Tower zur LAN-Party schleppen war gestern. Heute gibt es elegantere Wege zu breiten Schultern und eiserner Kondition. Dass diese sogar spaßig sein können, ist kein schlechter Bonus. Und wenn man dann dazu nicht mal Rechner und Konsole ausschalten muss… Perfekt.

Nachdem wir euch neulich in unserem eigenen Zockerkochkurs fett gefüttert haben, geht es jetzt an eben diese Pfunde. Hier kommen die ultimativen Fitnessgeräte für dicke Kinder. Ja, genau euch meine ich!

Wii Fit - Playboy-Bunnys spielen Wii4 weitere Videos

Spätestens seit dem ersten Wii-Muskelkater wissen wir alle: Videogames können mächtig anstrengend sein. Mickey DeLorenzo nutzte diesen Effekt Ende letzten Jahres und trainierte für sechs Wochen 30 Minuten täglich mit »Wii Sports«. Er nahm tatsächlich neun Pfund ab. Diese Nachricht verbreite sich schneller im Netz als Herpes in einem katholischen Zeltlager. Kaum eine Mail, in der einem der Link auf Lorenzos Blog nicht geschickt wurde. Zudem fand die Idee etliche Nachahmer, die einen mehr, die anderen weniger erfolgreich.

Wii Fit - Spochdspiele – Alles fit im Bit

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Jugend trainiert für Olympia - heutzutage mit Wii Sports.
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Doch während die Rechtsabteilung von Nintendo DeLorenzo nicht zusichern konnte und wollte, bei Veröffentlichung seiner Aktivität in Buchform von einer Klage gegen ihn abzusehen, schrieben sich gleichzeitig die Kreativen des selben Vereins die Gesundheit ihrer Kunden auf die Fahnen. Frei nach dem Motto: »Die Hälfte trainiert schon und die anderen bringen wir noch in Schweiß«. Mehr Spiele müssen her, die auch besorgte Eltern mit gutem Gewissen ihren Sprösslingen kaufen würden.

Die Idee für » Wii Fitness« war geboren. Also die Ergänzung der Wii-Fernbedienung durch ein Gimmick, das wie überfahrener IKEA-Mülleimer aussieht und Gewichtsverlagerungen des Users registriert. Nach dem eigentlichen »Trainingsprogramm« sollen weitere Titel erscheinen, welche den ungewöhnlichen Controller nutzen. Gerüchteweise ist sogar ein »Final Fantasy Fitness« in Planung. Bis zu dessen (bisher nur hypothetischem) Erscheinen braucht ihr den Einsatz für eure persönliche Gesundheit allerdings nicht hinauszögern. Denn es gibt bereits zahlreiche Methoden, die überaus wirksam sind.

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Wii Fitness: Glückliche Spießerfamilie nicht im Lieferumfang enthalten.
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Die günstigste dürfte für Wii-Besitzer die Anschaffung von »Wii Weights« sein. Bei denen handelt es sich schlicht um klassische Gewichtsbänder, zum Anlegen an Arme und Beine. Nur eben in Weiß mit offiziellem Nintendo-Logo und entsprechendem Preisaufschlag (man möchte ja kaum glauben, was heutzutage im Digitalzeitalter der Druck von schwarzer Schrift auf weißem Grund kostet).

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Panasonics »Bucking Bronco« ist das Trainingsgerät mit dem Erröteffekt. Rodeosimulation? Ja nee … iss klaa!
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Gut hält sich in Beziehung Leibesertüchtigung auch die Playstation. Denn die diversen »EyeToy: Plays« und insbesondere »EyeToy: Kinetics« und »Eyetoy: Play Sports« bringen das Blut ordentlich in Wallung. Selbst wenn letztlich dicke Muskeln nur aus dem Möbelrücken und Lampenschleppen resultieren mögen, die zum Schaffen der richtigen Spielumgebung und Ausleuchtung notwendig sind. Microsoft hängt sich an den Erfolg der Konkurrenz mit der » Xbox Live Vision Camera«. Die Xbox-360-Variante für all diejenigen, die aus religiösen Gründen keine Sony-Produkte erwerben wollen.

Völlig unabhängig von Lichtverhältnissen funktioniert dagegen das von Atari seit 2004 vertriebene (aber wenig verbreitete) » Gametrak«-System für die PS2. Hier verbinden zwei dünne Drähte den eigentlichen Controller mit Handschuhen und übertragen die Spielerbewegungen per USB in das Beat'em up »Darkwind« oder das Golfspiel »Real World Golf 2007« (bei der eigenartigen Kabellage sehe ich vor meinem inneren Auge zwar eher eine explizite Umsetzung von »Hitman«, traue es mich aber kaum zu sagen, da ich gleichzeitig in meinem inneren Ohr die USK aufheulen höre).

