Der Weltraum… unendliche Weiten. In den frühen Neunziger Jahren war nicht nur Star Trek bei SciFi-Fans beliebt, auch das Genre der Weltraum-Actionsimulationen erlebte seine Blütezeit. An der Spitze stand Christopher Roberts, der mit seiner „Wing Commander“-Reihe die Videospielwelt revolutionierte. Erstmals war ein Spiel mit aufwändiger 3D-Perspektive, umfangreicher Geschichte und packenden Zwischensequenzen erschienen.

Wing Commander brannte sich in die Herzen vieler Spieler und sorgt noch heute, 18 Jahre nach Release des ersten Teils, für Begeisterung. Wir sind deshalb in unsere patentierte gamona Zeitmaschine gestiegen, um uns die „Wing Commander“-Reihe noch einmal genauer anzuschauen. Schnallt euch an und stellt das Rauchen ein - es geht los!

Diesen Artikel gibt es auch als Podcast. Hier klicken!

Wing Commander (1990)

Im ersten Teil der „Wing Commander“-Serie wird der damals noch namenlose Protagonist (liebevoll von den Fans auch Mr. Bluehair genannt) frisch von der Akademie auf den Träger Tiger’s Claw versetzt. Schnell lernt er die Piloten Paladin und Angel kennen, mit denen er sich im gemeinsamen Kampf gegen die löwenähnlichen Aliens „Kilrathi“ anfreundet. Spieler konnten nach actionreichen Weltraumkämpfen erstmals, statt sich einfach nur in einer Highscore einzutragen, zahlreiche Beförderungen und Orden ergattern.

Wing Commander - Star Wars zum Mitspielen: Die gamona Zeitmaschine rettet dieses Mal die Galaxis vor den Kilrathi.

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Kino-Feeling auf dem PC: Wing Commander setzte Maßstäbe.
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Chris Roberts Debütspiel legte die Grafik-Messlatte deutlich höher als die Konkurrenz. Alle Objekte wurden eigens für jeden erdenklichen Blickwinkel in Bitmaps gespeichert. Je nach Entfernung und Flugrichtung wurden diese dann gedreht und in ihrer Größe skaliert, sodass der Eindruck einer 3D-Umgebung entstand. „Echtes 3D“ war damals eben noch nicht möglich. Doch ob man es glaubt oder nicht, kostete bereits diese simulierte 3D-Darstellung jede Menge Rechenpower! „Wir wollen die ultimative Kino-Action für den Heim-Computer“, begründete Roberts den Hardware-Hunger. „Daher pfeifen wir einfach auf diese 286er-Schnecken…“

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Die Raumschlachten sind bis heute legendär.
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Später wurde Wing Commander für Amiga und den SNES portiert, doch beide Umsetzungen waren der PC-Version mangels Rechenkraft grafisch unterlegen. 1991 sorgte Roberts Entwicklerteam Origin mit Secret Missions und Secret Missions 2: Crusade für Nachschub. Im Namen der Konföderation müssen erneut die Pläne der flauschigen Kilrathi durchkreuzt und unschuldige Zivilisationen vor der Zerstörung bewahrt werden.

Wing Commander II: Vengeance of the Kilrathi (1991)

Fast zeitgleich mit den beiden großen Addons zum ersten Teil veröffentlichte Origin mit Wing Commander II: Vengeance of the Kilrathi den Nachfolger. Kurz nach einer Kilrathi-Großoffensive wird die Tiger’s Claw bei einem Angriff von nichtidentifizierbaren Schiffen zerstört. Auf der Concordia trifft der Protagonist, der übrigens immer noch keinen Namen trägt, auf den abtrünnigen Kilrathi Hobbes, der sich den Menschen angeschlossen hat.

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Teil 2 setzte die Story um die Kilrathi-Kriege fort.
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In zahlreichen spektakulären Missionen versucht das ungleiche Pärchen aufzuklären, wer für die Katastrophe auf der Tiger’s Claw verantwortlich ist. Erst im dritten Teil sollte sich herausstellen, dass Hobbes selbst ein Doppelagent ist und das neue Trägerschiff sabotiert. Neben noch längeren VGA-Videosequenzen gestaltet erstmals auch eine Sprachausgabe Wing Commander deutlich filmorientierter. Letzteres musste allerdings über ein so genanntes „Speech Accessory Pack“ käuflich erworben werden.

