Vorbei schienen die Zeiten, in denen sich Mehrspieler-Shooter mit simplen Deathmatch- und Flaggeneroberungs-Modi begnügten und allesamt mehr oder weniger dasselbe Gameplay in Grün bzw. Blutrot boten. Während sich der eine Genre-Vertreter mittlerweile auf taktische Teamplay-Action mit einer Vielzahl von Spielern konzentriert, setzen andere auf unkomplizierte Instant-Action, und wieder andere suchen sich mit anspruchsvollen Einzelspieler-Kampagnen ihre Zielgruppen-Nische.

»WarPath« in eine dieser Schubladen einzuordnen, fällt denkbar einfach: Die günstige Ballerei vernachlässigt gerne die Singles unter den Spielern und fokussiert stattdessen die reine, unkomplizierte Multiplayer-Action. Ob dies die richtige Entscheidung war, sagen wir euch im Review.

Hier fehlt doch etwas...
Im Hauptmenü des Spiels angekommen, sollte man zuallererst die Maussensibilität nach unten regulieren, denn diese wurde von Haus aus merkwürdigerweise viel zu stark eingestellt. Danach kann es aber auch schon losgehen…

Im Mittelpunkt der blutigen Gefechte steht der Konflikt der drei Parteien Ohm, Kovos sowie der menschlichen Koalition. Spielerisch gibt es keine Unterschiede zwischen den Dreien - lediglich die Optik hebt sie voneinander ab.

WarPath - Die Schlachtplatte ist angerichtet: kein Festmal, aber ideal für einen explosiven Snack.

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Ballern ohne Reue: Das ist WarPath!
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Schnell entlarvt »WarPath« sein offensichtliches Vorbild: »Unreal Tournament«, das im Übrigen vom selben Entwickler stammt. Statt aufeinander aufbauende Missionen zu absolvieren, bestreitet ihr einzelne Matches, die sich auf einer Art Strategiekarte anwählen lassen. Manche Partien werden auch automatisch "ausgelost". Die Spielmodi, die euch im Verlaufe der "Einzelspielerkampagne" begegnen, sind alles andere als zahlreich, geschweige denn neu. Neben dem normalen Team Deathmatch erwartet euch das allseits bekannte Capture the Flag sowie ein Domination-ähnlicher Modus, in dem ihr verschiedene Punkte auf der Map in euren Besitz bringen und halten müsst.

Das war es schon?
Vor jeder Runde heißt es erst einmal: zu den Waffen! Denn im Gegensatz zu manchem Konkurrenztitel werden die Schießeisen hier bereits zu Beginn fest gewählt und können während des Gefechts nicht mehr durch Einsammeln geändert werden. Zudem müsst ihr euch aus dem Waffenarsenal für zwei Schießprügel entscheiden und legt euch damit von Anfang an auf einen bestimmten Kampfstil fest - eine aus taktischer Perspektive durchaus interessante Gameplay-Entscheidung.

WarPath - Die Schlachtplatte ist angerichtet: kein Festmal, aber ideal für einen explosiven Snack.

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BOOM! Die Putzfrau darf antreten.
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Allerdings ist das Repertoire an Bleispritzen etwas mager ausgefallen: Mit gerade einmal sieben Waffen gewinnt WarPath gegen andere MP-fokussierte Shooter keinen Blumentopf. Mit dabei sind neben einem Raketenwerfer eine Minigun, eine Railgun sowie eine Art Granatwerfer und last but not least eine Plasmakanone. Eine Schrotflinte sowie eine Machete für den Nahkampf ergänzen den mageren Waffenschrank.

Des Weiteren kann WarPath mit drei Fahrzeugen aufwarten: Der Razorback ist ein bewaffneter Jeep für bis zu zwei Insassen, während die Hornet das Gleiche nur für einen Spieler bietet. Auch die Maverick ist ein Angriffsfahrzeug für einen Insassen, verfügt im Gegensatz zu seinen Brüdern jedoch über eine Schnellfeuer-Plasmakanone. Während wir uns zu Fuß ohne Probleme ins Gefecht stürzen können, fällt das Dirigieren der Vehikel per Maus wesentlich schwerer. Hier hilft nur viel Übung.

Die KI-Gegner hinterlassen derweilen einen gespaltenen Eindruck: Bisweilen agieren sie so clever, dass sie sogar alternative Routen einschlagen, um euch in den Rücken zu fallen. Andererseits bemerken sie oft nicht einmal, wenn ihr schon längst neben ihnen steht.

Mehr Spieler, mehr Spaß...
Wesentlich mehr Spaß als der Einzelspielermodus gegen Bots macht daher der Multiplayermodus über Netzwerk oder Internet. Zu den bereits bekannten Spielmodi gesellt sich der im SP-Modus fehlende Deathmatch-Modus hinzu. Die Gefechte liefen sowohl per LAN- als auch per Onlineverbindung ohne großes Murren oder die berühmt berüchtigten Bugs. Auch fanden sich bereits ausreichend viele Spieler zum Fraggen auf den Servern ein.

WarPath - Die Schlachtplatte ist angerichtet: kein Festmal, aber ideal für einen explosiven Snack.

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Hier blicken wir gerade durch das Visier der Javelin.
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Grafisch weiß WarPath zu überzeugen: Neben schicken Effekten, wie zum Beispiel dem Mündungsfeuer der Waffen oder explodierenden Vehikeln, kann vor allem das abwechslungsreiche Design der Level überzeugen. Allesamt sind sie in einem industriellen Setting gestaltet, wie man es z.B. aus »Unreal Tournament« oder »Pariah« - beide auch von Digital Extremes - kennt.

Etwas starr und ungelenk wirken allerdings die Animationen der Charaktere. Zudem fehlen echte physikalische Verrenkungen wie eben aus »Unreal Tournament 2004«. Akustisch können die deftigen Waffensounds überzeugen - die musikalischen Klänge stimmen ebenfalls. Eine Synchronisation der Spielerfiguren gibt es übrigens nicht.