Was ist die schönste Nebensache der Welt? Sex, sagen die einen. Musik, sagen die anderen. Die Antworten sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Aber egal, ob Fußball, Kochen oder Lesen: Irgendein Hobby hat jeder.

Gerade in der von Stress und Leistungsdruck geprägten heutigen Zeit ist Entspannung wichtiger denn je. Auch PC- und Videospiele stellen eine beliebte Methode zum Abschalten dar. Kompliziert wird es allerdings, wenn dabei die bessere Hälfte gleich mit abgestellt wird...

Nur noch fünf Minuten, Schatz...

Es hätte so schön werden können: Die Kerzen waren angezündet, der Tisch gedeckt und das Essen, für das Leonie (sämtliche Namen wurden von der Redaktion geändert) zwei Stunden lang in der Küche gestanden hatte, duftete einfach herrlich. „Perfekt“, dachte sie und ging ins Wohnzimmer, um ihrem Freund Christian Bescheid zu sagen. Der saß mal wieder, seitdem er von der Arbeit gekommen war, vor dem PC und spielte war Guild Wars. „Ich bin gerade mit meiner Gilde im Riss, komme gleich“, sagte er, ohne sie dabei anzusehen.

Spielesucht - Die leidtragenden Spielerfreundinnen: Was tun, wenn der Freund nur noch zockt?

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"Nur noch fünf Minuten..." Von der eigenen Spielesucht ist oft auch die Freundin betroffen.
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Leonie verdrehte die Augen. „Riss – was für ein Blödsinn“, dachte sie und wies ihren Freund darauf hin, dass er bereits seit einer Stunde wusste, wann das Essen auf dem Tisch stehen würde. „Nerv mich nicht, ich muss hier noch Obsidianscherben sammeln und die Quests abschließen, sonst bekomm ich nie meine Rüstung“, dachte Christian, sagte aber „Nur noch fünf Minuten, Schatz“.

Nach fünfzehn Minuten war das Essen lauwarm, Leonie selbst dagegen auf 180. Christian machte keine Anstalten, endlich den PC abzuschalten und zu ihr in die Küche zu kommen. Stattdessen hörte sie, wie er im Wohnzimmer aufgeregt mit seiner Gilde sprach. Würde er ihr nur halb so viel Aufmerksamkeit schenken wie den Leuten, mit denen er dieses ätzende Spiel zockte – ihr würde bereits das Herz aufgehen. Doch im Moment war sie nur eins: wütend. Sie stürmte ins Wohnzimmer.

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"Ich komme gleich!" So mancher hat beim Zocken schon das Essen vergessen.
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„Sag mal, vergisst du beim Spielen eigentlich völlig, dass irgendwann der Zeitpunkt gekommen ist, den PC aus- und die reale Welt wieder anzuschalten? Ich habe zwei Stunden für dich gekocht und du hast nichts Besseres zu tun, als die ganze Zeit in diesem komischen Riss rumzurennen. Mir reißt auch gleich was – und zwar der Geduldsfaden. Du bist echt süchtig, weißt du das? Bei dir muss man schon den Stecker ziehen, damit du endlich mal ein Ende findest.“

“Mach mal halblang“, blaffte Christian sie an. Er ärgerte sich, dass seine Gilde wieder einmal den Streit über Teamspeak mithören konnte und Leonie einfach nicht kapierte, dass sie ihm nicht dazwischenfunken sollte. „Man kann hier nicht einfach die Pausetaste drücken. Ich komme gleich und wenn du hier Opern quatschst, dauert’s nur noch länger.“ Leonie reichte es. „Weißt du was, du kannst dein Essen allein essen, es ist eh alles kalt geworden. Spiel doch die ganze Nacht und heirate deine blöde Kriegerin. Das war jedenfalls das letzte Mal, dass ich für dich gekocht habe.“ Mit Tränen in den Augen knallte sie die Tür hinter sich zu.

Von zockenden Jungs und verschwendeter Zeit

Leonie und Christian sind bei weitem nicht das einzige Paar, bei dem es Stress gibt, weil der Freund zu lange vor dem PC sitzt. Auch wenn Videospiele in Zeiten von SingStar oder Wii längst keine reine Männerdomäne mehr darstellen, zeigen Umfragen, dass zumindest in den enorm umfangreichen Onlinerollenspielen überwiegend männliche Personen die Welt retten wollen – zum Leidwesen ihrer besseren Hälften.