Zudem wurde die Grafik-Engine aufgebohrt, zwar immer noch nicht komplett in 3D, doch detailreicher als zuvor. Zum Leidwesen aller PC-Besitzer, denn das „Hilfe, ich brauch mehr Rechenpower!“-Syndrom gibt es nicht erst seit Crysis – und Hardware ist heute vergleichsweise günstig! Ein 386er mit 33MHz, vollkompatibler Soundblaster-Karte, 22Mbyte Platz auf der Festplatte und 2Mbyte Expanded-Memory, sowie MS-DOS 5.0 musste es schon sein. Und solch ein Rechner kostete damals locker 3000 DM!

Privateer (1993)

Privateer, ein Spin-Off der „Wing Commander“-Reihe, wurde von Chris Roberts’ Bruder produziert. Die Weltraumhandels-Simulation spielt zwar im gleichen Universum, verfolgt jedoch seinen eigenen Handlungsstrang. Spieler können sich als Händler und Söldner versuchen, ergo Handel treiben oder Kilrathi jagen. Ein klarer Vorteil, denn wer keine Lust auf die Haupthandlung hat, kann nach Belieben dem Weltraumhandel frönen. Mit den erworbenen Moneten wird dann das eigene Raumschiff aufgerüstet und neue Ausrüstung erworben.

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Privateer beschwor selige Elite-Zeiten herauf.
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Privateer bestach, wie auch schon sein großer Bruder, durch ausgereifte Optik. Gerenderte Zwischensequenzen und eine Sprachausgabe sorgten für ein filmreifes Spielerlebnis. Um 1993 auch auf dem neuesten Stand zu sein, gab es Privateer wahlweise auf vier Disketten oder einer CD mit Sprachausgabe. In den Genuss von Letzterer kamen seinerzeit jedoch nur wenige Privilegierte: Ein CD-ROM-Laufwerk allein kostete 1993 etwa 500 DM.

Dem Erfolg des „Wing Commander“-Ablegers tat dies jedoch keinen Abbruch, wie ein offizielles Addon, diverse Remakes und zahlreiche Fanprojekte beweisen. Erst vor zwei Jahren begann mit Parallel Universe die Entwicklung eines großen Remakes, auf das die ausgehungerte Fangemeinde bereits sehnsüchtig wartet. Von der Qualität dieses Spin-Offs sollten sich viele Entwickler eine gehörige Scheibe abschneiden!

Wing Commander Armada (1994)

Mit Wing Commander Armada wollte man den Fans von offizieller Seite aus die Wartezeit auf das nächste Wing Commander verkürzen. Doch Armada war vielmehr ein Testlauf als ein Lückenfüller. Hier kam erstmals die neue 3D-Engine zum Einsatz, wenn auch ohne den SVGA-Modus, die es im dritten Teil zu bestaunen gab.

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Armada fügte der Serie einen Strategie-Part hinzu.
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Bis auf den üblichen Konflikt zwischen Menschen und Kilrathi bot Armada keine nennenswerte Handlung. Dafür peppten ein Strategieteil und erstmals auch mehrere Multiplayer-Modi das Spielgeschehen ordentlich auf. Über IPX konnten zwei Spieler um die Wette Schiffswerften errichten, Kilrathi jagen, Rohstoffe sammeln und andere Systeme erobern. Rückblickend war Wing Commander Armada seiner Zeit vermutlich nur ein wenig zu sehr voraus...

Wing Commander III: The Heart of the Tiger (1994)

Ein Jahr nach Privateer kehrte Chris Roberts mit The Heart of the Tiger zurück und revolutionierte das Genre erneut. Mit unglaublichen Produktionskosten von 4 Millionen Dollar stellte der Titel einen neuen Rekord auf. Ein Großteil des Budgets floss in namhafte Hollywood-Stars für die Videosequenzen: Malcolm McDowell als Admiral Tolwyn, John Rhys-Davis (bekannt aus Der Herr der Ringe) als Paladin und Tom Wilson (bekannt aus Zurück in die Zukunft) als Maniac.

