Wenn unsere Leserinnen und Leser eines nicht zu befürchten haben, dann sind es Aprilscherze in Wiped! Von denen hält unser Kolumnist nämlich nicht sonderlich viel. Schon gar nicht, wenn sich ganze Entwicklerteams damit beschäftigen, diesen seltsamen Brauch mit hohem Aufwand auszuschlachten.

In dieser Ausgabe geht es unter anderem um Sea of Thieves:

Sea of Thieves - Release Date Announce Trailer2 weitere Videos

Um der hohen Erwartungshaltung aller Scherzkekse gleich einen Dämpfer zu verpassen: Wir haben mit unserer Überschrift den obligatorischen Aprilscherz diesmal gleich vorweggenommen. Schenkelklopfende Aprilscherzjäger können also gleich weiterbrowsen - hier gibt es nichts zu lachen. Stattdessen haben wir auch in deser Woche wieder ein paar bierernste MMO-Themen für euch ausgepackt.

Sea of Thieves - ab in die Versenkung

Bierernst ist es es auch den Kritikern von Sea of Thieves, die knapp zwei Wochen nach Release nun doch etwas lauter werden. Denn so langsam geht selbst den eingefleischtesten Seebären die Motivation flöten. Die Community zieht weiter und auf Twitch rutscht das Spiel, das vor einer Woche noch mit ganz vorne stand, irgendwo ans Ende der Top 20.

Ein herber Schlag für ein Spiel, das doch als Dauerbrenner mit MMO-Elementen überzeugen sollte und das unser aller Fantasie gekitzelt hat wie zuvor nur No Man’s Sky. Und was ist daraus geworden? Ein weiteres Beispiel für verschenktes Potential. Dabei war durchaus absehbar, dass es so kommen würde, denn lange vor unserer Kolumne warnten schon andere vor der fahrlässigen Oberflächlichkeit, mit der man bei Rare an das Spielkonzept heranging.

Rob Beddall, ehemaliger SoT-Artist erklärte jetzt, dass sogar einige Mitarbeiter von Rare schon vor Jahren intern die Warnglöckchen geläutet und angemerkt hätten, dass das Spiel “irrsinnig oberflächlich und eintönig” sei. Geändert habe sich allerdings nichts. Zwar habe man ursprünglich mehr Ideen gehabt, als es letztlich ins Spiel geschafft hätten, jedoch habe es zu keinem Zeitpunkt solide Pläne hinsichtlich besonderer Spielmechaniken gegeben.

Schiffe versenken - reicht das nicht?

Kein Meta- oder Endgame also in Sea of Thieves, kein Konzept hinter dem Gedaddel mit Kumpels. Ein Problem, das immer mehr Spiele haben bei denen Horden an Technikern und Artisten für ihre ganz spezielles Ding zuständig sind und der eine kreative Kopf mit der genialen Idee fehlt. Das wäre in etwa so, als würde man bei Ravensburger künftig auf die Autoren verzichten und die Spielbretter von Künstlern gestalten lassen. Zuerst bedarf es doch einer Idee, dann kann man eine Welt drumherum basteln.

Überhaupt habe ich im Laufe der letzten Jahre in unzähligen Gesprächen mit Entwicklern festgestellt, dass die meisten nur ein, zwei Spiele halbwegs gut kennen. Das sind dann diejenigen, die man als Vorlage nimmt, um es dann “noch besser” zu machen. Dabei wimmelt es da draußen nur so von genialen Ideen, mit denen man ein Spiel wie Sea of Thieves tatsächlich zu einem Dauerbrenner hätte machen können. Traurig nur, dass man die bei Rare offenbar nicht kennt.

Legends of Aria - Ultima Online meets Lineage 2

Wenn man den Entwicklern von Legends of Aria eines nicht vorwerfen kann, dann ist es mangelnde Kenntnis in Sachen PvP. Die Jungs von Citadel haben tatsächlich so ziemlich jedes PvP-Modell der letzten 20 Jahre analysiert, angefangen natürlich mit Ultima Online, in dessen Fußstapfen Legends of Aria bekanntlich treten soll und das sie dereinst mit entwickelt hatten.

Und wie es scheint, waren die System der frühen Jahre gar nicht so verkehrt. Entsprechend soll Legends of Aria auch ein PvP-System bekommen, bei dem ein Aggressor vogelfrei wird und schließlich negatives Karma bekommt, wenn er einen unbedarften Mitspieler tötet. Dieses Karma muss man dann recht mühevoll abarbeiten, was unkontrollierte Meucheleien eindämmen sollte.

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Und da die PvP-Gebiete generell etwas lukrativer für kampfkräftige Abenteurer sind als die PvE-Zonen und man als karmabeladener Aggressor beim eigenen Ableben auch Gegenstände verlieren kann, könnte die eigene Mordlust schnell zum Problem werden und man selbst vom Jäger zum Gejagten. Ein wenig Ultima Online also und ein wenig Lineage 2 - keine schlechte Mischung.

Und wer dem PvP gänzlich aus dem Wege gehen möchte, der erschafft sich eben seine eigene Welt und wird sein eigener Held. Immerhin war Legends of Aria vorher als Shards Online bekannt. Shards, so wurden die Server von Ultima Online genannt, sind in Legends of Aria eigene Instanzen, in denen der jeweilige Ersteller quasi Admin-Rechte besitzt und die Regeln selbst bestimmen darf, nach denen die Welt sich dreht.

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