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Verschwendete Zeit? Mitnichten. Aber beim Zocken ist Vorsicht geboten.
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Dabei ist gegen das Zocken an sich zunächst überhaupt nichts einzuwenden. Natürlich wird es immer Eltern oder Kulturkritiker geben, die mit erhobenem Zeigefinger von „verschwendeter Zeit“ sprechen und einem erklären, man solle doch lieber „ein gutes Buch“ lesen statt zu daddeln. Aber wer gibt diesen Menschen das Recht, anderen Leuten vorzuschreiben, was „sinnvoll“ verbrachte Zeit ist und was nicht? Sind Computerspiele etwa per se als zweitklassiges Kulturgut zu bezeichnen, nur weil sie unheimlichen Spaß machen?

Problematisch wird es allerdings zweifellos, wenn das Spiel zum virtuellen Hamsterrad mutiert und der einst liebe und aufopfernde Freund den Computer nur noch für den Gang zur Toilette verlässt. Doch was tun als Frau, wenn man selbst von der ganzen Zockerthematik so viel Ahnung hat, wie der Freund von „Sex and the City“? Zunächst einmal das Wichtigste: Es ist noch nicht Hopfen und Malz verloren.

„Meine Freundin hat die Arschkarte gezogen“

Wenn die Freundin bis jetzt glaubte, mit diesem Problem allein zu sein: Irrtum. Man braucht nur einmal in den einschlägigen Communities wie etwa studiVZ vorbeizuschauen. Dort lässt sich in diversen Gruppen wunderbar nachlesen, was Frauen von der Daddelei ihres Partners denken. Egal, ob der Name nun „Mein Freund zockt World of WarCraft, bla, bla, bla“, „Die leidtragenden Freundinnen der Guild Wars Spieler“ oder einfach „Mein Freund ist X-Box 360 süchtig“ lautet: Frei nach dem Motto „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ machen die Mädels ihrem Ärger Luft und erzählen mitunter haarsträubende Geschichten.

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Einsam und verlassen: Der Freund hat wegen Guild Wars die Hochzeit anbgesagt.
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Da wollte ein Freund, dass die Hochzeit abgeblasen wird, weil sich herausstellte, dass an diesem Tag ein neuer Teil von Guild Wars herauskommt. Seine Freundin berichtet: „Das Problem war für ihn ‚Oh nein wir heiraten ja an diesem Datum und ich kann nicht spielen! Lass uns die kirchliche Hochzeit verschieben!’ Ich dachte mir so ‚Hallo, was soll das?’“

Eine andere wollte einer Freundin helfen, deren Freund World of WarCraft zockt. Sie lud beide zum Essen ein - mit dem Ergebnis, dass ihr eigener Freund den Partner ihrer Freundin mit Guild Wars ansteckte und nun beide Männer ständig zusammen spielten und unter dem Strich noch öfter als ohnehin schon vor dem PC saßen. „Ja, jetzt hat meine Freundin voll die Arschkarte gezogen und ich bin Schuld...“

Sex statt World of WarCraft

So unglaublich diese Geschichten sein mögen, so wichtig ist es, mit anderen betroffenen Personen darüber zu reden. „Sich mit anderen auszutauschen, nachfragen, was haben andere Angehörige bereits probiert, was hat funktioniert, was nicht, bringt oft neue Sichtweisen“, erzählt die Psychologin Kerstin Klambauer, die für www.mediensucht.at arbeitet und bereits vielen Internetsüchtigen weitergeholfen hat.

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"Sex statt WoW - das kann kein Mann ausschlagen!"
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„Schon das Gefühl, nicht allein mit seinen Sorgen und Problemen zu sein, hilft. Auch das Reden mit Freunden und Familien kann hilfreich sein. Man sollte dem Partner ruhig die Sorgen und Ängste mitteilen und gemeinsam nach Lösungen suchen, wenn er dazu bereit ist“, so Klambauer weiter. Doch wie bekommt man die bessere Hälfte überhaupt vom Computer weg?

Auch über dieses Thema wird in den Gruppen diskutiert. „Sex statt World of WarCraft, das kann kein Mann ausschlagen“, heißt es da. Oder einfach gleich: „Stecker ziehen, ohne Rücksicht auf Verluste“. Zumindest Letzteres sei aber nicht empfehlenswert, warnt Bernd Dillinger, Mitarbeiter beim Institut für Onlinesucht in Österreich, das unter www.onlinesucht.at zu erreichen ist.

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Da werden Sie geholfen: onlinesucht.at.
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„Im Laufe einer Suchtentwicklung wird die virtuelle Welt zum zentralen Erlebnis- und Rückzugsraum, aus dem die Betroffenen ihre positiven Gefühle holen. Zieht man den Stecker, stellt dies ein gewaltsames Eindringen in die von den Betroffenen positiv besetzte Lebenswelt dar, welche wiederum oftmals eine Verteidigungshaltung der Betroffenen auf den Plan ruft und zu Aggressionen führen kann“, so der Experte.

