Netze und gerade bei Spielen der Gatting MMO sind sie für gewöhnlich ein Service und werden kostenlos geliefert. Sie sollen neue Anreize vor allem für Veteranen schaffen und gelangweilte Aussteiger zurück ins Spiel holen.

Die Tricks der DLC-Mafia

Ein paar große Publisher erkannten allerdings schon recht früh, dass ein solcher, vergleichsweise günstig nachgeschobener DLC die Kassen noch einmal ordentlich klingeln lässt. Im Zweifelsfall entscheidet man sich auch schon mal dafür, das eine oder andere Element zum Release wegzulassen, um die Spieler noch besser davon überzeugen zu können, dass man den kostenpflichtigen DLC unbedingt haben muss. Die Tricks, derer sich die Publisher bedienen, reichen dabei von interessant über clever bis absolut unverschämt.

Gerade Activision gehört da traditionell schon eher zu den Publishern, die es vortrefflich darauf verstehen, die Möglichkeiten bis an die Schmerzgrenze der Gamer auszuweiten und die Gewinne mittels DLC-Angeboten zu maximieren. Doch was man sich in Santa Monica jetzt für Destiny 2 ausgedacht hat, geht tatsächlich über jede Schmerzgrenze hinaus.

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Ein Arschtritt für die Kunden

Dabei sind es nicht die Käufer des DLC, die von Activision arglistig getäuscht werden, die bekommen durchaus, was man ihnen verspricht: Endgame-Inhalte samt neuer Level-Obergrenze. Es sind vielmehr die Besitzer des Spiels, die sich die neuen Inhalte eben nicht kaufen wollen. Denn während die DLC-Besitzer quasi an die bisherigen Abenteuer anschließen können, schaut der Rest in die Röhre.

Wer den DLC nämlich nicht besitzt, dessen Level-Obergrenze wird automatisch so weit beschnitten, dass ihm nicht nur die neuen Endgame-Inhalte verwehrt bleiben, sondern auch solche, die bislang zugänglich waren. Ohne den DLC ist Destiny 2 für recht aktive Spieler also ziemlich wertlos geworden - sie werden also zum Kauf des DLC gezwungen oder können Destiny 2 gleich deinstallieren.

Ein solches Geschäftsgebaren ist nicht nur moralisch fragwürdig, sondern auch rechtlich bedenklich. Dem Käufer des Spiels wird im Nachhinein wieder weggenommen, was ihm zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses versprochen wurde. Activision geht hier einen Schritt zu weit. Es bleibt nur zu hoffen, dass das diesmal auch über Reddit hinaus bis zu den Massen vordringt, die sicher schon wieder kräftig dabei sind, den Destiny-DLC in die Charts zu hieven.

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