„Die Echtzeitstrategie steckt in einer Krise. Und das aus gutem Grund – schließlich hat sich seit einigen Jahren nicht mehr viel in unserem Genre getan. Innovationen sucht man meist vergebens, vielen Entwicklern fehlt scheinbar der Mut, wirklich Neues auszuprobieren.“ Man merkt Jonny Ebert, Lead Producer bei Relic Entertainment, die Enttäuschung förmlich an, wenn man ihn dieser Tage über sein Lieblingsthema reden hört.

Wohl auch, weil seine Firma in der Vergangenheit für ihren Mut nicht immer belohnt wurde: Das Zweite Weltkriegs-RTS „Company of Heroes“ sahnte zwar Lobpreisungen ab, enttäuschte aber in Punkto Verkaufszahlen. Beirren lassen sich Ebert und sein Team davon jedoch nicht: Noch immer will man das darbende Strategiegenre auf den rechten Weg führen – mit ihrem neuesten Titel dürfte das engagierte Vorhaben endlich gelingen.

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Klein, aber fein

Wobei: So richtig neu ist die Marke „Dawn of War“ ja eigentlich nicht. Das grandiose Echtzeitstrategiespiel im Warhammer 40.000-Universum dürfte vielen Fans noch ein Begriff sein, schließlich erschien erst vor wenigen Monaten das letzte Addon „Soulstorm“. Berühmt-berüchtigt war das Original vor allem für seine gelungene Inszenierung: blitzschnell, rau, brutal - aber dennoch taktisch extrem fordernd.

Warhammer 40k: Dawn of War 2 - Den Tyraniden auf den Reißzahn gefühlt

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Klein, aber fein: In DoW2 zieht ihr vorwiegend mit überschaubarer Truppenstärke durch die Levels.
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Für den Nachfolger möchte man auf diese Tugenden natürlich nicht verzichten, erlaubt sich allerdings einige Freiheiten und würzt Bewährtes mit einer Prise „Company of Heroes“. Das begeisterte anno 2005 mit bis dato nie gekannter strategischer Tiefe: Unterdrückungsfeuer, zerstörbare Umgebungen und ein brillantes Deckungssystem waren zu diesem Zeitpunkt selbst für Genre-Veteranen ein absolutes Novum.

In Dawn of War 2 wird nun beides geschickt miteinander kombiniert: Statt wie im Vorgänger große Basen aus dem Boden zu stampfen und nach einem langatmigen Produktionsprozess mit seiner Mini-Armee gen Feind zu ziehen, konzentriert ihr euch dieses Mal auf ein kleines, aber schlagkräftiges Spezialisten-Team, das ihr von Mission zu Mission mitnehmt. Guerilla statt Massenschlacht heißt scheinbar die Devise.

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Im Laufe der Handlung bekommt ihr es mit der vierten spielbaren Rasse zu tun: den Tyraniden.
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Euer Team besteht übrigens komplett aus Space Marines – die, wie im Vorgänger, die einzige spielbare Rasse der Kampagne darstellen. „Wir wollen die bestmögliche Kampagne abliefern. Daher fokussieren wir uns auf eine Rasse“, begründet Jonny diese fragwürdige Entscheidung. Genügend Abwechslung, verspricht er uns, wird es dennoch geben. Zumal man im Multiplayer-Modus dann alle vier Rassen steuern darf.

Der Tod kommt von unten

Vier Rassen? Die Space Marines und Orks waren ja schon bekannt, auf der diesjährigen E3 wurden kürzlich die Eldar als dritte Partei vorgestellt. Als vierter und finaler Teilnehmer im Feld der intergalaktischen Streithähne hat jetzt auch endlich einen Namen: Das brutale Alienvolk der Tyraniden, eine der populärsten Rassen der Warhammer 40k-Tabletop-Vorlage, wird zum ersten Mal in Dawn of War 2 spielbar sein.

