Es ist das Jahr 40.000: Die Menschheit steht kurz vor ihrer Auslöschung. Die Galaxis befindet sich in einem zermürbenden, alles verzehrenden Krieg. Ein Krieg, der nicht zum Ziel hat, den Frieden wieder herzustellen oder die Grenzen zu den Nachbarn neu abzustecken. In diesem Krieg zählt nur das nackte Überleben der eigenen Rasse. Es ist die Zeit von Warhammer 40k: Dawn of War 2. Und für uns war es Zeit, nach Vancouver zu Entwickler Relic zu düsen, um uns die aktuelle Version zeigen zu lassen.

Die volle Action im Video: Dieser Trailer zeigt erste Gameplay-Szenen aus Dawn of War 2.

Warhammer 40k: Dawn of War 2 - Eldar - Trailer22 weitere Videos

Das Warhammer-Universum vom Tabletop-Verlag Games Workshop genießt derzeit einen hervorragenden Ruf unter Computerspielern: Das „Dawn of War“-Addon Soulstorm bevölkert noch immer die Verkaufcharts, Mark of Chaos: Battle March ist soeben erschienen, Warhammer Online in aller Munde, und auch ein MMO mit „Warhammer 40K“-Lizenz befindet sich in der Entwicklung.

Warhammer 40k: Dawn of War 2 - Der ewige Krieg geht in die nächste Runde - wir haben die Infos aus erster Hand von den Entwicklern.

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Die Kämpfe im Spiel sind ebenso spektakulär wie im genialen Render-Trailer.
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Auf dem Gamers Day in San Francisco kündigte THQ dann endlich Dawn of War 2 an. Und zeigte lediglich einen – zugegebenermaßen recht schicken – Render-Trailer. Grund genug für uns, erneut die Koffer zu packen und vor Ort bei den Entwicklern von Relic in Vancouver, Kanada, vorbeizuschauen, um das Spiel live zu erleben…

Das RTS-Genre in der Krise

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung, heißt es. Insofern begann unser Gespräch mit den Entwicklern lobenswert einsichtig: „Das RTS-Genre steckt in einer Krise“, eröffnet Jonny Ebbert seine Präsentation des Spiels. Die Verkäufe seien rückläufig, Innovationen fände man wenn überhaupt nur mit der Lupe, und die Spieler sind die ewig gleichen und sich wiederholenden Missionen leid.

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Rocket Men: Mit ihren Jetpacks springen die Space Marines in Windeseile übers Schlachtfeld.
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Mit Dawn of War 2 möchte Relic daher die Probleme, ja, gleich das ganze Genre bei der Wurzel packen. Hören wir da gerade eine weitere Münze ins PR-Phrasenschwein plumpsen? „Das Hauptproblem von Echtzeitstrategie-Spielen besteht darin, dass es keine langfristigen Ziele und permanenten Erfolge gibt“, erklärt uns Mark Noseworthy die Problematik im Interview.

Bombastisch, blutig, brachial – Dawn of War 2 dürfte noch eine Spur genialer werden als Company of Heroes. Hoffentlich auch erfolgreicher!Ausblick lesen

„In jeder Mission baust du dein ‚Imperium’, also deine Basis, noch einmal völlig von vorne auf. Du errichtest einmal den kompletten Tech-Tree, aber abgesehen davon gibt es keinerlei Entwicklung, geschweige denn eine Entscheidungsfreiheit. Eine richtige Identifikation, wie etwa bei Civilization, wo dir dein Reich mit der Zeit richtig ans Herz wächst und ganz individuelle Züge annimmt, kommt so nicht zustande.“

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Alles Gute kommt von oben: Das orbitale Mutterschiff greift mit tödlichen Laserstrahlen ein.
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Dawn of War 2 begegnet diesem Problem mit einer galaktischen Übersichtskarte, auf der der Spieler seinen Feldzug plant. Per Raumschiff reist man dort von einem Sternensystem zum nächsten. Jeder Planet bietet fünf bis sieben verschiedene Landepunkte, sprich: Missionen zur freien Auswahl - je nachdem für welchen Auftrag der Spieler sich entscheidet, schlägt die Handlung einen völlig anderen Verlauf ein.

Die Lösung: Squad Combat und permanente Belohnungen

Ein weiteres Kernproblem des RTS-Genres besteht laut Jonny Ebbert in den Einheiten: „Units sind in den meisten Strategietiteln lediglich Kanonenfutter, unpersönliche und namenlose Dutzendware auf gesichtslosen Landschaften, die man in Massen produziert und gefühlskalt in den Untergang schickt.“

Dawn of War 2 konzentriert sich daher auf einige wenige Einheiten, die gemeinsam im Squad von fünf bis sechs Mann agieren und deren Schicksal eng mit der Story verknüpft ist. Basenbau und Verstärkungen wird es in dem Sinne nicht geben; lediglich auf den Karten platzierte Kontrollpunkte müssen eingenommen werden.

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Squad Combat: Statt Massenschlachten stehen in DoW2 Kämpfe mit bis zu sechs Marines im Mittelpunkt.
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Ähnlich wie in Company of Heroes aus demselben Hause baut der Spieler so eine persönliche Beziehung zu seinen Charakteren auf, während er ihren Werdegang über die gesamte Kampagne hinweg aktiv mitgestaltet. „Ein typischer Space Marine spielt eben in einer anderen Liga als ein Peon“, erklärt Ebbert die Philosophie dahinter. „Er ist wahrlich eine Ein-Mann-Armee. Und dem werden wir mit unserem Spiel Rechnung tragen.“ Ähnliche Ambitionen verfolgte Relic bereits bei den Addons zum ersten Teil, doch wolle man mit DoW2 den Schritt konsequent zu Ende gehen.