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In den Filmsequenzen von WC3 wirkten zahlreiche Hollywood-Stars mit.
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Für den Protagonisten Christopher „Maverick“ Blair, der nun auch endlich einen Namen erhielt, engagierte Roberts niemand Geringeren als Mark Hamill (aka Luke Skywalker). Nachdem die Concordia zerstört wurde, ist Blairs Freundin den Kilrathi zum Opfer gefallen. Als Maverick auf die TCS Victory versetzt wird, trifft er seinen alten Kameraden Hobbes wieder. Erneut geht es also gegen die fiesen Katzen-Aliens zu Werke, die bereits eine Großoffensive planen.

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Die Schlachten erstrahlten erstmals in SVGA.
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Die Zwischensequenzen in VGA-Optik tauschte Chris Roberts gegen Schauspieler und Filmszenen ein. Möglich war das dank der relativ neuen CD-Technologie, die massig Speicherplatz bot. Dennoch waren ganze vier CD-ROMs nötig, um alle Inhalte zu verstauen. Die Spielgrafik der Weltraum-Actionsimulation glänzt zudem in schicker VGA/SVGA-Grafik, eine deutliche Verbesserung gegenüber den Vorgängern. Doch ohne 16MB RAM-Speicher ging hier gar nichts – wieder einmal zum Leidwesen etwaiger Geldbörsen.

Wing Commander IV: The Price of Freedom (1996)

Der Krieg mit den Kilrathi war zwar mit dem Finale des dritten Teils beendet, dennoch will in der Galaxis kein dauerhafter Frieden einkehren. Die Grenzwelten überfallen Frachter und Krankentransporte der Konföderation. Blair wird also aus seinem wohlverdienten Vorruhestand geholt und an Bord der TCS Lexington versetzt. Mit insgesamt sechs CDs und etwa 13 Millionen Dollar Produktionskosten war Wing Commander IV ein gigantisches Projekt. Mehr als je zuvor mutiert die Weltraumaction-Simulation zu einem interaktiven Film.

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Teil 4 wir seinerzeit das teuerste Computerspiel überhaupt.
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Dieses Mal konnten die enorm hohen Produktionskosten leider nicht wieder eingespielt werden. Entwickler Origin hatte es mit dem Budget schlicht übertrieben. Grund dafür waren übrigens die Sets, an denen die Videosequenzen gedreht wurden. In Wing Commander III arbeitete man noch mit Bluescreen-Technologie. Bisheriger Partner Electronic Arts kaufte Entwickler Origin nach dieser Pleite auf und sicherte sich damit gleichzeitig die Rechte an Wing Commander – ein Schock für alle Fans.

Chris Roberts plante indes schon die Verfilmung seiner Spielreihe. Es scheint beinahe so, als wollte er mit Wing Commander IV ein letztes Mal üben, bevor er den Filmstart wagt. Doch durch die Übernahme und den damit verbundenen Verlust der Rechte hatte er mit einem schwerwiegenderen Problem zu kämpfen. Chris und Erin Roberts verließen Origin kurzerhand und gründeten mit Digital Anvil ihr eigenes Entwicklerstudio.

Privateer II: The Darkening (1996)

Noch bevor die Gebrüder Roberts Origin verließen, wurde im Dezember 1996 das schon länger in Entwicklung befindliche Privateer II: The Darkening veröffentlicht. Dieses Mal war nicht Chris, sondern Erin der verantwortliche Produzent. Wiederum engagierte Origin für die Fortsetzung der Weltraumhandels-Simulation einige Filmstars.

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Leider war Privateer II der letzte Teil des erfolgreichen Spin-Offs.
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Neben John Hurt, Jürgen Prochnow und Christopher Walken wurde der damals noch wenig bekannte Clive Owen („Sin City“) für die Hauptrolle verpflichtet. 120 Jahre nach den Geschehnissen von Wing Commander gilt es, als einziger Überlebender eines Angriffes auf ein Frachtschiff seine mysteriöse Vergangenheit aufzudecken.

Trotz des deutlichen Fokus auf Handlung und Präsentation ist und bleibt Privateer II eine der besten Weltraumhandelssimulationen aller Zeiten. Leider war dies der letzte offizielle Teil des Ablegers. Erin Roberts konzentrierte sich nach seinem Wechsel zu Digital Anvil vor allem auf andere Projekte, wie Starlancer oder das im letzten Jahr veröffentlichte LEGO Star Wars: Die komplette Saga.

