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Windows 8 wurde von Microsoft offiziell auf der BUILD-Konferenz vorgestellt. Die Developer Preview des Betriebssystems hat zwar noch nicht den Beta-Status erreicht, bricht aber schon jetzt mit vielen Gewohnheiten: Windows 8 ersetzt Desktop und Startmenü, konzentriert sich auf Apps und bringt die Kachel-Oberfläche sogar auf Desktop-PCs.

Download-Hinweis: Die kostenlose Preview-Version von Windows 8 steht ab sofort als Download bereit.

Tablet, Notebook, Desktop: Metro ist Pflicht

Der klassische Desktop wird unter Windows 8 vom Homescreen abgelöst - egal auf welchem Gerät. Dieser Startbildschirm erscheint komplett im Metro-Look und bietet Zugriff auf die installierten Apps. Wie bei Windows Phone 7 sind die Icons entweder statische Programmstarter oder dynamische Kacheln. Letztere aktualisieren sich automatisch und zeigen auch ohne Klick darauf regelmäßig neue Informationen.

Intuitive Steuerung, kooperative Apps

Alle Kacheln können beliebig verschoben, vergrößert oder verkleinert werden, behalten aber jederzeit ihre rechteckige Form. Abgesehen von Farbe und Anordnung lässt sich die Optik also nicht grundlegend ändern. Im Gegensatz zu den meisten Smartphones-Apps sind die Programme für Windows 8 keine Einzelgänger, sondern kommunizieren miteinander: Eine Foto-App kann die Aufnahmen beispielsweise direkt über eine unabhängige Facebook-App teilen.

Windows 8 - Design, Features und Technik enthüllt

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Multitasking leicht gemacht: Apps können nebeneinander dargestellt werden.
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Multitasking weitergedacht

Will eine App auf eine andere zugreifen, ist Multitasking natürlich Pflicht. Doch Windows 8 kann nicht nur spielend mit vielen geöffneten Apps umgehen: Parallel zu einer geöffneten Anwendung kann eine zweite eingeblendet werden. Ob Video, Minispiel oder Browser spielt dabei keine Rolle. Die Bildschirm-Anteile beider Apps lassen sich zwar vertauschen, aber nicht stufenlos regeln. Die komplette Metro-Oberfläche lässt sich auch mit Maus und Tastatur steuern.

Windows Store ist in Arbeit

Alle Apps für Windows 8 haben eines gemeinsam: Sie werden nur mithilfe von HTML5, JavaScript und CSS3 programmiert und passen sich jeder Bildschirmgröße an. Die Apps werden also sowohl auf Tablets als auch auf einem 60-Zoll-Fernseher scharf dargestellt. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, handelt es sich um eine "Immersive App". Heruntergeladen werden können die Anwendungen im Windows Store - momentan ist die Webseite aber noch nicht erreichbar.

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Der Desktop als App: Herkömmliche Programme laufen weiter, das Startmenü fällt weg.
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Desktop existiert nur als App weiter

Der klassische Desktop wird in Windows 8 stark degradiert: Zugriff auf die bekannte Oberfläche erhaltet ihr nur noch über die App "Desktop" - und müssen den Umweg über die Metro-Oberfläche gehen. Ein direkter Start in den "Desktop-Modus" ist nicht möglich. Das Umschalten zwischen Kacheln und Desktop ermöglicht Microsoft allerdings den Kompromiss aus neuen, optimierten Apps und bekannten Anwendungen wie Office oder Photoshop.

Möchtet ihr "alte" Software installieren, wechselt ihr also in die Desktop-App und findet dort die gewohnte Umgebung wieder. Nach dem Setup erscheint die Anwendung zwar auch als Metro-Kachel, wechselt beim Start jedoch wieder in die Desktop-App. Microsoft verspricht: Jedes Programm, das unter Windows 7 läuft, funktioniert auch im Nachfolger.

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Erweiterter Taskmanager: Mehr Infos zu Apps und Prozessen.
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Ribbon für den Explorer

Im Gegensatz zu Windows 7 hat sich der Desktop stark weiterentwickelt: Im Windows-Explorer findet sich jetzt das aus Office bekannte Ribbon-Menüband. Damit erreicht ihr die wichtigsten Befehle für den aktuellen Ordnerinhalt mit einem Klick. Wem die Zusatzleiste zu viel Platz wegnimmt, kann sie jederzeit minimieren.

Kopier-Assistent und Taskmanager aufgebohrt

Kopiert ihr mehrere Objekte gleichzeitig, werden die Vorgänge in einem Dialog gebündelt. Der neue Kopier-Assistent erlaubt es außerdem, Dateiübertragungen zu pausieren und stellt die Geschwindigkeit als Graph dar. Auch der Taskmanager liefert mehr Informationen als bisher: In der erweiterten Ansicht wird der Ressourcenverbrauch von Prozessen farblich gekennzeichnet.

Fit für USB 3.0 und Images

Weitere Neuerungen der Desktop-App: Die transparenten Aero-Flächen passen sich auf Wunsch dem Hintergrundbild an. ISO-Abbilder lassen sich per Rechtsklick ohne Zusatzsoftware einbinden. Seid ihr bereits mit USB-3.0-Hardware ausgestattet, benötigt ihr unter Windows 8 keine externen Treiber mehr.

Windows-Sync per Live ID

Die angekündigte Cloud-Verknüpfung von Windows 8 wird teilweise Wirklichkeit: Alle Apps, Einstellungen und persönliche Daten können per Windows Live synchronisiert werden. Beim Kauf oder der Einrichtung eines neuen Windows-Geräts genügt der Log-in per Live ID. Alle Einstellungen und Daten werden dann aus der Cloud auf das neue Gerät übertragen. Per Windows Live SkyDrive kann auf den verknüpfte Windows-8-Rechner sogar per Browser zugegriffen werden.

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Reset & Refresh: Windows 8 lässt sich in wenigen Minuten zurücksetzen.
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Windows-Reset in 10 Minuten

Windows 8 führt zwei wesentliche Sicherheitsfeatures ein: Der "Secure Boot" gleicht beim Starten alle Befehle mit einem Zertifikat im UEFI ab. Soll zum Beispiel von einem USB-Stick mit schädlichen Dateien gestartet werden, fährt Windows nicht hoch. Der "Reset Button" setzt Windows 8 auf Wunsch komplett zurück. Dabei genügt es, den Startknopf beim Booten gedrückt zu halten und den Vorgang auszuwählen.

Fünf Minuten später ist Windows wieder beim Originalzustand angelangt. Wer lediglich eine hartnäckige Software loswerden will, wählt im System-Menü "Refresh" aus. Bei diesem Vorgang werden alle Benutzereinstellungen, Apps und Daten gespeichert, das System zurückgesetzt und die Einstellungen wieder angewandt.

Fazit

Windows 8 ist revolutionär - im guten wie im schlechten Sinne. Die Metro-Oberfläche funktionierte auf unserem Test-Tablet hervorragend, die vorinstallierten Apps wirken wie füreinander gemacht. Dazu kommt die schnelle Startzeit von etwa zehn Sekunden. Reset-Funktion und Cloud-Backup ersparen die mühsame Neueinrichtung bei jedem neuen Windows-Gerät, das ihr kauft.

Auf Geräten ohne Touchscreen dürften die meisten User jedoch den herkömmlichen Desktop vorziehen. Der ist nach wie vor integriert und bringt auch herkömmliche Programme zum Laufen. Mangels echtem Startmenü müssen sich Windows-7-User aber stark umgewöhnen.

Download: Windows 8 Developer Preview

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