Der australische Stadtrat Jieh-Yung Lo - selbst ein Gamer - ist von dem Titel des Spieles Whore of the Orient nicht sonderlich begeistert. Als Problem sieht er aber nicht direkt das Wort "Whore" (Hure) an, sondern "Orient".

Das O-Wort komme laut Lo dem N-Wort für Afro-Amerikaner gleich. Es stehe nämlich für die kolonialistische Rassen-Konzeption des 19. Jahrhunderts, was eine sehr schmerzliche Zeit für China gewesen wäre und damit gerade älteren Leuten nahegehen könnte.

Orient ist der Spitzname des alten Shanghai und kann tatsächlich als diskriminierend angesehen werden. Angesiedelt ist das Spiel allerdings nicht in der Gegenwart, sondern in der damaligen Zeit, so dass man hier zumindest von einem historischen Hintergrund ausgehen kann.

Für bedenklich hält Jieh-Yung Lo aber auch die Förderung durch Screen New South Wales, womit die ehemaligen L.A-Noire-Entwickler 200.000 australische Dollar erhielten. Solche Einrichtungen sollten ihm zufolge eher jene Projekte unterstützen, die das Verhältnis zwischen Australien und China stärken. Man müsse mehr Vertrauen und kulturelles Verständnis fördern, statt Negatives und Trennung.

Nun verlangt er von dem Entwickler, den Namen von Whore of the Orient zu ändern und bis dahin die Entwicklung zu stoppen. Dabei droht er sogar mit einer Beschwerde bei der australischen Menschenrechtskommission.

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