Wing Commander Academy (1996)

In Deutschland nur Wenigen bekannt: Mit Wing Commander Academy hatte die Weltraum-Saga Mitte der 90er einen kurzlebigen Auftritt als TV-Serie. Immerhin liefen Zeichentrickepisoden lediglich im amerikanischen Fernsehen. In Zusammenarbeit mit Electronic Arts und deren Tochterfirma Origin veröffentlichten die Universal Cartoon Studios insgesamt 13 halbstündige Folgen. Die Serie orientiert sich dabei stark an der Spielvorlage.

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Die Wing Commander TV-Serie überlebte nur wenige Episoden.
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Christopher „Maverick“ Blair und Todd „Maniac“ Marshall kämpfen auf der TCS Tiger’s Claw gemeinsam gegen die Kilrathi. Mark Hamill, Tom Wilson und Malcolm McDowell sprechen dabei ihre bereits aus den Spielen bekannten Rollen. Leider wurde Wing Commander Academy nie auf VHS oder gar DVD veröffentlicht.

Wing Commander V: Prophecy (1997)

Ohne Chris Roberts als Produzent erschien 1997 Wing Commander V: Prophecy unter der Schirmherrschaft von Electronic Arts – was in mehrfacher Hinsicht einen Neuanfang für die Serie bedeutete: neue Feinde, neue Helden, neues Konzept. „Mehr Spiel, weniger Film“, versprachen die Verantwortlichen und setzten konsequent den Rotstift bei Anzahl und Kosten der Zwischensequenzen an. Entgegen aller Befürchtungen blieben diese jedoch qualitativ auf vergleichbarem Niveau zum Vorgänger.

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Prophecy sollte einen Neuanfang für die Serie bedeuten - und leitete ihr Ende ein.
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Auch Mark Hamill und Konsorten schlüpften erneut in ihre bekannten Rollen – dieses Mal allerdings nicht als Helden der Geschichte. Stattdessen übernahm der Spieler im fünften Teil der Saga die Rolle von Lance Casey, Sohn des berüchtigten Piloten Iceman. Der Krieg mit den Grenzwelten ist längst Geschichte, da sprechen die Kilrathi von einer dunklen Prophezeiung, die das Ende des Universums ankündigt. Eine fremde, insektenartige Alienflotte dringt durch eine Art Sprungtor in das Kilrah-System und greift die Konföderation an.

Wing Commander Prophecy sollte laut EA ursprünglich den Auftakt einer neuen „Wing Commander“-Trilogie markieren. Davon zeugte auch die aufwendige 3DFX/Direct3D-Grafik, die mit ihren schicken Explosionseffekten einen wesentlichen Beitrag zur actionreicheren Erfahrung von WC5 leistete. Doch nach dem kostenlosen (!) Addon Secret Ops und einer ebenso erfolglosen Portierung auf den Game Boy Advance schrieb Electronic Arts die Serie scheinbar ab. Bis heute gibt es, bis auf ein paar gecancelte Titel, keinen offiziellen Nachfolger für Wing Commander.

Wing Commander: Der Film (1999)

Chris Roberts hatte es geschafft, Electronic Arts die Filmrechte an Wing Commander abzuschwatzen. Fans freuten sich bereits auf die schon länger angekündigte Filmumsetzung der erfolgreichen Saga. Zur Verwunderung einiger Liebhaber waren jedoch weder Mark Hamill, John Rhys-Davis oder Tom Wilson im Film zu sehen. Stattdessen schlüpfte Freddie Prince Jr. in die Rolle des jungen Christopher Blair.

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Der Film zum Spiel ist - gelinde gesagt - umstritten.
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Wing Commander: Der Film spielt vor den Geschehnissen des ersten Teils. Als die Kilrathi einen Großangriff auf die Pegasus-Kolonie starten, fallen ihnen zufällig die Koordinaten der Erde in die Hände. Um einen Angriff mitten ins Herz der Konföderation zu verhindern, setzt sich die Tiger Claw in Bewegung, um den Überraschungsangriff zu verhindern. Ein beinahe übliches „Wing Commander“-Szenario.

Das Budget für Wing Commander: Der Film konnte Chris Roberts zwar dank seiner Erfahrung als Spielproduzent und eigenem Entwicklerstudio recht gering halten, dennoch floppte die Umsetzung in den Kinos fatal. Die Pläne für eine Fortsetzung des Films wurden anschließend eingestampft: das Aus für Roberts und seine Saga. Digital Anvil stand vor einem finanziellen Desaster.

