Was gibt es schöneres, als an einer Hochschule für Mediadesign zu studieren und als Abschlussprojekt ein kleines Spiel auf die Beine zu stellen? Ganz einfach: Als Abschlußprojekt ein Spiel zu kreieren und einen Publisher zu finden, der über die nötigen Mittel verfügt, es zu einem richtigen Verkaufsspiel auszubauen. Genau das ist bei Windchaser geschehen: Was als Studienprojekt begann, ist zu einem echten Geheimtipp für Strategen mit einem Faible für Ungewöhnliches geworden.

Die Entwickler des Spiels, Chimera Entertainment, versprechen einen innovativen Genre-Mix mit Echtzeittaktik, Rollenspielelementen und einer Prise Strategie. Verknüpft mit einer tiefgreifenden Story und einer fordernden Spielmechanik soll Windchaser für ein mitreißendes Spielerlebnis sorgen. Doch kann sich das Spiel auch mit AAA-Produktionen messen?

Windchaser - Atmosphäre Trailer

Eine neue Chance für Ensai?

Ein Weltenbrand vor 600 Jahren zerstörte die existierende Hochkultur, die komplizierte Maschinen und künstliche Wesen hervorbrachte. Mächtige Kreaturen dieser Zeit, Wächter genannt, machen immer noch die Lande Ensais unsicher. Als wäre das nicht genug, ist ein erbitterter Reformationskrieg unter den Gläubigen an die Zweifaltigkeit ausgebrochen. Eine geeignete Zeit für Glücksritter aller Couleur, zu Rang und Namen zu kommen.

Windchaser - Ein Studentenprojekt wird zum Verkaufsspiel. Wir waren an Bord des fliegenden Schiffs.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 45/501/50
Ensai bietet Abenteurern viele Möglichkeiten
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Euer Hauptcharakter Ioan, ein unbedarfter junger Mann, wünscht sich anfangs nichts sehnlicher, als einer Gilde beizutreten, unter deren Schutz er sich zu einem begabten Söldner ausbilden lassen möchte. Später kämpft er dann an der Seite zweier Gefährten und wird im Laufe des Spieles zum Berufenen einer Gottheit, deren Ziele zwielichtig erscheinen.

Ioans Reise wird von einem unbekannten Wesen mit metallischer Stimme begleitet, dessen wahre Beweggründe aber zunächst im Dunklen bleiben. Die Entwickler spinnen einen Handlungsfaden, der von verspielt-träumerisch ins düstere Ungewisse abgleitet. Man darf also gespannt sein, wie sich die Story entwickelt.

Windchaser - Ein Studentenprojekt wird zum Verkaufsspiel. Wir waren an Bord des fliegenden Schiffs.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 45/501/50
Die Windchaser bildet das zentrale Spielelement.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Windchaser, ein Landsegelschiff, angetrieben von Artefaktmotoren, bildet als schwebendes Hauptgebäude das zentrale Spielelement und dient gleichzeitig als Rückzugspunkt. Mit steigendem Ruhm der Gruppe durch gelöste Quests erhält sie neue Ausbaustufen und Ausbaupunkte. So ist es möglich, die Bewegungsgeschwindigkeit der Einheiten erhöhen, gefangene Monster zum Verkauf zu züchten, seltsame Blumensamen zur Reife zu bringen oder auch Tränke zu brauen.

Windchaser ist anders, aber nicht unzugänglich. Ich bin gespannt, wie sich die Geschichte um Ioan weiterentwickelt.Ausblick lesen

Je nach Spielweise variieren auch die Fähigkeiten, mit denen ihr euer Schiff ausstatten könnt. Werden die eigenen Truppen im Kampf besiegt, kehren sie zur Windchaser zurück und ruhen sich aus um Lebensenergie zu regenerieren.

Chaotisch-disziplinierte Konzentration?

Das Kampfsystem ist nach dem Stein-Schere-Papier Prinzip aufgebaut. Der Kampfstil Chaos ist besonders effektiv gegen den Konzentrationsstil. Dieser wiederum besiegt den disziplinierten Stil, der dafür jedoch Chaoskämpfer das Fürchten lehrt. Ihr könnt mehrere Trupps mit jeweils eigenem Anführer befehligen, wobei darauf zu achten ist, dass die Anführer einen Bonus ins Gefecht mitbringen, der sich gegen die Gegnergruppe als nützlich erweist.

