Für MMO-Fans war 2017 das wahrscheinlich mieseste Jahr in der bewegten Geschichte des Genres. Am Ende des Jahres blicken wir auf einen Scherbenhaufen, auf eingestampfte Projekte, peinliche Season-Events und unbedeutende Erweiterungen. Es wurde tatsächlich nichts, aber auch gar nichts veröffentlicht, was den Erwartungen der Community im Ansatz gerecht geworden wäre. Da kann es 2018 eigentlich nur besser werden.

Dass 2018 ein durchaus interessantes MMO-Jahr zu werden verspricht, liegt vor allem daran, dass unzählige Titel eigentlich schon 2017 hätten erscheinen sollen. Allerdings sind viele Studios auf die laufenden Crowdfunding-Einnahmen angewiesen und zögern die Veröffentlichung lieber noch ein paar Monate hinaus. Doch irgendwann muss ein Spiel auch mal fertig werden, sonst schwindet das Vertrauen.

2018 scheint also endlich das Jahr zu werden, in dem mehr Indie-MMORPG-Titel denn je ins Release geschoben werden. Außerdem stehen uns ein paar Veröffentlichungen aus Asien bevor - mit großem Budget und hoffentlich ordentlicher Qualität. Und dann wären da noch unzählige Beta-Tests, in denen man zumindest schon mal vorab erkennen kann, ob ein Titel tatsächlich eine Aussicht auf Erfolg hat.

Ascent: Infinite Realm - AIR

Ein Titel, der es auf jeden Fall noch 2018 zum Release schaffen sollte, ist Ascent: Infinite Realm. Bemerkenswert ist das vor allem deswegen, weil wir im vergangenen Herbst erstmals von diesem Titel hörten. Doch Bluehole ist eben längst kein Indie-Studio mehr und auch nicht auf Crowdfunding-Gelder angewiesen.

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Und so werkeln die Südkoreaner bereits seit vielen Jahren hinter verschlossenen Türen an AIR, mit dem sie jede Menge Innovation ins stagnierende MMO-Genre bringen wollen. Genügend Erfahrung im Umgang mit der Unreal-Engine haben sie mit TERA gesammelt. Und was das Geld betrifft - daran sollte seit PLAYERUNKNOWN’S BATTLEGROUNDS nun wahrlich nicht mehr fehlen.

Ashes of Creation - EverQuest next but one

Optisch ähnlich ansprechend wie AIR kommt Ashes of Creation daher und auch dessen Entwickler verfügen über ziemlich viel Erfahrung. Sie alle werkelten früher für namhafte Häuser, darunter auch Sony Online Entertainment, später Daybreak genannt. Kein Wunder also, dass Ashes of Creation als geistiges Erbe des eingestellten EverQuest Next gehandelt wird.

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Das Spiel steckt aktuell noch in der Alpha-Phase, allerdings wird im Laufe des kommenden Jahres mit einigen Beta-Tests zu rechnen sein. Wer noch Weihnachtsgeld übrig hat und das Projekt unterstützen möchte, der kann sich für 75 Dollar mit einem “Wayfarer-Pack” in die Beta 2 einkaufen oder für 500 Dollar schon ab der Alpha am laufenden Projekt teilhaben. Mal schauen, ob die Intrepid Studios mehr zuwege bringen als SOE und Daybreak.

Bless Online - meldet sich zurück

Ganz und gar nicht zufrieden mit dem, was die Entwickler zuwege gebracht hatten, waren die Spieler der frühen Testphasen von Bless Online in Südkorea. Das Spiel, so die Mehrheit der Tester, mache einfach keinen Spaß. Die Entscheidung, die NEOWIZ daraufhin traf, war erstaunlich radikal. Man brach die laufenden Tests ab und beförderte das Projekt zurück aufs Trockendock. Wenn es das verlässt, da sind sich die Entwickler sicher, sei es an die Anforderungen unserer Zeit angepasst und werde “das Spiel, auf das wir alle stolz sein können”.

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Und auch bei uns gab es einige Verwirrung um das ziemlich hübsch anzusehende MMO. Erst sollte es unter dem Banner von Aeria Games betrieben werden, dann wurde der Deal wieder aufgelöst und NEOWIZ gab bekannt, dass man das Publishing selbst übernehmen wolle. Und so soll Bless Online im kommenden Jahr nun wirklich erscheinen, weltweit und auf Steam. Mal schauen, ob es bei der riesigen Community punkten kann.

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