Autor: Christopher Link

Wir besinnen uns nun und kehren in uns, danach setzen wir uns für einen Moment. Unser Körper befindet sich in einer entspannten Lage, die Augen sind dabei geschlossen. Vor uns liegt ein Nintendo Wii mitsamt dem Spiel »Wario Ware: Smooth Moves«.

Bei diesem Anblick fängt unser Puls wieder an zu rasen, und unsere Augen färben sich rot. Warum »Smooth Moves« solche Reaktionen in uns auslöst, erfahrt ihr im garantiert nicht lahmarschigen Review.

Verrückter als Marianne & Michael...
Stellt euch folgende Situation vor: Ein namentlich unkenntlich gemachter gamona-Redakteur legt eine unscheinbare Spiel-Disc in seinen edlen Wii und erwartet einen gemütlichen Zockerabend. Gesagt, getan! Disc rein, Channel auswählen, und ab geht es ins Menü von »Wario Ware: Smooth Moves«. Sieht ja alles ganz lustig aus hier, vor allem aber auch so schön bunt.

Wario Ware: Smooth Moves - Abgedreht und durchgeknallt: Diese Party haut die Löcher aus dem Käse!

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Alter, siehst du wahnsinnig aus: Wario in seinem Element.
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Natürlich wurde der erwähnte Redakteur nun neugierig, was sich hinter all diesen knallbunten Bildchen und Objekten verbirgt, und gelangt auf eine Art Stadtkarte mit aufleuchtenden Symbolen. »Ah, da grinst uns ja schon Wario an.« Den kennen wir schließlich am Besten und navigieren mit der Wiimote auf die alte Hackfresse.

Was folgt, ist mit keinem LSD-Trip - nein, gamona hat damit nichts am Hut -, keinem noch so exzessiven Saufgelage - einer geht noch, einer geht noch rein - und schon gar nicht mit einem Kuschelabend der schlechtesten »Deutschland sucht den Superstar«-Castingfreaks zu vergleichen. Von jetzt an wird es vor allem eins: Reichlich bescheuert!

Packshot zu Wario Ware: Smooth MovesWario Ware: Smooth MovesErschienen für Wii kaufen: Jetzt kaufen:

Jetzt geht's erst richtig los!
Denn uns erwartete ein Minispielmarathon voller bekloppter Ideen, gehirnamputierter Aufgaben und jeder Menge Hektik. Die besagte Stadtkarte ist voll mit Symbolen, die jeweils ein Thema für eine Ansammlung von Minispielen darstellen. Nach einem Intro, das euch die Location mitsamt Charakteren vorstellt, folgen auch schon ohne eine kleinste Vorwarnung einige Spielchen in relativ kurzer Zeit aufeinander. Daraus resultiert geballte Hektik, zumal oft nur geraten werden kann, wie einige dieser kuriosen Herausforderungen funktionieren.

Wario Ware: Smooth Moves - Abgedreht und durchgeknallt: Diese Party haut die Löcher aus dem Käse!

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Wer schon immer mal einen Besen jonglieren wollte, bekommt hier die Gelegenheit.
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Demnach prophezeien wir jetzt, dass jeder beim ersten Durchlauf dumm aus der Wäsche gucken wird. Das liegt zum einen an der extremen Kürze der Minispiele - die meisten dauern gerade einmal wenige Sekunden - und zum anderen auch an der unglaublichen Ausgeflipptheit des Spiels an sich, das aber stark geschmacksabhängig sein dürfte. Uns hat es jedenfalls gefallen.

Wir wissen ja nicht, was ihr so in eurer Freizeit macht, aber Nasenhaare ausreißen, fliegenbefallene Bananen schütteln, Besen jonglieren und Wegweiser bei Damen- und Herrentoiletten spielen gehört bestimmt nicht dazu. Auch die arme Omi von nebenan bekommt ihr Fett weg, beziehungsweise ihr Gebiss in den Mund gestopft. Warum uns das so gefällt? Weil es wegen der einfachen, aber innovativen Steuerung - gebunden an die Möglichkeiten der Wii - jede Menge Gaudi macht, mit dem »Formenstab« solche bescheuerten Aufgaben zu meistern.

Geile Stellungen: Das Kamasutra des Wario...
Interessant sind die erdachten »Stellungen« der Wiimote: Beim »Zeichenstift« haltet ihr die Fernbedienung auch wie einen normalen Stift, beim »Samurai« setzt ihr den Wiimote an eure linke Hüfte an und macht - wenn erforderlich - eine nach rechts oben gerichtete Bewegung mit der Hand - wie mit einem echten Katana eben. Daraus ergeben sich aberwitzige Posen und vor allem in der Gruppe ein Heidenspaß, der seinesgleichen sucht.

Wario Ware: Smooth Moves - Abgedreht und durchgeknallt: Diese Party haut die Löcher aus dem Käse!

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Klar ist die Grafik nicht wirklich aktuell, sie passt zum Spiel aber wie die Faust aufs Auge.
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In der Kürze liegt also doch die Würze, jedoch muss man bedenken, dass sich 200 Minispiele zwar nach einem ordentlichen Umfang anhört, alle jedoch meistens nur einige Sekunden dauern. Der Wiederspielwert ist zum Glück jedoch recht groß und bewahrt »Smooth Moves« davor, nach dem Durchzocken im Regal zu verstauben.

Auch als Partygame eignet sich Warios verfreakte Sammlung perfekt, jedoch muss der Mehrspielermodus zunächst freigespielt werden. Außerdem darf man in den Minigames nicht zusammen, nicht gegeneinander, sondern nur nacheinander antreten. Der Schadenfreude über nervöse Bewegungen der Mitspieler tut dies jedoch keinen Abbruch.

Oh, und bitte erwartet keine grafischen und akustischen Highlights. Das Meiste wird auf knallbunter, zweidimensionaler Comic-Sparflamme serviert, sieht aber dennoch richtig gut und vor allem knuffig aus. Die Musikuntermalung geht in Sachen Abgefahrenheit mit dem Niveau der Minispiele einher und untermalt die geforderte Spontanität des Ganzen einfach perfekt. Weiteres Highlight: der leicht bekloppte, aber durchaus amüsante deutsche Sprecher in den Tutorial-Videos.