In den letzten Jahren gibt es immer mal wieder Filme, die an die Genre-Tradition der 1970er und 1980er Jahre anschließen. Ein perfektes Beispiel dafür ist Ti Wests „House of the Devil“, in eine ähnliche Richtung geht nun Ted Geoghegan mit „We Are Still Here“, der in den 1970er Jahren spielt.

We Are Still Here - Haus des Grauens - Trailer (deutsch)

Anne und Paul Sacchetti ziehen in ein Haus auf dem Land, nachdem ihr Sohn Bobby gestorben ist. Hier hoffen sie zur Ruhe zu kommen, doch die Stimmung in dem Haus ist merkwürdig. Der Keller ist zudem unnatürlich heiß – ein Grund hierfür lässt sich aber nicht finden. Anne glaubt, der Geist ihres Sohnes könnte bei ihnen sein, aber Paul hält das für Humbug.

We Are Still Here - Haus des Grauens - Diese Geister morden blutig

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Aus den ersten Blick ein schönes, ruhiges Haus.
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Allerdings wissen beide nicht um die Vergangenheit des Hauses – und auch nicht um die des Ortes. In dem Haus lauert Gefahr, ein unentrinnbarer Schrecken, der immer wieder zum Vorschein kommt und ein Opfer verlangt: Eine Familie muss sterben.

Packshot zu We Are Still Here - Haus des GrauensWe Are Still Here - Haus des Grauens

Atmosphärisch

Bei dem Titel und der Prämisse erwartet man eigentlich eines: einen anämischen Geisterfilm, der altbekanntes Terrain beackert, aber nur wenige eigene Ideen hat. Tatsächlich erwartet man auch bei Filmemacher Ted Geoghegan nicht besonders viel, hat der sich bisher doch hauptsächlich als Produzent und Autor halbgarer Wald-und-Wiesen-Horrorfilme hervorgetan. Aber hier zeigt er nun, dass er tatsächlich ein bisschen mehr drauf hat.

Er versteht es nicht nur, Stimmung zu erzeugen, sondern hat seine Figuren auch so weit im Griff, dass ein gewisses Maß an charakterlicher Entwicklung vorhanden ist. Das macht den Anfang ein bisschen langsamer, zahlt sich im Mittelteil und vor allem im Finale aber richtig aus.

Überraschend gut – und ziemlich blutig.Fazit lesen

Hommage

Inspiriert wurde Geoghegan von Lucio Fulcis „Das Haus an der Friedhofsmauer“. Das geht soweit, dass die Vornamen der Figuren gleich sind, ein paar Handlungselemente ähneln einander aber auch. „We Are Still Here“ ist jedoch konzentrierter. Auch, weil er mit 80 Minuten Spielzeit sehr viel schneller zum Punkt kommen muss und die Ereignisse sich schließlich überschlagen lässt.

Ab dem Moment der Seance legt der Film richtig los – und das auch auf recht grobe Art und Weise. Man merkt dem Streifen hier schon an, dass mit kleinem Budget produziert wurde. Der Vorteil sind handgemachte Effekte, der Nachteil, dass sie ein wenig krude gestaltet sind.

We Are Still Here - Haus des Grauens - Diese Geister morden blutig

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Die Geister in diesem Film sind weitaus gewalttätiger als üblich.
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Anders als bei Geisterfilmen üblich – damit deutlich unkonventioneller und sich vor Fulci verneigend – ist hier einiger Splatter geboten. Das sieht nicht immer hundertprozentig überzeugend aus, funktioniert aber. Ähnlich wie unlängst bei dem Werwolf-Film „Late Phases“, der auch aus dem Larry-Fessenden-Umfeld kam. Der umtriebige Produzent ist hier als Schauspieler dabei – mit seiner Optik passt er auch bestens in ein 1970er-Jahre-Sujet.

Besonders schön ist aber das Wiedersehen mit Barbara Crampton, die in den 1980er Jahren durch „Re-Animator“ und „From Beyond“ Genre-Fans bekannt wurde und vor ein paar Jahren im Home-Invasion-Thriller „You’re Next“ zu sehen gewesen ist. Unterstützt wird sie von Susan Gibney – einst Leah Brahms in „Star Trek: The Next Generation“ – und Monte Markham, der in „Baywatch“ Mitchs Boss spielte. Alles keine großen Namen, aber ordentliche Schauspieler.

Sehr schön ist auch der Score von Wojciech Golczewski, der sehr minimalistisch ist, aber ein klein wenig John-Carpenter-Flair besitzt.