Wenn Spielen zur Sucht wird... – Interview

Ursachen, Entzugserscheinungen, Therapie: Wir sprachen mit einem Experten.

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von Timo Steinhaus, 04. Mai 2008 13:00 Uhr

Spielen kann süchtig machen. Aber gibt es auch Entzugserscheinungen wie bei einer Alkoholsucht? Und wie genau sieht eigentlich eine Therapie aus? Wir wollten es genau wissen und haben bei Dr. Rainer Petersen nachgefragt, der in den Fackliniken Nordfriesland als leitender Therapeut arbeitet und unter anderem auch Personen behandelt, die vom Spielen nicht mehr die Finger lassen können.

Nach unserem Special und dem Fragebogen, mit dem ihr selbst testen könnt, wie gefährdet ihr seid, bildet unser Experteninterview den Abschluss der Reihe Onlinesucht.

Spielesucht - wie erkennen?

gamona: Woran erkennt man Spielesucht?

Dr. Rainer Petersen: Im deutschen Sprachraum liegen bislang noch keine ausreichend wissenschaftlich fundierten Daten zur Epidemiologie, Ätiologie, Diagnostik und Therapie der Online-Spielsucht vor. Somit hat die Störung noch keine Berücksichtigung in den üblichen Klassifikationssystemen (bspw. ICD 10 oder DSM IV) gefunden. Eine häufige genutzte Faustregel bezieht sich auf die Stundenanzahl vor dem PC. Ein häufig genutzter Anhaltswert liegt bei etwa 40 Stunden in der Woche.

Screenshot zu: Ursachen, Entzugserscheinungen, Therapie: Wir sprachen mit einem Experten.Diplom-Psychologe Dr. Rainer Petersen stand uns Rede und Antwort.

Die Praxis und die Beobachtung individueller Falldarstellungen von Betroffenen zeigen, dass sich die Kriterien für die stoffgebunde Abhängigkeit oder das pathologische Glücksspiel auch auf das exzessive Computerspielen
anwenden lassen. Hier sind zu nennen:

  • Entzugserscheinungen bei verhinderter Computerspielnutzung (Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen)
  • Zunehmende Häufigkeit, Intensität oder Dauer des Spielens
  • Zunehmende Vernachlässigung anderer Interessen
  • Anhaltendes Computerspielen trotz schädlicher Folgen (Übermüdung, Leistungsabfall in der Schule oder der Arbeit, Vernachlässigung der Ernährung).

Kommentare 4
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Genesis15.05.2008 12:26
Ich möchte mich auch für die Artikelreihe bedanken. Ihr, bzw du sprichst damit ein Tabuthema an, das schon viel zu lange in Ecken verdrängt wird, wo es die Gefahr nur verstärkt. Das Thema muss wesentlich offener behandelt werden, und hier sind Spielehersteller, Communities, und Gilden in gleichem Maße gefragt und gefordert. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit dem Thema ist schon lange überfällig, und es freut mich das Gamona das Ganze zum Thema macht!
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NecthalNecthal06.05.2008 18:30
Sehr gelunge Reportagen waren das, hat mir viel Spaß gemacht alles zu lesen.
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Jacksonj04.05.2008 20:46
Seas, find das echt toll und nett
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GarryGarry04.05.2008 20:06
Das muss ich mal sagen dürfen: das ist großartige Arbeit. Danke an unseren Timo dafür.
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