Sieben Jahre ist es tatsächlich schon her, seit wir das letzte Mal Dawn of War zocken durften. Ehrlich gesagt kam es mir viel länger vor - ich musste extra nachgucken, um mich zu vergewissern. Jetzt ist es aber endlich wieder soweit und wir tauchen in diese komplizierte Science-Fiction-Fantasy-Welt der Space Marines, Eldars und Orks ein. Und ja, gleich der Wermutstropfen: Chaos muss leider (vorerst?) draußen bleiben. Auf der E3 erhielt ich erste Einblicke in die Singleplayer-Kampagne des Strategiespiels. Ein Spiel, das laut Entwickler Relic zugänglicher sein soll, aber nicht "dumbed down".

Die Reise führt uns auf den Eis-Planeten Acheron, eine vollkommen neue Location, die es in den vorherigen DoW-Games nicht gegeben hat. Im Mittelpunkt steht dagegen ein altbekannter Held: Gabriel Angelos. Er will, wie auch seine Konkurrenten Maher und Gorgutz, eine mächtge Waffe auf diesem kalten Planeten erobern. Der Gewinner könnte sich in diesem ewig dauernden Konflikt einen entscheidenden Vorteil verschaffen. Angelos ist ein Elite-Held und gleichzeitig eine der Hauptfiguren der Einzelspielerkampagne. Vor jeder Mission wird man maximal drei dieser Elite-Figuren für seine Armee auswählen dürfen. Dabei besitzt jeder Held einzigartige schlagkräftige Attacken und dazu Rollen-Fertigkeiten, die das Wohl und Wehe der Truppen beeinflussen. Gabriel Angelos zum Beispiel kann große Distanzen binnen kürzester Zeit überwinden und mit dem Nahkampfangriff seines mächtigen Hammers gleich ein halbes Dutzend Feinde oder mehr ausschalten.

Warhammer 40k: Dawn of War 3 - E3 2016 Gameplay TrailerEin weiteres Video

EliteHelden sind der Schlüssel zum Sieg

Eine weitere Schlüsselfigur ist Lady Solaria, die die Relic-Entwickler in meiner E3-Demo als Verstärkung herbeibeordern. Der 14 Meter hohe Imperial Knight, der laut Entwickler eine der größten Einheiten in der DoW-Geschichte darstellt, ist eine imposante Gestalt, die das Schlachtfeld mit ihrer Größe aber auch Durschlagskraft dominiert und so auch auswegslos erscheinende Situationen umkehren kann. Sie ist mit zwei Gatling Guns und Raketenwerfern ausgestattet, mit denen sie gezielt Feindesgruppen unter Beschuss nimmt. Verstärkungen wie diese werden mithilfe von Drop Pods direkt an die Front geliefert, wenn man das möchte - alternativ geht das auch direkt in der eigenen Basis. Ja, ihr habt richtig gelesen: In Dawn of War 3 kehrt der Basenbau zurück! Laut Relic sei dies eines der von Fans am meisten nachgefragten Features für das Spiel gewesen und nicht zuletzt deshalb habe man es auch eingebaut. Was die normalen Einheiten betrifft bleibt aber vieles beim Alten - da ballern und prügeln Laser-Marines, Cybot-Mechs oder Banshees der Eldar an den Fronten munter mit. Übrigens werdet ihr nicht mit euch ringen müssen, welche Partei ihr im Einzelspielermodus auswählt: Die Klassen werden automatisch bestimmt.

Eine weitere wichtige Neuerung fällt bereits nach wenigen Momenten auf: Es sind verdammt viele Einheiten gleichzeitig auf dem Bildschirm zu sehen - und zwar in allen erdenklichen Größen. Zwar werden alle von Solaria deutlich überrag, aber wenn ich das einfach mal so mit Total War vergleichen darf, wo alle Einheiten doch irgendwie gleich groß sind, sind die Größenunterschiede hier deutlich sichtbar. Ein Grund für diese Art der Darstellung ist, dass man die Einheiten auf den ersten Blick auseinanderhalten können soll, damit man sich auf dem Schlachtfeld schneller orientieren und auf das Geschehen reagieren kann.

Warhammer 40k: Dawn of War 3 - Alles anders, alles wie früher?

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Dawn of War 3 wirkt wie ein reizvoller Mix seiner beiden Vorgänger.
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Besonders wichtig wird die Eroberung von Rohstoffpunkten sein, sagt Relic, denn diese seien die Grundlage für den Aufbau der Zentrale und das erlaubt schließlich, mehr Space Marines zu rekrutieren. Wie vielschichtig die Aufträge sind, lässt sich derzeit noch nicht einschätzen - die E3-Mission war sehr geradlinig aufgebaut und enthüllte nur wenige Details über den Koflikt.

Da die Schlachtfelder viel größer sein sollen als in der Vergangenheit, habe man sich ein neues Feature einfallen lassen, das diese Problematik leichter beherrschbar machen soll: schwere Verteidigungsstellungen. Die sind gerade deshalb so wichtig für die Gefechte, weil sie mit physischer Deckung und einem Energieschild vor Fernangriffen schützen. Allerdings sind sie nicht unzerstörbar. Das Gleiche gilt für Elites, die keineswegs unsterblich sind. Nach einer Cooldown-Time von mehreren Minuten stehen sie aber erneut zum Einsatz bereit. Allerdings muss man sich das auch leisten können, denn das Entsenden der Helden aufs Schlachtfeld kostet virtuelle Knete. Neu ist darüber hinaus, dass Orbitalattacken vom Spieler direkt gesteuert werden können. Man muss also keinen festen Punkt mehr angeben, sonden kann diesen "Finger of God" manuell auf Ziele lenken. Je mehr Schaden man dabei anrichtet, desto größer und stärker wird der vernichtende Strahl.

Warhammer 40k: Dawn of War 3 - Alles anders, alles wie früher?

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Mächtige Waffen und Zusatzfähigkeiten treffen auf jetzt wieder größere Schlachten.
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Übrigens müssen sich Fans der Echtzeitstrategieserie an einen etwas neuen Grafikstil gewöhnen. Das Ganze sieht etwas comichafter aus als früher, die Einheiten müssen mit weniger Details auskommen, was vermutlich den größeren Schlachtfeldern und größeren Armeen geschuldet ist. Auch der hohe Mikromanagement-Anteil für einzelne Figuren ist in diesem Punkt verloren gegangen, wenn die Demo nicht täuscht. Das Spiel soll dadurch aber vor allem flotter werden, sagt Relic auf Nachfrage.

Damit sei auch die Reaktionszeit der einzelnen Einheiten gemeint, die flotter auf Befehle des Spielers reagieren sollen. Es wird darüber hinaus vermutlich nicht jeden freuen, dass sich Dawn of War 3 wieder von den kleinen taktischen Gefechten des zweiten Teils abwendet und auf bombastische Massenschlachten setzt. Und wer partout nicht alleine zocken will, wird auch wieder auf einen Koop-Modus zurückgreifen können.