Microsoft legt mit der Xbox 360 einiges an Gewicht hinter das Windows Phone 7. Das Unternehmen will es sogar als mobile Spielkonsole sehen.

Dabei soll es keine direkte, mobile Spielkonsole geben - also nichts, was einem Nintendo DS oder einer Sony PSP entsprechend würde. Vielmehr orientiert sich Microsoft an Apple und schickt das Windows Phone 7 ins Rennen, um hier ähnliches Multitalent wie das iPhone zu produzieren.

Gegenüber dem Magazin Kotaku erklärte Kevin Unangst, Senior Global Director für PC- und Mobilegames, was Microsoft mit dem Handy alles vor hat:

„Das ist unsere mobile Plattform für Spiele. Die gleichen Leute, die Halo gemacht haben, die gleiche Entwickler, arbeiten dafür. Es ist ist unsere mobile Konsole.“

Seit das Handy im November auf den Markt gebracht wurde, gibt es immerhin schon 1,5 Millionen Handys, die über Xbox-Live aktiviert wurden.
Das Windows Phone 7 hat bereits 5.500 Apps auf dem mobilen Marktplatz, wobei an die 30 Entwickler daran beteiligt sind. Über 60 der Apps sind Spiele, die mit Xbox-Live verbunden werden können. Allerdings wollte Unangst die genaue Zahl der Spiele für Microsofts Handy nicht verraten.

Obwohl große Publisher wie Electronic Arts und PopCap Games bereits Spiele für das Windows Phone 7 angekündigt haben, fehlen allerdings noch ein paar große Namen wie Activision und Epic, die für das iPhone bereits spiele veröffentlicht haben. Epics mobile Unreal-Engine, die mit den iPhone-Apps „Epic Citadel“ und „Infinity Blade“ berühmt geworden ist, läuft auch nicht auf dem Windows Phone 7. Man ist derzeit in Verhandlungen mit Epic, um die Engine auch auf Microsofts Gerät zu portieren, aber bisher gäbe es noch keine Zustimmung dazu.

Was das Windows Phone 7 attraktiv gegenüber dem iPhone machen könnte, ist die Tatsache, dass es, wie auch Android-Geräte, auf verschiedener Hardware basiert und verschiedene Anbieter nutzen könnte. Es gibt also nicht „das“ Windows Phone 7 - es könnte auch ein Gerät gebaut werden, das ganz speziell auf mobiles Spielen ausgelegt ist.

Der so entstehende Konkurrenzkampf muss aber nicht unbedingt gut sein. So wurde das begehrte Spiel „ilomilo“ für eine begrenzte Zeit exklusiv von AT&T verkauft. Das ist gut für AT&t-Kunden, aber für niemanden sonst.

Für den deutschen oder europäischen Markt könnte das bedeuten, dass die Kunden, die sich für das Windows Phone 7 interessieren, entweder zu einem Provider gehen, der Inhalte exklusiv als erster vermarktet (für Deutschland sind diesbezüglich keine sicheren Informationen vorhanden) oder aber ein Handy wie das iPhone oder ein Android-Gerät kaufen, bei dem die Apps und Spiele alle gleichzeitig verfügbar sind.