Auch Klambauer ist der Meinung, dass Unverständnis und Vorwürfe eher kontraproduktiv wirken. „Bedenkt man, was Angehörige von Onlinesüchtigen durchmachen müssen, werden Vorwürfe zwar nachvollziehbar, sie bewirken allerdings eher das Gegenteil. Der Betroffene wird flüchten, indem er sich noch mehr in die Welten des Spiels zurückzieht.“

Der Weg zurück ins Real Life

Was ist also die richtige Strategie? „Man sollte immer die eigene Ansicht und die eigenen Gefühle thematisieren“, empfiehlt Dillinger. „Statt über das Spiel und seine negativen Facetten zu streiten, sollte angesprochen werden, was das Spielen beim Umfeld auslöst. Nicht das ‚blöde Spiel’ ist der Grund, dass es mir nicht gut geht, sondern die Konsequenzen, die sich aus dem exzessiven Spielgebrauch meines Partners ergeben.“

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Verständnis ist der erste Weg zur Besserung - z.B. mal gemeinsam daddeln.
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Der Experte erklärt dies folgendermaßen: „Wenn der Freund sechs mal in der Woche sechs Stunden spielt, hat dies zur Konsequenz, dass er weniger Zeit für die Freundin und für gemeinsame Unternehmungen hat. Dadurch fehlen aber in der Partnerschaft wichtige Elemente. Dies wiederum belastet die Freundin. Genau dieser Aspekt sollte auch angesprochen werden. Das Spiel an sich und besonders eine negative Bewertung des Spiels sollten dabei allerdings weitestgehend außen vor gelassen werden. Der Spielende selbst schätzt die Situation anders ein und dies kann man ihm bewusst machen, indem man die Konsequenzen seiner Daddelei anspricht, um in weiterer Folge einen Umdenkprozess zu initiieren.“

Und auch wenn es zunächst paradox klingt: Wem es schwer fällt, einen wertefreien Zugang zum Spiel zu bekommen, sollte durchaus einmal darüber nachdenken, sich selbst über das Ganze zu informieren. „Nicht jeder wird so weit gehen und selbst mit dem Spielen anfangen, wenn der Partner ein süchtiges Verhalten an den Tag legt. Das Informieren im Internet über die Onlinewelt, das Suchen einer wertfreien Kommunikation mit dem Partner über das Spiel bis hin zum probeweise Anzocken sind allerdings gute Möglichkeiten, um Verständnis für die Materie zu bekommen und in weiterer Folge wieder Zugang zum Partner zu finden“, erklärt Dillinger.

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"Das Wissen über das Spiel hilft, sich in den anderen hinein zu versetzen."
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Auch Alexander Pfeiffer, Gründer von www.Onlinesucht.at, empfiehlt, sich ruhig mitzufreuen und mitzulachen statt zu meckern, wenn der Partner mal eine Geschichte aus der virtuellen Welt erzählt: „Wir raten das auch immer wieder den Familien: Bringt das Spiel als positives Thema an den Abendesstisch, dann ist schon die halbe Miete gemacht, um wieder ein vernünftiges Miteinander zu haben.“

Das Wissen über das Spiel hilft außerdem dabei, sich besser in den Freund hineinversetzen zu können – man weiß, was er gerade macht und dass eine Instanz durchaus mehrere Stunden dauern kann. Da die betroffene Person nicht von heute auf morgen aufhören wird zu spielen, kann dies zumindest dabei helfen, gemeinsame Aktivitäten zu planen und dem Freund eine reizvolle Alternative anzubieten, die sich optimalerweise an früheren Interessen des Zockers orientieren sollte.

Nicht die eigenen Bedürfnisse vergessen

Doch Vorsicht: Sowohl Klambauer als auch Dillinger warnen davor, sich vor lauter Sorgen um den zockenden Freund selbst aufzugeben. „Vor allem Frauen tendieren häufig dazu, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse zu vergessen, wenn sie ihrem Partner ‚helfen’ wollen, und sehen sich als verantwortlich bzw. auserwählt dazu, den Freund aus den Fängen des Internets zu befreien. Es ändert allerdings nichts am exzessiven Nutzungsverhalten des Partners und führt längerfristig nur zu Gefühlen der Hilflosigkeit, Traurigkeit, Ärger oder sogar Verzweiflung“, warnt Klambauer.

