Couch-Potatoes und Bewegungsverweigerer aufgepasst! Nintendo möchte Euren Speckröllchen und Rettungsringen buchstäblich zu Leibe rücken und schickt mit "Wii Fit" den nächsten bewegungssensitiven Spaß für den weißen Schmalwürfel ins Rennen.

Das Set besteht aus einem waage-ähnlichen, kabellosen Kunststoffboard mit zwei Standflächen sowie der dazugehörigen Software. Wir haben uns im angenehmen Wohlfühl-Ambiente eines Berliner Wellness-Hotels das Brett näher angesehen und einigen sehr biegsamen Hostessen bei ihren Verrenkungen über die Schulter geschaut.

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Fitbrettfahrer

Dass sich die Wii nicht gerade durch High-End-Technik auszeichnet, dafür aber mit allerlei originellen Spielkonzepten zu überzeugen weiß, dürfte ja hinlänglich bekannt sein. Auch das Fitnessbrett nebst Programm-CD schießt weder optisch noch akustisch den Vogel ab, hat dafür aber einige andere überzeugende Vorteile zu bieten.

Wii Fit - Spiel dich fit: Nintendos Balance-Pad bringt selbst müde Gamer zum Schwitzen.

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Wissenschaftliche Studien belegen: Bestialische Blähungen können zu unkontrollierten Muskelkontraktionen führen.
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Denn anders als bei Wii-üblicher Spielekost wird hier nicht mit der Wii-Mote in der Gegend herumgefuchtelt, sondern man steuert ausschließlich durch Gewichtsverlagerung auf dem weißen Trittbrett. Und das funktioniert hervorragend. Nachdem wir bereits auf der Games Convention im letzten Jahr einen Blick auf das Board werfen durften, hatten wir jetzt ausführlich Gelegenheit, uns durch die verschiedenen Übungen zu schwitzen.

Insgesamt warten mehr als 40 Leibesertüchtigungen aus den Bereichen Yoga, Muskeltraining, Aerobic und Balance darauf, ausprobiert zu werden. Die beiden Letztgenannten richten sich dabei mit Comicgrafik und witzigen Einfällen an Fungamer, die etwas gegen ihren blusig über der Hose getragenen Bauch tun wollen. Yoga und Muskeltraining hingegen wirken mit ihrer ernsthaften Präsentation schon eher wie Simulationen und sind im Gegensatz zu den Spielereien ganz darauf ausgerichtet, mit ihnen ein tägliches Fitnessprogramm vor der Glotze zu absolvieren.

Packshot zu Wii FitWii FitErschienen für Wii kaufen: Jetzt kaufen:

Waage-Recht

Bevor man mit dem Gekeuche vor dem heimischen Flimmerkasten loslegt, sollte man allerdings zunächst eine Grundlage für sportlichen Ehrgeiz schaffen. Nintendo hat das Motivationsproblem dadurch gelöst, dass das Programm auf Wunsch mithilfe einer eingebauten Waage das Fitness-Alter des Delinquenten unter Berücksichtigung des Body-Mass-Index errechnet.

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Skandal: Video enthüllt, wie schon Elfjährige an den Beischlaf herangeführt werden.
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Für Laien: das ist der Wert, der sich aus dem Körpergewicht (in Kilogramm) geteilt durch Größe (in Meter) zum Quadrat ergibt. Außerdem ist dabei noch das tatsächliche Alter zu berücksichtigen. Je älter ein Proband ist, desto höher darf die Zahl ausfallen. Oder anders ausgedrückt: desto später schrillt die Alarmglocke.

Das soll natürlich nicht heißen, dass man im Falle eines guten BMI das Fitnessboard wieder in die Ecke stellen sollte; da das Programm über persönliche Trainingsfortschritte peinlich genau Buch führt, dürfte die Motivationskurve hoch genug bleiben, sich zumindest eine zeitlang regelmäßig auf dem Fitness-Plaste-Brett nach Kräften abzumühen. Die Chancen, dass dies auch funktioniert, stehen recht gut, denn Nintendo hat eine ähnliche Herangehensweise mit "Dr. Kawashimas Gehirnjogging" für den kleinen Konsolenbruder der Wii ja schon eindrucksvoll zelebriert.

Schwitzbude

Im Laufe unserer Pressevorführung konnten wir natürlich nicht alle Übungen ausprobieren. Doch diejenigen, mit denen wir unsere Unsportlichkeit vor den spöttischen Blicken der attraktiven Pressemitarbeiterin von Big N demonstrierten, konnten samt und sonders überzeugen. Egal ob wir uns bei den "Partyspielen" im Snowboard-Fahren versuchten, Hula-Hupp-Reifen mit flottem Hüftschwung zum Rotieren brachten oder beim Skislalom die Fähnchen umsäbelten – die Steuerung funktionierte stets sehr genau und reagierte auf kleinste Gewichtsverlagerungen.

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Enttarnt: Verkleideter Knut sorgt für Aufregung bei den Pinguinen im Berliner Zoo.
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Je nach Art der Übung stellt man sich meist mit beiden Füßen auf das Brett und neigt seinen Körper möglichst präzise in die gewünschte Richtung, geht in die Hocke oder vollführt gleichmäßige Bewegungen mit Hüfte und Oberkörper. Bei anderen Spielen kommt es auf Taktgefühl und Timing an, um nicht den Anschluss zu verlieren. Grobmotoriker haben dabei schlechte Karten, denn je zappeliger man sich anstellt, desto unsauberer werden auch die Aktionen auf dem Bildschirm.

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Deutlich geruhsamer, wenn auch nicht weniger anstrengend, geht es im "ernsten" Teil von "Wii Fit" zu. Sowohl die Yoga-Verknotungen als auch die Muskelübungen richten sich eher an Zocker, die nach stundenlanger virtueller Metzelei ihre Verspannungen ein wenig lösen wollen oder sich am nächsten Tag daran erinnern möchten, dass ihr Körper noch über einige andere Muskeln verfügt als jene in den flinken Ballerfingerchen.

Unter fachkundiger Anleitung auf dem Bildschirm macht man dabei Übungen nach und versucht, sowohl Tempo als auch Timing des virtuellen Trainers zu halten. Sehr gut: Auch die Atmung wird nicht vergessen. Die richtige Geschwindigkeit des Luftholens wird durch einen langsam pulsierenden Kreis auf dem Bildschirm angezeigt. Das ist nicht nur praktisch, sondern bewahrt auch vor unnötigen Krämpfen durch falsche Atmung.

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Perfekte Lokalisierung: Die bayerische Variante von Wii Fit mit Schuhplattler- Übungen.
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Neben klassischen Yoga-Figuren wie "Halbmond" oder "Kerze" kommen auch schwierigere Lektionen zum Einsatz. Hektik und Ungeduld sind dabei nicht gefragt. Ansonsten kommt es nämlich während Übungen wie der "Krokodildrehung" ganz schnell zu Krokodiltränen, weil man sich überdehnt hat. Auch Übungen im Sitzen oder Liegen können absolviert werden. Beim Muckitraining darf man beispielsweise mit Liegestützen oder Rudern beweisen, wie exakt und vor allen Dingen gleichmäßig man die Arme bewegen kann.

Um einen weiteren Anreiz zu schaffen, werden übrigens nicht alle Übungen von Beginn an verfügbar sein, sondern erst nach und nach freigeschaltet. Und wer will, schickt bei den Aerobic- und Balancespielchen sein selbst gebautes Mii ins Rennen und präsentiert hinterher stolz wie Lumpi der buckligen Verwandtschaft seine Ergebnisse.

Weichspüler

Einzige Mankos in der fast fertigen Version waren die zum Teil verquirlten medizinischen Begriffe, die sich in die schriftlichen Erläuterungen der Übungen verirrt hatten. Auch die Stimme des Personal-Trainers glich eher einer weichgespülten Fahrstuhlansage als einem muckibepackten, streng riechenden Sportstudio-Antreiber. Auf Nachfrage gelobte Nintendo hier noch Nachbesserung.

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Aufgedeckt: Trittbrettfahrer leben gefährlich.
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Auch grafisch fährt "Wii Fit" auf Sparflamme. Die Fungames werden in gleicher Qualität wie das beliebte "Wii Sports" serviert, und die Bildschirmanleitungen der Yoga- und Muskelparts ähneln in ihrem Charme einer "Medizin nach Noten"-Sendung. Die akustische Untermalung unterstreicht dies hinlänglich und wartet mit Dudelmucke auf. Doch über diese kleinen Defizite kann man getrost hinwegsehen. Denn schließlich will man ja vor der Glotze was tun und nicht nur schauen. Und das erreicht Nintendo mit seinem Balanceboard allemal.