Wing Commander Saga (Tba)

Nachdem Digital Anvil 2001 von Microsoft aufgekauft wurde und Electronic Arts scheinbar das Vertrauen in die „Wing Commander“-Serie verloren hatte, sahen die Aussichten für Fans alles andere als rosig aus. Zumal auch Chris’ und Erins Neuanfänge mit Starlancer und Freelancer hinter den Erwartungen zurück blieben. Wenn also niemand einen Nachfolger entwickeln wollte oder konnte, warum dann nicht selbst Hand anlegen? Das dachten sich wohl eine handvoll ambitionierter Fans, als sie Wing Commander Saga ins Leben rufen.

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WC Arena für Xbox Live hat nur wenig mit dem Original zu tun.
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Das Fanprojekt basiert auf der inzwischen freigegebenen FreeSpace 2 Engine und spielt zwischen Vengeance of the Kilrathi und Heart of the Tiger. Die flauschigen Alien-Muschis stehen also wieder im Mittelpunkt des Konflikts, diesmal allerdings ohne gefilmte Zwischensequenzen und aus Sicht des Pilotenanwärters Sandman. Die Qualität des Standalone-Mods steht seinem großen Vorbild dabei qualitativ in nichts nach.

Also, egal ob „Wing Commander“-Fan oder nicht, wer Spaß am Fliegen hat und Action liebt, sollte sich unbedingt die aktuelle Demo zu Wing Commander Saga herunterladen und ein paar Kilrathi jagen. Spielbar ist bereits der komplette Prolog.

Wusstet ihr schon?

- Regisseur Chris Roberts hatte als Pilot eines Rettungsschiffes einen Cameo-Auftritt im Wing Commander Film.

- Der Wing Commander-Film spielte bei einem geschätzten Budget von 30 Millionen US-Dollar nur knapp 11,5 Millionen US-Dollar ein.

- Smudo von den „Fantastischen Vier“ hatte in Wing Commander V einen Auftritt als Jägerpilot mit dem Rufzeichen Maverick.

- Im Vorprogramm von Wing Commander lief der Trailer zu Star Wars Episode I. Viele Kinobesucher kauften sich ihr Kinoticket nur, um diesen Trailer zu sehen und danach das Kino zu verlassen.

- Mark Hamill spricht im „Wing Commander“-Film die Stimme des Schiffcomputers Merlin, wird im Abspann jedoch nur mit einem „?“ aufgeführt.

- Für die Jagdflieger im „Wing Commander“-Film wurden ehemalige britische Militärmaschinen vom Typ English Electric Lightning eingesetzt. Jedoch blieb nach der Modifizierung lediglich die Pilotenkanzel übrig.

- Passend zum Film waren sogar ein Sammelkartenspiel und Actionfiguren für kurze Zeit im Handel erhältlich.

- 1993 veröffentlichte Origin mit dem Spiel „Wing Commander Academy“ (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen TV-Serie) einen Missions-Editor. Dem Titel war jedoch nur wenig Erfolg beschieden, da er abgesehen davon nicht viel zu bieten hatte.

- Für Aussehen und Kultur der Kilrathi ließ sich Chris Roberts von Larry Nivens Sci-Fi-Roman-Zyklus „Ringwelt“ inspirieren. Dort gibt es die katzenartigen „Kzin“, deren Beschreibung den Kilrathi bis aufs letzte Barthaar gleicht. Die Ähnlichkeit ist auch in den beiden Spiele-Umsetzungen der Serie, „Ringworld: Revenge of the Patriarch“ und „Return to Ringworld“, deutlich erkennbar.

- Das Design der Kilrathi wurde für den Film jedoch vollständig verändert. Aus den taktisch klugen und löwenähnlichen Kriegern wurden tumbe Aliens, die eher rasierten Hauskatzen ähneln. Chris Roberts erklärte später, er sei nie zufrieden mit dem Look der Katzenwesen gewesen und gab deshalb die Anweisung, sich nicht an den Kilrathi aus den Spielen zu orientieren.

- Außer in den Computerspielen und der Verfilmung tritt „Maverick“ Blair noch in einigen Sci-Fi-Büchern zur „Wing Commander“-Reihe auf.

- Electronic Arts veröffentlichte 2007 Wing Commander Arena, ein Arcadespiel für die Xbox 360.