Die Entwicklung der Wii U wurde begonnen, kurz nachdem Nintendo die Wii auf den Markt gebracht hatte. Ein lustiges Faktum daran: Während Nintendo mit der Entwicklung des WiiPad, dem Tablet-Controller der Wii U beschäftigt war, brachte Apple plötzlich das iPad auf den Markt und erzielte damit weltweite Erfolge.

Wii U - Entwicklung begann direkt nach der Wii, iPad war eine Überraschung für Nintendo

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Man war Anfangs nicht sicher, ob der Controller als eigenständiges Gerät dienen sollte oder nicht.
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Im Grunde wusste man schon am Anfang des Jahres 2007, dass man einen zweiten Bildschirm in die nächste Konsolengeneration einbauen wollte. Man hatte nur noch keine wirkliche Vorstellung davon, wie das genau aussehen soll, denn man wusste noch nicht, wohin er denn eigentlich verbaut werden sollte. Außerdem waren die Preise für LCD-Bildschirme damals noch nicht gerade erschwinglich, was die Diskussion deutlich erschwerte. Das führte auch dazu, dass der eigentlich geplante LCD-Monitor deutlich kleiner war, als er jetzt ist, denn man konnte die Preisentwicklung auf dem Markt für die Displays noch nicht absehen.

Man war sich in der Anfangsphase der Entwicklung auch noch nicht sicher, ob man dem Controller eine eigene Hardware mitgeben sollte, sodass er autonom funktionieren und als Handheld fungieren könnte oder aber ob man ihn lediglich als darstellendes Gerät verwenden sollte. Man entschloss sich dann, die Bilder direkt von der Konsole streamen zu lassen, statt sie im Gerät berechnen zu lassen. Das sollte zu einer höheren Auflösung führen.

Das es dazu kam, dass Details zur neuen Konsole bereits vor der Veröffentlichung durchgesickert waren, ließ sich durch einen Traditionsbruch bei Nintendo erklären: Da man in Amerika wenig Unterstützung seitens der Fremdentwickler bekommen hatte, als man die Wii vorstellte, zeigte man den Entwicklern die Hardware der Wii U bereits vor ihrer Veröffentlichung. So konnten natürlich auch Details an die Öffentlichkeit durchsickern, von denen Nintendo allgemein nicht viel verrät, bevor eine Konsole vorgestellt wird. Aber das Risiko war kalkuliert, denn wenn die Entwickler ihre Top-Teams für die neue Konsole bereitstellen würden, dann könnte man mit exklusiven Titeln punkten, die das neue Gerät dann für eine breitere Zielgruppe unter den Core-Gamern interessant machen.

Besonders entscheidend seien die Grafik und die Leistungsfähigkeit der Konsole für die Core-Gamer gewesen. Denn nur, wenn diese beiden Faktoren zusammenkommen, lohnt es sich, Sportspiele oder Shooter auf der Wii U umzusetzen. Zugleich war es aber auch nicht mehr notwendig, Wii-Software von Topentwicklern programmieren zu lassen, sodass die Spiele für die Wii nicht mehr den Erfolg hatten, den sich die Entwickler versprachen. Und obwohl sowohl die Entwickler als auch die deutlich besseren Grafikmöglichkeiten eine Menge Geld kosten, wird es dabei bleiben, dass Nintendo die Spiele in einer Preisspanne um 50$ verkaufen kann. Das sind immerhin 10$ weniger, als vergleichbare Spiele für die Xbox 360 oder die PlayStation 3.

Auch die Top-Marken dürften nicht unbedingt teurer werden, denn um eine Marke teuer verkaufen zu können, muss sie sich erst einmal etablieren - und da sich die meisten Marken, wie z. B. Call of Duty, mittlerweile relativ gut etabliert haben, dürfte sich eine breitere Preisspanne ergeben, in der sich die Titel verkaufen lassen.