Wenn Nintendo eines meisterhaft beherrscht, dann sicherlich den Ausbau seiner erfolgreichen Marken und Produkte kontinuierlich voranzutreiben. Einer der Kernmärkte vor der großen Casual Games-Welle, die mit der Wii Einzug hielt, waren sicherlich die Jump’n Runs mit virtuellen Legenden wie Mario und natürlich auch Wario.

Nachdem Mario in Super Mario Galaxy zuletzt schon einen sehr erfolgreichen Einsatz absolvierte, darf nun erneut sein Kollege in Wario Land: The Shake Dimension ein Hüpfabenteuer bestehen. Dass man nicht unbedingt auf eine 3D-Umgebung zurückgreifen muss, um ein unterhaltsames Spiel zu bieten, haben wir bei diversen Plattform-Sprüngen erlebt.

Natürlich wirkt Wario Land: The Shake Dimension mit seinen handgezeichneten 2D-Szenarien auf den ersten Blick ein wenig arg retro, doch in Kombination mit der intuitiven Steuerung der Wii entsteht trotzdem ein ziemlich frisches Spielerlebnis.

Wario Land: The Shake Dimension - Geschüttelt nicht gerannt: das neue Wario im Retro-Look

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Mit richtig viel Schmackes und Kopf durch die Eisenwand!
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Althergebracht ist allerdings die Begründung für das aktuelle Wario-Abenteuer: Eine hübsche Protagonistin wurde entführt und unser dicklicher Held zögert keinen Moment, dem Hilferuf Folge zu leisten. Allerdings nicht ganz ohne Hintergedanken, denn Wario ist geil auf die vielen Goldmünzen und einen magischen Geldsack, der sich niemals leert. Wer kann es ihm angesichts der derzeitigen Finanzkrise auch verdenken?

Shake ’n Run

Doch zurück zu Wario Land: The Shake Dimension, wo ihr fünf unterschiedliche Welten mit je vier Stages und noch einige Bonuslevels absolviert. Da jeder Plattformer, der etwas auf sich gibt, auch entsprechende Bosskämpfe bietet, setzt euch jedes Szenario schließlich einen Bossgegner vor die Nase, bevor ihr schließlich dem Endgegner gegenübertreten dürft.

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Mein Schatz!
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Mit diesen Rahmenbedingungen ausgestattet bewegt ihr Wario mit der Wiimote durch liebevoll gestaltete Levels, die es an Abwechslung nicht mangeln lassen und viele der altbekannten Trademarks enthalten: Ihr zwängt euch in Röhren, duckt euch in schmale Passagen, führt Stampfattacken aus oder pulverisiert Blöcke, indem ihr per Tempo-Attacke voll hinein brettert. Richtig spannend wird es jedoch erst durch den bewegungssensitiven Teil des Figuren-Handlings.

Objekte und Gegner können nicht nur aufgenommen oder beseitigt werden, dem Spieltitel entsprechend schüttelt ihr die Wii-Fernbedienung auch regelmäßig und holt damit etwa eine lebensspendende Knoblauchzehe aus einem Gegner hervor. Bei Geldsäcken dagegen sprudeln auf diese Weise die kostbaren Münzen.

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Bei diesen Passagen brilliert die Wii-Steuerung.
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Doch die Entwickler haben noch weitere (Schüttel-)Ideen integriert. So schwingt ihr euch wie ein Trapezkünstler mit Drehungen von einer Stange zur anderen, löst die Donnerwumme aus, mit der sich auch Säulen oder andere große Objekte bewegen lassen oder pfeffert einmal aufgenommene Gegner durch die Gegend, wobei ihr mit der Wiimote den Abschusswinkel bestimmt und gezielt sonst unerreichbare Stellen anvisiert.