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Eile ist angesagt: Zerstört ihr die Brutnester nicht rechtzeitig, strömen irgendwann endlose Tyranidenschwärme heraus.
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„Erwartet das Unerwartete“, warnt uns Jonny Ebert. Tatsächlich erinnern die schleimigen Krabbler in Punkto Design frappierend an die Starcraft-Zerg. Tödlich, flink und mit grausigen Klauen bewaffnet, setzen die Tyraniden vor allem auf hinterhältige Taktiken. Selbst in scheinbar harmlosen Situationen sollte man sich z.B. nicht zu sicher fühlen: Wie die Blizzard-Zerglinge graben sich die Tyraniden auf dem Schlachtfeld in den Boden.

Besonders fies: Die Tyraniden verwenden das Terrain gegen den Spieler. Wird ein Planet von den außerirdischen Invasoren überfallen, verstreuen die Biester etwa giftige Sporen über der Oberfläche, die bei Kontakt explodieren. Zudem sollte man immer nach einem Brutnest in der Nähe Ausschau halten: Solltet ihr diese nicht rechtzeitig zerstören, strömen stetig weitere der bösartigen Mini-Insekten aus der Erde.

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Die Zerg lassen grüßen: Das insektoide Alienvolk setzt auf Massenangriffe.
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Unaufhaltsam sind die Aliens dennoch nicht: “Wie in der Tabletop-Vorlage werden alle Tyraniden durch einen großen Tyraniden, den so genannten 'Hive Mind' gesteuert“, erklärt Jonny. Kleinere Einheiten sind jedoch nicht so stark zum Hive verbunden und benötigen daher Krieger-Soldaten, die den Willen des Hive verstärken. Schaltet ihr diese Krieger-Tyraniden aus, werden alle umstehenden Einheiten urplötzlich verwirrt.

Modische Weltraumsoldaten

Besonders stolz sind Jonny und seine Mannen auf den Rollenspielfaktor in „Dawn of War 2“. Da ihr jede Einheit eures Teams in die folgenden Missionen übernehmt, sollt ihr eine regelrecht familiäre Beziehung zu eurer Truppe aufbauen. Dementsprechend trägt der Space Marine einen eigenen Namen, hat eine eigene Hintergrundgeschichte und einzigartige Gesichtszüge. Sogar ausstatten darf man die kriegerischen Genossen.

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Taktisch fordernd: Da alle Tyraniden durch einen Geist kontrolliert werden, solltet ihr die großen Wächtersoldaten zuerst ausschalten.
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In einem speziellen Charaktermenü seht ihr alle Werte eurer Einheit auf einen Blick, dürft sie mit Waffen, Rüstungen oder speziellen Items ausstatten. Die findet ihr entweder auf dem Schlachtfeld oder erhaltet sie nach gewonnen Missionen als Belohnung. Verzichten sollte man auf die wertvollen Gegenstände nicht, lassen sich damit doch mächtige Spezialattacken auslösen. Der Snipershot etwa tötet mit der ersten Kugel.

Wenn nach der Präsentation sofort der "Hör auf zu reden, ich will selber ran"-Effekt auftritt, haben die Entwickler alles richtig gemacht - das wird ein Kracher!Ausblick lesen

Darüber hinaus erhalten eure Heroen mit jeder gewonnen Mission Erfahrungspunkte. Steigt einer der Helden auf, erhöhen sich seine Attribute, er wird zäher, teilt mehr aus. Zudem dürft ihr mit jedem Stufenaufstieg ein paar Erfahrungspunkte für Fähigkeiten ausgeben. Aufgeteilt in Fern- und Nahkampf-Fertigkeiten könnt ihr so jede Einheit in eine gewisse Richtung spezialisieren oder weitere Talente freischalten.

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Roter Lebenssaft: Wie der Vorgänger spart auch DoW2 nicht mit blutigen Effekten.
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Zum Abschluss weist uns Jonny noch auf eine spezielle Herzensangelegenheit hin: „Viele Leute haben nach unserer Dawn of War 2-Ankündigung fälschlicherweise geschrieben, wir hätten gar keinen Basis-Bau. Das stimmt allerdings nicht. Es gibt sowohl Basen als auch Rohstoffe, aller Voraussicht nach jedoch nur im Multiplayer-Modus.“ Genau wie die gesamte Kampagne soll man diesen übrigens auch im Koop-Modus spielen können.