Spätestens seit den 80er Jahren hat jede Generation einen gewissen Anteil an Gamern hervorgebracht. Menschen, die ihrem Hobby über die Jahre hinweg treu geblieben sind. Und je jünger nun die Generation, desto höher der Anteil an aktiven Spielern. Anders ausgedrückt: Die Community wächst seit Jahrzehnten immer rasanter. Eine wundervolle Chance für kleine Spieleschmieden, könnte man meinen.

Wir spielen eine Runde PlayerUnknown's Battlegrounds:

PlayerUnknown's Battlegrounds - SEHEN UND STERBEN - Gameplay2 weitere Videos

Es ist schon ziemlich praktisch, dass Steam als größte Plattform für Spiele aller Art die vielleicht wichtigste aller Zahlen offenlegt. Über die Statistiken kann man dort verfolgen, wie viele Spieler just in diesem Augenblick in Dota 2 eingeloggt sind, wie viele in Black Desert oder War Thunder. Zwar hat nicht jeder PC-Spieler seine Accounts mit Valves System verknüpft, die überwiegende Mehrheit ist jedoch längst auf Steam angekommen.

So viele Kunden, so viel Geld

Und so ergibt sich Tag für Tag ein ziemlich interessantes Bild, was den Zuspruch mancher Spiele betrifft und die Probleme anderer. Die gute Nachricht: Die Gesamtzahl der eingeloggten Spieler fluktuiert, steigt aber stetig an, mit knapp 15 Millionen Nutzern gleichzeitig und seit 2015 über 125 Millionen “aktiven” Accounts.

Angesichts solcher Zahlen ist die Hoffnung der Entwickler von Online-Games immens, dass sich doch eine angemessen große Community finden sollte, die ihre Titel zocken und finanzieren. Doch ganz so einfach ist das nicht. Die Spielermassen verteilen sich nämlich keineswegs gleichmäßig auf die angebotenen Spiele. Im Gegenteil.

Zweifelhafter Erfolg

Als sehr erfolgreich können die obersten 50 Titel betrachtet werden. Das sind Spiele, die in der Spitzenzeit eine fünfstellige Spielerzahl auf die Server bringen. Doch selbst innerhalb der Top 50 herrscht nicht in jeder Community gute Stimmung, denn den Löwenanteil der Spieler binden wenige große Titel an sich, allen voran PlayerUnknown's Battlegrounds mit knapp drei Millionen Spielern gleichzeitig. Der Erfolg des Online-Shooters sorgt aktuell dafür, dass viele kleinere Titel ausbluten.

Das trifft MOBA- und Arena-Games ähnlich hart wie das MMORPG-Genre. Dort dümpeln schon interessante Titel derart träge durch den Early Access, dass sich schon vorher absehen lässt, dass das Spiel zum Release keine Community aufbauen wird. Der Traum von der gläsernen, via Steam finanzierten Entwicklung ist für viele Studios zum qualvollen, nicht endenden Albtraum geworden, von dem man es sich nicht leisten kann zu erwachen.

Dann doch lieber allein

Liebe Entwickler, wacht endlich auf! Die einzige Rettung für eure kleinen Projekte ist die Rückbesinnung auf alte Tage und die Umkehr in Richtung Solo-Game. Man muss nicht jedes Spiel zwanghaft zum MMO machen oder zum neuen Online-Survival-Game. Denkt euch eine tolle Story aus, arbeitet an überzeugenden Umgebungen, an spielerischen Herausforderungen, an tiefgreifenden Mechaniken, an der KI und an der Atmosphäre.

Die Community lechzt nach guten Games für Solisten und würde euch spannende Inhalte mit Sicherheit aus den Händen reißen. Meine Favoriten fürs kommende Jahr sind nicht umsonst drei solche Titel, bei denen die Entwickler bewusst Abstand nehmen von der Idee, alles irgendwie auf “Massively Multiplayer” trimmen zu müssen. Ich bin mir sicher, Kindom Come: Deliverance, State of Decay 2 und Mount & Blade 2: Bannerlord werden gewaltige Erfolge feiern, gerade weil deren Entwickler der MMO-Versuchung widerstanden haben.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis: