Wii Sports – Test

Wii

Couch-Potato und trotzdem Sportskanone - dank Wii keine Unmöglichkeit mehr.

von Jörg Pitschmann, 15. Dezember 2006 16:33 Uhr

Autor: Jörg Pitschmann

Es gibt ein Wort, das selbst hartgesottenen Spieletestern den Angstschweiß auf die Stirn treibt. Es ist ein Wort, das zumeist untrennbar mit Begriffen wie »Frischluft« und »Bewegung« verbunden ist und deshalb als natürlicher Feind des Hardcore-Zockers angesehen wird - Sport! Der Gedanke, nicht nur virtuelle Heroen der Leibesertüchtigung zu immer neuen Höchstleistungen anzuspornen, sondern selbst das heimische Sofa zu verlassen und sich körperlich zu betätigen, erweckt vermutlich bei vielen Gewohnheitsspielern Gefühle der Beklemmung.

Und wenn dann noch jemand auf die Idee kommt, das eine mit dem anderen zu verbinden, dürfte bei vielen Sofasportlern der Punkt höchsten Grauens erreicht sein. Doch wir können euch beruhigen: Sport kann Spaß machen! Auch außerhalb von »PES 6« oder »Fifa 07«. Denn Nintendo stellt mit seiner neuen Wunderkonsole Wii anschaulich unter Beweis, dass sich heimisches Wohnzimmer und körperliche Ertüchtigung keinesfalls feindlich gegenüberstehen müssen.

Zappelphilipp
Pünktlich zum Launch der Wii beglückt uns Nintendo gleich mit dem ersten spielerischen Kracher, der netterweise zur Konsole mitgeliefert wird. »Wii Sports« zeigt nicht nur anschaulich die technischen Möglichkeiten der neuen Spielsteuerung, sondern verübt auch massive Anschläge auf liebgewonnene Fettpölsterchen in der Hüftgegend.

Screenshot zu: Couch-Potato und trotzdem Sportskanone - dank Wii keine Unmöglichkeit mehr.Sporteln wie in echt: Nintendos Wii macht's möglich!Insgesamt fünf Sportspielchen warten darauf, der Reihe nach durchgehechelt zu werden. Bis zu vier bewegungswillige Teilnehmer können in Tennis, Baseball, Bowling, Golf und Boxen mit- oder gegeneinander antreten. Wer allerdings detailgetreue Simulationen der realen Vorbilder erwartet, liegt falsch. Hier zählt allein die Action, und die ist ganz auf die technischen Gegebenheiten der Wii-Remote zugeschnitten. Konkret bedeutet dies eine Konzentration auf die jeweiligen Bewegungsabläufe der gewählten Sportart.

Ebenfalls alles andere als realistisch ist die grafische Präsentation der Games. Vielmehr trifft man auf Nintendo-typische Comicfiguren im herzallerliebsten Knuddel-Look und Primärfarben mit einer auffälligen Ähnlichkeit zu Playmobil-Figuren. Auch die Animationen sind von erhabener Bescheidenheit und beschränken sich auf ein geknicktes Kopfsenken im Falle einer Niederlage oder gelegentliche Minimalmimik.

Der Sound kommt spartanisch, aber für jede Sportart stimmig daher. Gelungene Aktionen quittiert das Publikum mit Beifall, Fehler mit Gejohle. Dass dennoch zu keiner Sekunde Langeweile oder Frust ob der dürftigen technischen Präsentation aufkommt, zeichnet »Wii Sports« aus. Denn das eigentlich Wichtige, nämlich die präzise Umsetzung von Bewegungen und Schlagkraft, ist durch die Bank weg gelungen.

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