Wege aus der Sucht und Rückfallgefahren
gamona: Erleben Sie häufig Rückfälle?
Petersen: Selbstverständlich ergeben sch immer wieder Rückfälle. Auch hier fehlen langfristige Untersuchungen, im klinischen Alltag sind sie jedoch nicht seltener als beim pathologischen Glücksspiel.
gamona: Wie auch bei den so genannten Killerspielen werden von Eltern und Politikern schnell die Spiele selbst für das Verhalten des Menschen verantwortlich gemacht. Schließen sie sich dieser Meinung an?
Erst in der Hand des Menschen werden Waffen zu gefährlichen Instrumenten.Petersen: Eine Pistole alleine kann nicht töten, die ungerauchte Zigarette selbst verursacht keinen Krebs, ein Casino schafft keine abhängigen Spieler. Gerade im Umgang mit Spielen, die zu unseren Alltag gehören und die für vielen Menschen einen unterhaltenden Charakter haben dürfen und sollen ist es wichtig, differenziert zu betrachten, wie damit umgegangen wird und welche Funktionen sich mit einem möglicherweise sich problematisch entwickelnde Spiel verbinden.
gamona: Was können Sie Menschen empfehlen, die nicht mehr vom PC loskommen?
Petersen: Wenn Betroffene selbst eine Einsicht haben entwickeln können, sollten sie auf jeden Fall Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe oder Suchtberatungsstelle aufnehmen. Wenn dies allein zu einer positiven Veränderung führt, dann ist dieser Kontakt oft schon ausreichend hilfreich.
Für einen Teil der Spieler ist jedoch anzunehmen, dass sich über den missbräuchlichen Gebrauch hinaus eine Abhängigkeit entwickelt, die analog wie beim pathologischen Glücksspiel und anderen substanzgebundenen Süchten nicht ohne professionelle Unterstützung (Therapie) in den Griff zu bekommen ist.
Hier ist oft auch ein räumlicher und zeitlicher Abstand sinnvoll und notwendig, um die Funktionalität des Spielverhaltens und alternative Bewältigungsstrategien zu erarbeiten. Fachkliniken wie die unsrige bieten hier ihre Erfahrungen an.






