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Das X600 bietet ein Kit für die PSP. Damit's beim Radeln nicht so langweilig wird.
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Für diejenigen, die nicht bereits dank langjährigem Konsum klassischer Videospiele ihrer motorischen Fähigkeiten völlig verlustig gegangen sind, böte sich ferner » Dance Dance Revolution« samt Tanzmatte oder zumindest ein entsprechender Titel der dazugehörigen Klonarmee an. Das Konzept, wie bestusst auf der Stelle herumzuhüpfen und zu trampeln, mag zwar jedem unterschiedlich attraktiv erscheinen. Die Möglichkeit, solch vertikale Epilepsieanfälle wenigstens vor eigener Musikkulisse zu bekommen, klingt dagegen reizvoll. Das verspricht nämlich » Dance Factory«. Hier finden eigene CDs als Tanzvorlage Verwendung. Wobei leider die Umsetzung der Lala in verwendbare Rhythmen nicht in jedem Fall reibungslos funktioniert. Es gilt die Faustregel: Je »umpf, umpf«-iger, desto besser.

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Für den einen ist es Fitness, für den anderen der längste Fußfetisch der Welt.
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Darüber hinaus existiert einiges an Strampelzeug, das den Bereich der reinen Spielerei nicht nur preislich verlässt. Da gäbe es etwa das » X-Bike«, einen klassischen Hometrainer, der allerdings mit einem »Sony PSP Kit« daherkommt. So klemmt man sich die PSP an die Fahrradgabel und schwitzt fröhlich über »Ridge Racer«.

Diverse Ergometer gehen weiter und lassen sich als überdimensionierte Controller an den PC oder die PS2 anschließen. Während über Knöpfe am Lenker (in manchen Fällen sogar die beweglichen Lenker selbst) Aktionen wie Steuern oder Schalten ausgelöst werden, regelt die Messung der Pedalumdrehung die Beschleunigung. Beispiele sind der bereits 2003 erschienene » Reebok Cyberrider«, der » Neoracer«, das » CatEye GameBike« oder das Umrüstset für herkömmliche Heimtrainer » Bike2Game«.

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FPS per Laufmatte. So weit, so gut. Nur wer besorgt Hammer und Heringe für Camper?
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In der Theorie sollte das Prinzip mit allen nur erdenklichen Titeln funktionieren. Praxis nennen wir dann das, wo wir auf herstellerseitige Kompatibilitätslisten zurückgreifen müssen. Technisch Versierte können sich derartige Fitnessorgeln aber auch gleich selbst bauen. Wer dagegen seine Kinder für den Ironman trainieren möchte, ohne sie in die gefährliche Außenwelt zu entlassen, dem sei das Minimodell » Smart Cycle« von Fisher Price ans Herz gelegt.

Selbst für First-Person-Shooter-Fans gibt es noch Hoffnung, nämlich den » Gamerunner«. Dieses Laufband steckt ihr an den USB-Port eures PC, ladet einen Shooter eurer Wahl und legt los: Wenn ihr nach vorne trampelt, tut es euer Alterego gleich. Nur … so schön sich der direkte Adrenalinabbau anfühlen mag, so lästig schleppt sich das 35 Kilo Ungetüm zur nächsten LAN-Party.

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Die Xbox 360 zieht nach: Dank LIVE Vision Camera erwarten uns auch von Microsoft Zappelspiele.
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Die Effizienz aller genannten Methoden könnt ihr übrigens mit dem Biotrainer überprüfen. Einem praktischen kleinen Gadget, das eure Kalorienverbrennung misst. Dabei dürftet ihr herausfinden, dass der Glaube an Gewichtsreduzierung durch Spiele bisweilen bizarre Züge annimmt. Beispielsweise empfiehlt Frau Cynthia Sass, Sprecherin der »American Dietetic Association«, zu spielen, statt zu essen: »When you start to visualize your craving you've already lost half the battle. A video game occupies your eyes, your hands and your mind«.

Spiele als körperliche Inaktivität, die uns vom Essen ablenkt? Guter Plan. Deswegen sind wir Computerspieler auch seit Jahrzehnten für unsere Traumfiguren bekannt …