Das weltweit meistgenutzte Betriebssystem feiert mit dem heutigen Tage ein Jubiläum: Es ist fünf Jahre alt! Während für ein Kind der fünfte Geburtstag zumeist viel neues bringt, gilt Microsoft's Windows XP in eigenem Hause schon als Oldie. Zeit für ein Resümee.

Ende 2001 verabschiedete Microsoft sich endgültig von der Trennung in eine firmen- und netzwerkorientierte NT und eine für Heimanwender ausgerichtete 9x Linie, deren letzter Ableger, Windows ME, eher für negative Schlagzeilen bekannt war. Windows XP vereinte Bedienung und Zugänglichkeit auf Grundlage von Technik und Zuverlässigkeit der NT-Reihe. Daher rührt auch die Versionsbezeichnung "NT 5.1" für Windows XP.

Trotz erheblich verbesserter Stabilität blieb auch Kritik bei XP nicht aus. Viele Sicherheitslücken wurden seit Erscheinen gestopft, mit dem verheerenden Aufkommen des Lovesan/Blaster Virus machte man bei Microsoft bittere Erfahrungen mit dem Internet als Dynamo für Schädlingsentwicklung. Auch die Datenschutzpolitik wurde oftmals kritisiert, und in Folge erschienen Tools wie der XP AntiSpy, deren vorrangiger Zweck es war, unerwünschte Datenübermittlung nach Redmond zu unterbinden. Auch die enge Verbandelung zwischen Windows und den Eigenprodukten Media Player und Internet Explorer standen oftmals im Schussfeld.

Zwei Service Packs folgten als Reaktion auf das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der Anwender, mit dem letzten wurde das Sicherheitscenter integriert, dass den Benutzer beständig daran erinnert, seine Sicherheitslösungen aktuell zu halten und ihn dabei unterstützt. Service Pack 3 befindet sich in Arbeit, wurde aber - wie man vermutet - aus marketingtechnischen Gründen auf 2008 verschoben.

Für 2007 steht Windows Vista in den Startlöchern, das mit vielen Versprechungen und DirectX 10 lockt, welches es für XP wahrscheinlich nur als abgespeckte Variante in Form von DirectX 9L geben wird. Zurück bleibt ein gemischter Eindruck, gestärkt von vielen Vereinfachungen im Plug & Play Bereich und verlässlicher Stabilität, getrübt von Sicherheitslecks und Datenschutzkonflikten. Im Endeffekt muss jeder seine persönlichen Schlüsse ziehen, sofern er/sie nicht schon längst auf alternative Systeme wie Linux, MacOS oder Solaris umgestiegen ist.

Wir sagen jedenfalls alles Gute zum Fünften und hoffen, dass sich Windows Vista als spieletaugliche Plattform erweisen wird.