Reichlich morbide legt unser Kolumnist in dieser Woche los und beschäftigt sich mit der Frage, ob man nach dem realen Tod eigentlich virtuell weiterleben könnte. Doch keine Sorge - er hat auch noch unterhaltsamere Themen mitgebracht, schaut erst nach Norwegen, dann nach Fernost und berichtet, was aktuell auf beiden Seiten der Welt so gespielt wird.

Heute es unter anderem um das kürzlich erschienene MMO Conan Exiles:

Conan Exiles - Leaving Early Access - Launch Trailer2 weitere Videos

Als Sci-Fi-Fan bin ich mit allen erdenklichen Gedankenspielen zum Thema Unsterblichkeit vertraut. Da wird, neben dem schnöden Übergang in die Transzendenz, auch gerne mal eine arme Seele in einen Computer eingespeist oder in den Körper eines Androiden oder seinen eigenen Klon. Das geht in den einschlägigen Geschichten manchmal gut. Meist sind jedoch Probleme vorprogrammiert, wenn sich die bisherige und die neue Persönlichkeit zum Beispiel in die Haare kriegen oder das ewige Leben nicht mehr lebenswert ist.

Ich für meinen Teil würde mich weder im Körper von Lieutenant Commander Data sonderlich wohlfühlen noch im Bordcomputer des bekanntesten aller Raumschiffe, das regelmäßig als Haufen Schrott auf einem abgelegenen Planeten endet. Lieber hätte ich meinen eigenen Körper und meine Freiheit, würde gerne gechillt am Strand liegen und tun und lassen können, was ich möchte.

Entropia Universe - Himmel oder Hölle

Genau das wollen mir offenbar die Entwickler von MindArk ermöglichen. Sie arbeiten daran, ausgerechnet Entropia Universe als neue Umgebung zu nutzen, in der virtuelle Charaktere ihr Unwesen treiben, denen menschliches Bewusstsein eingepflanzt wurde. Damit, und das meinen die Leute anscheinend wirklich ernst, soll es möglich werden, sein eigenes Leben als ewig jugendlicher Avatar fortzusetzen, sobald die menschliche Hülle nicht mehr bewohnbar ist.

Natürlich, so denkt man sich bei MindArk, ist es noch ein Weilchen hin, bis der Wissenschaft die Verpflanzung eines Bewusstseins gelingt, doch warum soll man seine virtuelle Welt nicht schon mal auf Generationen neuer Einwohner vorbereiten, damit es im Fall der Fälle gleich losgehen kann? Komplett verrückt ist der Ansatz vielleicht auch gar nicht, immerhin arbeitet MindArk anscheinend mit den Universitäten Princeton, Oxford und anderen namhaften Institutionen zusammen, die tatsächlich in Sachen Bewusstseinstransfer forschen.

Himmel und Hölle

Für MindArk-Chef Henrik Nel ist die Sache einfach: “Mit einer etablierten, virtuellen Präsenz, die sich über Jahrzehnte zieht, ist Entropia Universe das beste Ziel, um Science-Fiction Wirklichkeit werden zu lassen und die Gehirndaten von Freiwilligen “hochzuladen”, um ihnen ein Leben in aller Ewigkeit im Online-Universum zu ermöglichen.” Wow!

Doch sorry, da muss ich passen. Ich verewige einen Teil meiner Gehirndaten lieber in dieser Kolumne und behalte den Rest einfach für mich. Und wenn ich sie jemals jemandem anvertrauen würde, dann müssten die zumindest mal eine technisch und konzeptionell ausgereifte Welt auf die Beine stellen, in der man eine Ewigkeit verbringen möchte. Entropia Universe in seiner aktuellen Version käme für mich und meine Gehirndaten nämlich der Hölle gleich.

Conan Exiles - Ehre, wem Ehre gebührt

Etwas lieber, wenngleich barbarischer, würde ich mich da noch in Funcoms virtuelles Hyboria verpflanzen lassen. Dort treibe ich mich aktuell ohnehin regelmäßig herum, auch wenn mir das Spiel in Sachen Bevölkerungsgrenze die Tränen in die Augen treibt. Doch sei’s drum - dann spielen wir es eben als Solo-Abenteuer mit der Chance, ab und zu mal jemandem zu begegnen. Eine Menge Spaß macht es trotz allem. Und das geht offensichtlich nicht nur mir so.

Conan Exiles - Whole New World - Featurette-Trailer2 weitere Videos

Denn nachdem Conan Exiles während der Early-Access-Phase doch arg abgerutscht war, ist es seit Release wieder angesagt. Das gilt sowohl auf Steam, wo es nur knapp unter ARK: Survival Evolved rangiert als auch auf Twitch, wo das Dino-Spektakel sogar abgehängt hat. Der Grund für die Rückkehr zu Conan lag also tatsächlich in der Ankündigung, dass die Server mit Release nicht mehr gelöscht würden.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis: