Der Winter naht und die Nachrichten häufen sich. Jetzt, wo das Weihnachtsgebäck wieder in den Supermärkten liegt, arbeitet auch die MMO-Branche zielstrebig auf die umsatzstärkste Zeit hin. Und wenn man schon keine neuen Waren auf Lager hat, müssen wenigstens die alten noch einmal fein verpackt und neu beworben werden.

Star Wars: The Old Republic - betrogen!

Während unabhängige Entwickler bisweilen ihre liebe Not haben, Weihnachten irgendwie gewinnbringend für sich zu nutzen, versteht man sich bei Electronic Arts vortrefflich darauf, die richtige Stimmung und Kauflaune zu generieren. Oder besser gesagt - man versteht es, die richtigen Leute zu verpflichten und auf diesen Job anzusetzen.

Diese Leute firmieren unter dem Namen Blur und haben seit über zwanzig Jahren schon so manche mehr oder weniger spannende Geschichte wundervoll inszeniert - auch für EA-Studio BioWare. Und für Star Wars: The Old Republic, zu dem mittlerweile eine ganze Filmserie existiert, die jede animierte Serie in den Schatten stellt - auch und gerade Star Wars: The Clone Wars.

Das sind nicht die Droiden, die wir suchen!

Und so klappt dem Betrachter aktuell wieder mal die Kinnlade herunter, wenn er die mitreißende Geschichte eines kleinen Görs verfolgt, das anscheinend von Dexters Schwester persönlich zur braven Kämpferin ausgebildet werden soll, während sie der olle Valkorion offensichtlich lieber auf dunklere Pfade geleiten möchte - garniert mit allerlei mächtigen Kunststückchen und den typischen Kämpfen der Marke Blur.

Wenn das MMO auch nur annähernd so gut ist, könnte man es sich zur Weihnachtszeit glatt mal wieder reinziehen. Doch genau da liegt der Droide begraben. SWTOR ist und bleibt ein Spiel mit netter Story, bei dem das MMO-Gameplay mittlerweile extrem störend ist. Insbesondere Rückkehrer sind gemeinhin maßlos überfordert mit all dem Klimbim in Taschen und Interface - vom ebenso penetranten wie schwer zu durchblickenden Shop mal ganz abgesehen.

Wer dennoch vom Trailer genügend inspiriert sieht, sollte in Erwägung ziehen, bis zum 25. Oktober ein Abo abzuschließen. Dafür bekommt man dann Shae Vizla als Gefährtin. Wer am 27. November bucht, bekommt ein neues Mount und wer die komplette Zeit über Abo-Kunde ist, darf drei Tage vor dem Release am 02. Dezember in den Headstart. Man kann aber auch einfach den netten Blur-Trailer genießen und auf ein richtiges neues Star-Wars-Game aus dem Hause BioWare warten - ganz ohne den aufgesetzten MMO-Zinnober eines nicht sonderlich gut gealterten SWTOR.

The Elder Scrolls Online - ein Tamriel

Die Zeiten, in denen ZeniMax schicke Blur-Trailer in Auftrag gegeben hat, sind wohl endgültig vorbei. Man setzt lieber auf echte Eindrücke aus dem Spiel. Das ist grundsätzlich nicht verkehrt, bestünden die Filme nicht allesamt aus völlig sinn- und skillfrei zusammengeschnittenen Szenen mit zumeist stehenden, laufenden und kämpfenden Charakteren.

Videos, wie sie eigentlich nur ein Praktikant verbocken könnte und die in krassem Gegensatz zu dem stehen, was manch anderes Studio so produziert - von BioWares Blur-Trailern ganz zu schweigen. Dabei ist das aktuelle ESO-Update durchaus eines der wichtigsten überhaupt, skaliert doch ab sofort die Welt mit dem Level des Spielers und man kann die Sehenswürdigkeiten Tamriels in jeder beliebigen Reihenfolge abklappern, ganz wie es sich für ein The Elder Scrolls gehört.

Hide and Shriek  - Funcom legt nach

Angesichts der anhaltenden finanziellen Probleme kommt man auch bei Funcom nicht umhin, sich auf das Weihnachtsfest vorzubereiten. Wobei es eher Halloween ist, auf das man abzielt, weil diese Veranstaltung zeitlich ebenso wie thematisch näher liegt. Im vergangenen Jahr spielte man dem günstig produzierten Abenteuerspiel und The-Secret-World-Ableger The Park immerhin ein erkleckliches Sümmchen ein, mit dem sich der ansonsten düstere Quartalsbericht ein wenig aufhübschen ließ.

In diesem Jahr, voraussichtlich noch im Oktober, schiebt man Hide and Shriek nach - ebenfalls ein indirekter Ableger von The Secret World. Schauplatz des Spiels ist die High School von Little Springs, in der zwei anscheinend unsichtbare Spieler versuchen, den anderen zu Tode zu erschrecken. Dafür können sie auf 30 Fallen zugreifen und gruselige Masken von Donald Trump und Hillary Clinton aufsetzen.

Ein wenig scheint sich Hide and Shriek am Klassiker Spy vs. Spy aus den 1980er Jahren zu orientieren - auch musikalisch. Ein MMORPG auch nur im entferntesten Sinne ist Hide and Shriek damit selbstverständlich nicht und die einzige Verknüpfung zu The Secret World ist, abseits von Location und Thema, eine kleine Belohnung im jeweils anderen Spiel.

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