Wer etwa nur dem Partner zuliebe spielt, um gemeinsam Zeit zu verbringen, sollte sich die Frage stellen, ob für ihn eine Beziehung, die hauptsächlich im Netz stattfindet, wirklich erfüllend ist. Bei aller Hilfe darf nicht vergessen werden, ob man eigene Interessen wirklich hinter die des Partners stellen will.

Und Dillinger ergänzt: „Die Partnerinnen von Betroffenen müssen auch auf sich selbst schauen. Sie dürfen sich, ihre Bedürfnisse und Gefühle nicht aus den Augen verlieren. Sollte es nicht mehr anders gehen, sollte man sich auch die Frage stellen, was für einen selbst am besten ist, bevor man selbst mit der Sucht des Liebsten zu Grunde geht. Dabei ist man natürlich in einer zwiespältigen Position, weil man seinen Freund nicht einfach so verlieren will.“

Keine Angst vor der Therapie

Sollten die eigenen Versuche trotz aller Bemühungen zu nichts führen, ist auch eine Paartherapie immer eine gute Entscheidung. „Bei einer Therapie haben beide Seiten die Möglichkeit, in einem neutralen Umfeld ihre Ansichten und Gefühle hinsichtlich der Spielethematik zum Ausdruck zu bringen. Oft stecken beide Partner in ihren Systemen fest und die Seiten sind klar verteilt, was einen produktiven Austausch verhindert“, so Dillinger.

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Gar kein Computer ist auch keine Lösung.
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Wichtig zu wissen ist auch, dass die Zocker keine Angst vor der Therapie zu haben brauchen. „Wir wissen, dass Onlinespiele viele unterschiedliche Stärken und Fähigkeiten der Spieler zum Vorschein bringen, wie organisatorische Talente, kommunikative und soziale Kompetenzen, schöpferisch-kreative Aspekte, Ausdauer oder auch die Begeisterungsfähigkeit. Warum diese Fähigkeiten nicht auch für Behandlung und Therapie nutzen?“, so Klambauer.

„Ziel ist keineswegs eine Abstinenz von Computer und Internet, das würde auch gar nicht den Gegebenheiten und Anforderungen unserer Zeit entsprechen. Ziele können sehr unterschiedlich sein, im Grunde geht es aber darum, dass die virtuelle Welt wieder der realen Welt mehr Platz macht und das Leben außerhalb des WWW mit allen Genüssen aber auch Widrigkeiten als etwas Spannendes, Lustvolles wiederentdeckt wird. Und darum, Möglichkeiten zur Bewältigung schwieriger Situationen für sich zu finden.“

Macht Spielen wirklich immer Spaß?

Was lernen wir Zocker nun aus all dem? Dass Computerspiele unverschämten Spaß machen und das Ausschalten schwierig sein kann, wissen wir schon. Es ist herrlich, wenn man als kleiner Student, der in einer Mini-Mietwohnung lebt und drittklassigen analogen Fernsehempfang hat, plötzlich in aufgemotzten Karren durch die Gegend fahren, im eigenen Pool baden und sowieso mal so richtig auf die Kacke hauen kann.

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Euer Krieger kommt auch eine Weile ganz gut alleine zurecht. Ehrlich.
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Doch irgendwann ist es nun mal soweit: Die Realität holt uns ein. Die Freundin nervt. Der Artikel muss geschrieben werden. Die Katze hat Hunger. Und mal ehrlich: Ist das wirklich so schlecht? Macht es uns nach nächtelangem Zocken wirklich noch Spaß, oder wollen wir nur in einem Anflug von bizarrem Ehrgeiz nach dem zwölften Versuch endlich ohne Rücksicht auf Verluste ins nächste Level? Oder endlich das Geld für die Prestigerüstung zusammenkriegen, obwohl die Aufgabe das Spielerlebnis nur künstlich in die Länge zieht und uns das ewige Hack’n Slay im Grunde schon zum Hals heraushängt?

Bisweilen erkennen Zocker von allein, dass es im Grunde egal ist, ob ihr Charakter nun die dicksten Eier hat und es beim Spielen darauf gar nicht ankommt. Selbst eine der Gründerinnen besagter studiVZ-Gruppen berichtete, dass ihrem Freund irgendwann von allein ein Licht aufging und er sich wieder Zeit für sie nahm. In jedem Spieler schlummert irgendwo diese Eingebung. Es ist nur nicht immer einfach, auch selbst darauf zu kommen. Ein Anfang wäre vielleicht, zur Abwechslung einmal pünktlich zu erscheinen, wenn die Freundin gekocht hat. Euer Krieger kommt auch eine Weile ganz gut allein zurecht. Ehrlich.