Während der Pokémon-Hype bereits spürbar abkühlt, jagt mancher Zocker eher wieder guten Games hinterher als kleinen Monstern. Doch diese Jagd gestaltet sich ungleich schwieriger, denn so groß das Angebot auch ist - die allermeisten Titel im MMO-Genre sind Abzocke, bestenfalls mittelklassige Zeitfresser. Doch wir geben die Hoffnung nicht auf und suchen auch weiterhin den Markt nach spielenswerten Ausnahmen ab.

Umweltfreundlicher Zocken

Vor einigen Jahren noch galten Sammelkartenspiele als Unterhaltung für ein besonders erlesenes Publikum mit viel Geld in der Tasche für den Kauf von fein bedrucktem Hochglanzpapier. Man erwarb ein Kartenpäckchen nach dem anderen, bis man glaubte, ein einigermaßen starkes Deck beisammen zu haben und hockte sich dann ins Auto, um sein Glück auf den nächstbesten Turnieren zu versuchen.

All diese Hürden der Welt da draußen räumte Blizzard mit Hearthstone aus dem Weg, schlug eine Kerbe in die einstige Nische und feiert bis heute einen Erfolg, der in Sachen Kosten-Nutzen-Rechnung wohl alles in den Schatten stellen dürfte, was das Unternehmen zuvor produziert hatte. Und wenn ein Produkt schon derart hart am Markt einschlägt, muss man meist nicht lange warten, bis die Konkurrenz reagiert.

The Elder Scrolls: Legends - des Kaisers neues Kartenspiel

Nachdem nun Ubisoft mit dem eigentlich ziemlich guten, aber ungemein schlecht supporteten Duels of Champions baden gegangen ist und das hochwertige HEX: Shards of Fate doch eher etwas für die erfahrenere Zielgruppe ist, sind es aktuell die Jungs von Bethesda, die mit The Elder Scrolls: Legends ihr digitales Glück im uralten Genre versuchen.

Das Spiel bietet mit einer zusätzlichen “Schattenreihe” und bisweilen noch zwischendurch ausgelösten Karten mit Comeback-Potential auf den ersten Blick ein Quäntchen mehr Anspruch als Hearthstone, ohne jedoch gleich so kompliziert zu werden wie HEX oder das altehrwürdige Original. Wer Blizzards Umsetzung kennt, wird auf Anhieb wissen, was zu tun ist - und das ist wohl auch Teil des Konzepts hinter TES: Legends.

Das Plagiat vom Plagiat

Mal die Frage außen vor gelassen, ob ein solch offensichtlicher Plagiatismus wirklich Not tut - er ist in der Branche mittlerweile üblich und The Elder Scrolls: Legends spielt sich in der laufenden Beta ziemlich erfrischend, hat eine nett gemachte PvE-Kampagne und bietet auf den ersten Blick mehr Möglichkeiten, nach anfänglichem Pech das Spiel noch einmal komplett zu drehen.

Dieses Gefühl mag natürlich auch täuschen, denn noch tummeln sich in der Beta vorwiegend Spieler mit ähnlich vermurksten Decks wie meinem. Ein Grund mehr für Sammelkarten-Fans, sich TES: Legends einmal anzusehen und es noch etwas zu genießen, bevor die ersten Infos zu unfehlbaren Super-Decks auf YouTube geteilt werden und selbst unterdurchschnittlichen Denkern zu überdurchschnittlichen Leistungen verhelfen. In jedem Fall ein ziemlich interessantes Spiel fürs Sommerloch.

Sea of Thieves - spielbarer Piratenfilm

Eher schon etwas fürs Sommerloch 2017 wird hingegen Sea of Thieves. Ganz in der Tradition des Microsoft-Studios Rare gab es zu diesem Titel bislang kaum nennenswerte Infos. Es wird, das weiß man, ein Piraten-MMO für Teamplayer, wobei man den Begriff MMO bewusst zu meiden versucht. Wie auch immer - es ist höchste Zeit für Rare, vor der Gamescom schon mal ein paar Infos rauszuhauen, damit der Titel auch bei Fans und Journalisten genügend Beachtung findet.

Ein Piratenfilm, in den man selber eintauchen kann, soll Sea of Thieves sogar werden, so die Entwickler, die gar versprechen, dass man quasi das Leben eines Piraten leben werde. Dazu gehören Segeln und Kampf ebenso wie fortgeschrittene Sauferei und Kameradschaft. Und die zum Beruf gehörige Freiheit natürlich, tun und lassen zu können, worauf man gerade Lust hat - wie ein echter Pirat eben.

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