Das A und O einer solchen Armee ist selbstverständlich ihre Ausrüstung – und davon wird es in Dawn of War 2 jede Menge geben: Waffen, Rüstungen, Jet Packs etc. Jedes Equipment wird permanent sein, will heißen: Man nimmt seine hart erspielten Errungenschaften stets in die nächste Mission mit. Bei der gebotenen Auswahl an coolen Items dürften selbst Accessoire-verwöhnte Sims-Spieler neidisch werden: Ob allerdings jemals Kettensägen in schicker Säbelform, Flammenwerfer oder modische Raketenrucksäcke ihren Weg in eine Erweiterung für Will Wrights Erfolgstitel finden werden, ist fraglich.

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Für den Nahkampf rüstet ihr eure Marines u.a. mit Kettensägen aus.
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Neue Ausrüstungsgegenstände erhaltet ihr u.a. durch das Erlegen mächtiger Boss-Gegner, die besonders starke Gegenstände wie bei einem Rollenspiel als „Loot“ hinterlassen. Bei unserem Besuch in Vancouver wurden wir bereits Zeuge eines solchen Kampfes gegen einen monströsen Riesen-Ork. Während die Squad-Marines die wild um sich schlagende Grünhaut im Panzeranzug mit Dauerfeuer aus allen Rohren beharken, springt unser Anführer mit seinem Jetpack auf die Schultern des Gegners und bearbeitet dessen metallverstärkte Kauleiste mit seinem übergroßen Hammer. Das Geschehen ist ähnlich packend inszeniert wie in dem bereits veröffentlichten CGI-Trailer – nur eben ingame.

Bombastisch, blutig, brachial

Überhaupt ist die Inszenierung von Dawn of War 2 über jeden Zweifel erhaben: Während der Kämpfe rummst es an allen Ecken und Enden, Fässer explodieren und schleudern ihr geschmolzenes Metall durch die Luft, die Space Marines wechseln fortwährend mit einem gewagten Sprung via Jetpack ihre Position, die komplett zerstörbare Umgebung wird – nun ja, eben komplett zerstört…

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Wahnsinn! Der Kampf vor der Kathedrale ist unübetroffen spektakulär.
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Als unsere Marines in einen Hinterhalt der Orks geraten, räuchern diese das kathedralenartige Gebäude, in dem sich die feindlichen Scharfschützen verschanzt haben, kurzerhand mit ihren Flammenwerfern aus und beziehen ihrerseits in der verkohlten Ruine Stellung. Kurz darauf brennt unser Mutterschiff aus dem Orbit eine Schneise der Verwüstung in die verbliebenen Orkhorden, ähnlich der Ionenkanone aus C&C. Solche Szenen sind in Sachen Atmosphäre wahrlich der Warhammer!

Motor dieser Vernichtungsmaschinerie ist die Havok Physik-Engine, die nicht nur für das realistische Zertrümmern von Gebäuden verantwortlich zeichnet, sondern vor allem auch für das gewisse Realismus-Plus in den Nahkämpfen: Wenn ein Mech seinen Gegner mit einem Fußtritt vom Schlachtfeld stößt, zersplittern Zäune und brechen Pfähle, dass einem schon vom Hinschauen der Rücken schmerzt. „Ein Markenzeichen des ersten Teils waren die äußerst brutalen Nahkämpfe“, erläutert Mark. „Hier schließen wir im Nachfolger an.“

Ob er nicht wüsste, dass in Deutschland gewisse Institutionen Probleme mit zuviel Gewalt hätten, fragen wir ihn. „Das ist uns bewusst, aber darüber machen wir uns keine Sorgen“, winkt er prompt ab. „Der erste Teil war schließlich auch nicht zimperlich. Außerdem haben wir es hier eindeutig mit einem Comic-Universum zu tun. Es ist ein großer Unterschied, ob sich wirkliche Soldaten auf dem Schlachtfeld gegenüberstehen oder Orks und Weltraumkrieger einander die Köpfe einschlagen.“

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Die Kämpfe sind um einiges taktischer als bei anderen RTS-Spielen.
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Apropos Orks und Weltraumkrieger: Bisher hat Relic nur diese beiden Rassen aus dem Warhammer-Universum angekündigt. Es ist aber fest davon auszugehen, dass weitere folgen werden. Wie im Vorgänger wird allerdings nur die Fraktion der Space Marines tatsächlich spielbar sein. „Das Gameplay ist voll und ganz auf actionreiche Gefechte mit mächtigen over-the-top Einheiten, Spezialfähigkeiten und martialischem Nahkampf zugeschnitten“, begründet Jonny Ebbert diese Entscheidung. „Space Marines sind wie gesagt wahre Ein-Mann-Armeen, Orks hingegen sind blutrünstige Killermaschinen, die in Massen auftreten. Würde man sie spielen können, ergäbe sich ein vollkommen anderes Spielprinzip.“

Die volle Action im Video: Dieser Trailer zeigt erste Gameplay-Szenen aus Dawn of War 2.