Es ist nun schon etliche Jahre her, dass die ersten Publisher zur großen Erkenntnis gelangten, dass man Videospiele nicht länger als Produkt begreifen dürfe, sondern als Service. Ein guter Vorsatz eigentlich, den nur leider kaum ein großes Haus umsetzen konnte. Ein paar kleineren Studios hingegen ist das gelungen. Dafür wurden sie reich belohnt.

Warframe ist eine kostenlose Koop-Shooter - und Warframe ist ziemlich erfolgreich:

Warframe - 22 Minuten Gameplay2 weitere Videos

Als Warframe vor über fünf Jahren an den Start ging, geschah das ziemlich leise, fast unbemerkt von den Spielermassen und unbeachtet von der Fachpresse. Niemand erwartete damals allzu viel von dem Koop-Shooter, vor allem weil es ihm doch ein wenig an Abwechslung fehlte. Und natürlich, weil am laufenden Band andere Spiele auf den Markt geworfen wurden, begleitet von Marketing-Hypes, die ein kleines Nischenspiel wie Warframe komplett in die Ecke zu drängen schienen.

Destiny 2 - Service für die Fans oder Abzocke?

Doch die Kampagnen, mit denen die Großen ihre Titel vermarkteten, endeten zwangsläufig und damit der Erfolg der jeweiligen Spiele. Von ihnen blieb meist nichts zurück als die berühmten Namen, denen man dann immer mal eine Zahl anhängte, um die Fans weiter auszunehmen. Das Spiel als Service? Klar - aber einer, der allein dem Publisher dient.

Ganz anders bei Warframe. Das Spiel folgte einer anderen Philosophie als die großen Titel. Es bekam keinen zweiten Teil draufgepackt, wurde in all den Jahren nicht einmal veröffentlicht, befindet sich theoretisch noch immer in der Beta-Phase. Und doch hat es seit 2013 die gesamte Genre-Konkurrenz hinter sich gelassen, wurde mit unzähligen Updates wundervoll gepflegt und ausgebaut.

Noch immer Wachstum, nach all den Jahren

Mittlerweile rangiert es mit über 100.000 Spielern gleichzeitig auf dem vierten Platz der Steam-Charts, gleich hinter CS: GO. Für ein Spiel, das im Kern auf PvE-Begegnungen setzt, ist das einzigartig und durchaus verblüffend, zudem Digital Extremes zu keinem Zeitpunkt großartig viel Geld ins Marketing gesteckt haben.

Warframe ist also tatsächlich ein Beispiel dafür, dass ein Spiel als Service funktionieren und langsam wachsen kann, obwohl oder vielleicht gerade weil es ein faires, durchschaubares Geschäftsmodell hat. Ein weiterer PvE-Titel mit einer vergleichbaren Historie und einem ganz ähnlichen geschäftsstrategischen Ansatz wäre wohl nur Path of Exiles.

TennoCon 2018 - Warframe wird noch offener

Wie erfolgreich Warframe tatsächlich ist und wie beliebt bei seiner Community, zeigt auch die allgemeine Begeisterung für die jüngste TennoCon, einer Art Hausmesse, ganz ähnlich der BlizzCon oder dem EVE Fanfest, für die Spieler schon mal um die halbe Welt nach Kanada fliegen und sich und ihren Lieblingsentwicklern ein VIP -Ticket für umgerechnet 650 Dollar gönnen.

Warframe - Fortuna Musical Intro: "We All Lift Together" LiveAudience2 weitere Videos

Entsprechend lukrativ sind diese Veranstaltungen für das Studio. Gleichzeitig sorgt man für eine Kundenbindung, wie sie kein teurer CGI-Trailer der Welt herstellen könnte. Wobei man solche Trailer auch gar nicht mehr einkaufen muss - man bastelt sie einfach selbst - in der eigenen Evolution-Engine ist das auch offensichtlich kein Problem.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis: