Kaum verabschiedet sich Günther Jauch mit seiner beliebten Quizsendung in den wohlverdienten Sommerurlaub, versorgt uns Eidos auch schon mit einem neuen "Wer wird Millionär" Spiel. Im Gegensatz zu vorherigen Titeln setzt man dabei allerdings auf die bewährte Buzz Hardware, mit der ihr das Spiel intuitiv bedienen könnt. Inwieweit euch das Spiel über die Sommerpause hinweg hilft und ob die Buzztechnik eine Bereicherung darstellt, klären wir im Test.

Wer die bekannte Quizshow schon mal im TV erlebt hat, erkennt sofort alles wieder. Auch das bewährte Konzept wurde natürlich nicht verändert. Die gesamte Show ist in Spielrunden eingeteilt, in denen sich der Kandidat auf einer Gewinnsummenleiter nach oben kämpft. Zu jeder Frage werden vier Antworten vorgegeben, aus denen die richtige auszuwählen ist. Drei verschiedene Joker helfen bei Ratlosigkeit. Einziger Unterschied zum "echten" Vorbild: Ihr müsst euch nicht zunächst gegen bis zu neun andere Kandidaten durchsetzen, sondern landet sofort auf dem heißen Stuhl.

Joker
Charakteristisch für "Wer wird Millionär" sind die drei unterschiedlichen Joker, die ihr auch im Spiel wieder findet. Während 50:50 und Publikumsjoker sinnvoll umgesetzt und wirklich hilfreich sind, gerät der Telefonjoker zur Farce. Sobald ihr euch entschieden habt, einen Freund oder Bekannten um Rat zu bitten, hört ihr ein Telefonfreizeichen, worauf sich eine relativ schlecht synchronisierte Person zu Wort meldet.

Anders als bei der Show steht der Kandidat am Pult und interagiert nicht mit dem Showmaster.

Nach einer kurzen Pause verkündet sie dann den Antwortbuchstaben und gibt noch einen kurzen Hinweis darüber, wie sicher sie sich ist. Leider kann die Antwort selbst dann falsch sein, wenn der Telefonjoker behauptet, dass dies sein Spezialgebiet sei und er sich tausendprozentig sicher ist. Aus diesem Grund könnt ihr auch genauso gut euren Hund oder eure Katze befragen, die euch vermutlich sogar weniger verunsichert als die mäßig kompetenten Damen und Herren am virtuellen Telefon.

Umfangreicher Fragepool
So kämpft ihr euch also Runde für Runde durch die Fragen, die euch der Showmaster stellt. Der rund 4000 Fragen umfassende Pool ist eines der Highlights des Spiels - trotz einiger Schwächen macht es dennoch Spaß, die Fragen zu beantworten und eine möglichst hohe Gewinnsumme zu erzielen.

Wer mag, spielt im höchsten Schwierigkeitsgrad und verzichtet dabei auf sämtliche Joker. Während der mittlere Schwierigkeitsgrad dem normalen Spiel mit allen drei Jokern entspricht, verfügt ihm im leichtesten Spielmodus zusätzlich über drei "Leben", die euch vor einem frühzeitigen Aus schützen.

Als symbolische Trophäe wird euch ein virtueller Scheck überreicht.

Spots an!?
Aus technischer Sicht bleibt das gesamte Spiel sehr blass und hinkt anderen Buzz-Titeln weit hinterher. Bei der einführenden Kamerafahrt durch das virtuelle Quizstudio hat man das Gefühl, dass die Aufzeichnung noch gar nicht begonnen hat.

Sämtliche Spotlights fehlen, die Videowand wirkt wie ausgeschaltet und die Zuschauer erkennt man nur schemenhaft bei genauem Hinsehen. Hinzu kommt, dass der Showmaster euch zwar mit permanenten und sich ständig wiederholenden Sprüchen auf die Nerven geht, optisch allerdings durch Abwesenheit glänzt.

Wortkarge Labertaschen
Vor der Show wählt ihr ähnlich wie bei Buzz einen von zahlreichen Charakteren aus, der euch dann im virtuellen Studio repräsentiert.

Die Antwort ist falsch und Mike rauft sich die Haare.

Leider wurde jeder dieser Kandidaten nur mit einem sehr eingeschränkten Wortschatz bedacht. So schmettern auch die Kandidaten nach jeder Runde die gleichen Sprüche, und reihen sich damit perfekt in das Gebrabbel des Showmasters ein. Wer nicht über Nerven aus Schwermetall verfügt, neigt schnell dazu den Ton abzuschalten oder die Sprüche permanent per Buzz Taste zu überspringen und unmittelbar zur nächsten Frage überzugehen.

Simple Mehrspielermodi
Abgerundet wird das Spiel durch recht einfach gestrickte Mehrspielermodi. Hier treten bis zu vier Spieler gegeneinander an. Je nach Spielmodus verzichtet ihr dabei sogar gänzlich auf Joker und habt teilweise kaum Zeit, gut überlegte Antworten zu geben - wer sich gegen seine bis zu drei Kontrahenten durchsetzen will, der muss recht flott auf die Antworttasten hämmern. Das "Wer wird Millionär" Flair bleibt allerdings bei einigen dieser Spielmodi komplett auf der Strecke.