Windchaser - Ein Studentenprojekt wird zum Verkaufsspiel. Wir waren an Bord des fliegenden Schiffs.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 45/501/50
Beim Kampf stehen verschiedene Stile zur Auswahl.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Diese Auswahl könnt ihr während des Gefechtes nicht mehr ändern, den Kampfstil hingegen schon. Kämpft ihr lange genug mit einem Stil, sammeln sich Punkte in einer Kugel an, die es euch ermöglichen, besondere Zaubertalente auszulösen und so die angesammelten Punkte zu verbrauchen. Bestimmte Talente des gleichen Kampfstils ergeben Talentcombos. Wenn diese nacheinander ausgelöst werden, verlängert sich die Dauer ihrer Wirkung.

Disziplinkämpfer punkten hier vor allem mit defensiven Fertigkeiten, Chaoskämpfer mit eher aggressiven Talenten und Konzentrationskämpfer mit taktischen Zaubern.So kann der Kämpfer Caine einen Kampfschrei ausstoßen, welcher die Moral seiner Gruppe erhöht. Aktiviert nun ein Disziplinsoldat sein Schutztalent kurz bevor die Wirkung des Kampfschreis endet, so wird die Wirkungsdauer des ersten Zaubers um die Wirkungsdauer des zweiten verlängert.

Die Moral ist im Übrigen ein weiterer wichtiger Faktor, der über die Kampfeffizienz der Truppe entscheidet. Sinkt sie auf Null, dann flieht der betreffende Trupp Hals über Kopf und lässt eventuell noch im Kampf befindliche Alliierte im Stich. Alles in allem wird sich hier wohl ein großer Spielraum für Tüftler ergeben.

Profis hergehört!

Windchaser bestraft den Spieler für unzureichend durchdachte Truppenzusammenstellungen sofort. Deshalb kommt es oft genug vor, dass die Gruppe zum Hauptschiff zurückkehren muss. Da dies einige Zeit verschlingen kann, wirkt sich dieser Umstand lähmend auf das ansonsten recht flüssige Gameplay aus. Die Mission kann jedoch nur scheitern, wenn die Hauptquest verloren ist, sodass sich der Frust in Grenzen hält.

Windchaser - Ein Studentenprojekt wird zum Verkaufsspiel. Wir waren an Bord des fliegenden Schiffs.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 45/501/50
Auch eine Pause muss mal sein. Währenddessen könnt ihr über neue Taktiken nachdenken.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Diverse Artefakte wie Heiltränke und Rüstungen geben zusätzliche Kampfboni und können, richtig eingesetzt, einer unterlegenen Gruppe noch zum Sieg verhelfen. Die Optik vermag auf ihre Weise zu gefallen. Die Kreaturen und Einheiten sind gut animiert und der Mix aus Technikruinen und Fantasy-Landschaft ist verspielt und stimmig. Kornfelder wiegen sich im Wind, Mühlräder drehen sich und kleine Blumenfelder bilden hübsche Grafiktupfer.

Im Kontrast dazu stehen tiefe Felsschluchten, in denen seltsam verschlungene Röhrensysteme aus grauer Vorzeit sichtbar sind. In metallischen Ruinen ist die einstige Macht der alten Welt spürbar. Prachtstück ist aber die Windchaser selbst, an der die einzelnen Aufbauten, die sie im Spielverlauf hinzugewinnt, sichtbar sind. Ganze Gärten und animierte Produktionsstätten sind auf ihr zu sehen.

Windchaser - Ein Studentenprojekt wird zum Verkaufsspiel. Wir waren an Bord des fliegenden Schiffs.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 45/501/50
Leider bewegen sich die Segel des Schiffs nicht.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Leider bewegt sich das Schiff sehr statisch durch die Landschaft. Animierte Segel würden hier Wunder wirken. Die Musik im Hintergrund passt sich dagegen dem Geschehen an und ist unaufdringlich und passend. Vögel zwitschern in Wäldern, und Ausbildungsstätten geben Geräusche von trainierenden Soldaten wieder. Es ist nie Ruhe auf dem Bildschirm und das ist auch gut so.

Einzig im Kampf erklingen teilweise Töne, die etwas schwer zuzuordnen sind. Die Dialoge sind gut vertont und tragendes Element für die gelungene Atmosphäre des Spiels. Leider enthält Windchaser keinen Multiplayermodus. Das taktische sehr ausgeglichene Kampfsystem bietet sich hier geradezu an.