Die Steuerung erweist sich dabei als sehr gut austariert und intuitiv, was sich beispielsweise beim Handling von Einradkesseln zeigt. Sehr feinfühlig und präzise steuert ihr die Vehikel über die Schienen und sammelt auf diese Weise weitere Münzen oder erreicht ferne Vorsprünge. Nur selten gibt es kleinere Probleme, wenn Wario beispielsweise unter Zeitdruck mit Kanonen (Bomb-O-Kete) durch die Luft geschossen wird und die Zieleinstellung etwas zu sensibel erscheint. Nicht hundertprozentig gelungen ist zudem die etwas hakelige Steuerung des U-Bootes (Wu-Boot), mit dem ihr in einigen Levels auf Münz- und Schatzjagd geht.

Alles auf Anfang

Schätze? Ja genau, jeweils drei sind in den gut zwei Dutzend Stages von The Shake Dimension versteckt. Allerdings müsst ihr die teilweise sehr gut versteckten Kostbarkeiten für eine erfolgreiche Leveldurchquerung nicht unbedingt finden, und auch ansonsten bergen sie keine spezielle Funktion und wirken daher ein wenig nutzlos. Ein wenig anders verhält es sich mit den Missionszielen, die ihr für jede Stage erhaltet. Wer alle vorgegebenen Ziele (z.B. nicht ins Wasser fallen, keinen Schaden abbekommen, bestimmte Anzahl von Münzen sammeln) erfüllt, schaltet Songs für die Jukebox frei. Zudem werden die Bestzeiten und erbeuteten Münzen als Highscores festgehalten.

Wario Land: The Shake Dimension - Geschüttelt nicht gerannt: das neue Wario im Retro-Look

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Wer kräftig schüttelt, erntet die wertvolle Ernte seiner Bemühungen.
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Nintendo hat sich bei der Gestaltung der Stages von einer Doppelstrategie leiten lassen. Zum einen enthalten alle Levels wie bei vielen Plattformern üblich schwer zugängliche und versteckte Gebiete. Wer alle Ziele perfekt lösen will, wird die Levels mehrfach spielen müssen. Das gilt schon allein deshalb, weil man für die Erbeutung einiger Goldmünzen nur einen Versuch hat. Scheitert man, muss man in aller Regel den ganzen Level neu starten, denn der einzige Speicherpunkt befindet sich vor dem Start des Rückwegs. Ihr habt richtig gelesen: Rückweg.

Jump'n Run im Retro-Stil: Genre-Fans sollten Wario definitiv zum Schütteln bringen!Fazit lesen

Am Ende einer jeden Stage rettet ihr einen so genannten Mürfel. Diesen müsst ihr innerhalb einer gesetzten Zeitfrist wieder zurück ins Dimensionstor bringen, aus dem ihr die Stage ursprünglich betreten habt. Dabei gilt es nicht nur den schnellsten Weg zu finden, sondern gleichzeitig auch eine Menge weiterer Münzen aufzusammeln und auch noch im Zeitlimit zu bleiben. Falls der Countdown vorher abläuft, verliert ihr alle Schätze und Münzen und müsst euch nochmal ins Zeug legen.

Insgesamt ist der Schwierigkeitsgrad jedoch sehr moderat ausgefallen, wer keinen Wert auf Perfektion legt, wird in The Shake Dimension schon nach etwa fünf Stunden den Endboss besiegt haben und seine Wiederspielmotivation wohl vor allem durch das Erreichen der fehlenden Missionsziele bzw. Schätze erhalten. Der magere Umfang ist daher auch einer der Hauptkritikpunkte, denn leider wird auch kein Koop- oder gar Multiplayerpart geboten, der ein wenig mehr Inhalt fürs Geld bieten würde.

Zudem ist unverständlich, warum es Nintendo nicht geschafft hat, einen vernünftigen 16:9-Modus anzubieten. Wer den Vorzug einer solchen Flimmerkiste genießen kann, muss hier leider störende Balken in Kauf nehmen und nimmt daher lieber den nur leicht gestreckten 4:3-Modus.