Ich stecke in einer fetten Rüstung, habe fette Waffen in den gepanzerten Fäusten und mache Horden von Orks den Garaus. Fantastische Optik, viel Blut, viel Action, wenig Taktik. Das ist Warhammer 40.000: Space Marine.

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„Space Marine ist wie das Spielen eines Warhammer-40.000-Actionfilms“, sagt Raphael van Lierop von Relic, während das Intro auf dem riesigen Bilschirm läuft – und mich direkt ins Spiel schmeißt. Als Teil einer Eliteformation aus Space Marines befinde ich mich im Landeanflug auf einen Planeten des Imperiums, der von Orks schon fast überrannt ist. Ihr Ziel: Einen riesigen Titan erobern und in ein grünes Ungetüm verwandeln, dass ihre Feinde einfach zermatscht.

Warhammer 40.000: Space Marine - Nonstop-Metzelei im 41.Millenium

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In Warhammer 40k: Space Marine ist man teil einer Eliteformation
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Genau das will ich mit meinem genetisch gezüchteten Supermensch der Ultramarines natürlich verhindern. Kaum haben wir unserem Marine Titus über die Schulter geschaut, kommt schon die Order über Funk: Geschütz des Fliegers besetzen. Um auf unsere Höhe zu kommen, haben sich die die Orks an Raketen festgeschnallt und fliegen uns im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren. Als eine Art Endboss kommt dann auch noch ein runder, lederner Flickenteppich – oder Ork-Zeppelin – vorbei, den ich selbstredend seinen Kumpanen hinterher in Richtung Planetenöberfläche schicke.

Genau dahin stürze ich wenige Augenblicke später ebenfalls. Zuvor sorgt eine der besten Action-Szenen der Präsentation dafür, dass ich zunächst von den restlichen Invasionstruppen getrennt werde: Eine wagemutige Grünhaut hat sich an meinem fliegenden Gefährt festgekrallt und kriecht auf mich zu. Die Feuersalve meines Stormbolters schickt den Ork in die Antriebsturbine, der darin erst eine Blutfontaine und dann eine Explosion verursacht. Die Folge: Mein Flieger legt eine Bruchlandung hin. Plötzlich stehe ich allein im Orkgebiet des Planeten und schaue meinem Marine in blauer Rüstung staunend in 3rd-Person-Ansicht über die Schulter.

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In Sachen Atmosphäre ist Space Marine eine Klasse für sich
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In den wenigen Tagen seit ihres Angriffs haben die grünen Invasoren einiges umgebaut. Das schickt mich auf eine lineare Solo-Kampagne und sieht dazu verdammt gut aus. Apropos Aussehen: In Sachen Atmosphäre, Grafik und Umgebung kann man den Jungs von Relic nichts vormachen. Immer wieder betonen sie während der Präsentation die Bedeutung der Authentizität des Warhammer-40.000-Schauplatzes für ihren Action-Titel. Was ihnen scheinbar spielend gelingt.

Tolle Atmosphäre, simple Kämpfe

In „enger Kooperation mit Games Workshop“ habe man gearbeitet, sagen die Entwickler. Das merkt man sofort. Als Fan von Warhammer 40.000 bin ich sofort beeindruckt von der Leb- und Leibhaftigkeit der Welt, auf die ich geschleudert worden bin. Immer passiert irgendwo etwas, verschnauft wird nicht – wie heißt es so treffend bei der Tabletop-Vorlage? „In the grim darkness of the far future, there is only war.“ Das kann ich auch für Space Marine unterschreiben. Alle Aktionen werden zudem mit einer Soundkulisse untermalt, die auch zu einem Hollywood-Actionstreifen passen würde.

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Mit einem riesigen Waffenarsenal kann man den Orks entgegen treten.
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Inmitten gotisch anmutender Ruinen mit einer Menge Orksysmbolik schieße und schlachte ich mich durch Verteidigungsanlagen an der Oberfläche und im Untergrund, um wieder Anschluss an die restlichen Marines zu finden. Kern des Spiels ist die Kombination aus Nah- und Fernkampf. Ohne lästiges Waffenwechseln zersäge ich eklige Orks mit dem Kettenschwert und gebe direkt danach eine Stormbolter-Feuerstoß in die deformierten Köpfe meiner Widersacher. Mit insgesamt 15 Waffen kann ich im Verlauf des Spiels komplette Orkhorden niederstrecken. Und zwar „etwa acht bis zehn Stunden lang“.

Nachdem ich mich zum Treffpunkt mit meinen imperialen Mitstreitern geballert und gesägt habe, wird Space Marine noch eine Ecke brutaler. Denn jetzt habe bekomme ich ein paar NPCs zur Seite gestellt, die noch mehr Orks niedermetzeln. Babysitter muss ich für meinen Trupp nicht spielen, die anderen Marines handeln vollständig autark. Keine Befehle, keine Taktik, kein Bullshit – nur Blut, Action und nochmals Blut.

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Flapsige Kommentare über den Helmfunk laden zum schmunzeln oder kopfschütteln ein.
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Als ich einen der Orks zu Boden schmeiße und ihm per Zermatsch-den-Kopf-mit-meinem-gepanzerten-Riesenlatschen ein schmerzhafteres Ende erspare, bin ich zum ersten Mal wirklich froh, dass ich diesseits des Bildschirms existiere. „We fight“, kommentiert eine rauchige Stimme eines anderen Marine die Szene lapidar über den Helmfunk. Solche Anmerkungen kommen offensichtlich eher zufällig und haben meist besonders informative Sprüche parat, etwa: „Our enemy are the Orks“. Ach so!

Rudimentäres Skill-System

Damit die fast pausenlose Action nicht stupide wird, kann ich einzelne Kampffähigkeiten trainieren und spezielle Moves lernen. So stürmt mein Marine etwa per „Bull Rush“ in eine Horde wildgewordener, mit Äxten bewaffneter Orks hinein. Die landen als Folge alle auf ihrem warzigen Allerwertesten. Bevor sie darüber nachdenken können wie ihnen geschehen ist, habe ich ihnen bereits per Thunder Hammer, Power Sword oder besagtem Kettenschwert den Schädel eingeschlagen.

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Warhammer 40k: Space Marine beschränkt sich auf das Wesentliche: Gegner, Waffen, tote Gegner.
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Während andere Titel viel mit Deckung, detailliertem Schadensmodell und weiteren Elementen arbeitet, bleibt Space Marine beim Wesentlichen: Mehr Gegner, mehr Waffen, mehr tote Gegner. Nachladen muss ich auch ab und zu, in regelmäßigen Abständen finde ich Munitionskisten, über die ich mich mit neuen Projektilvorräten versorge.

Mein Warhammer-40.000-Herz jubiliert, mein Zockerherz bleibt skeptisch – trotzdem hat Space Marine das Potenzial zum Hit.Ausblick lesen

In Deckung gehen ist offenbar nichts für harte Menschen des 41. Milleniums, denn wie Relic mir versichert, geht es bei Space Marine ums „Dominieren mit der Macht der Waffen“. Combos im Nahkampf sind mir bislang auch nicht aufgefallen, was schade ist – denn hier könnte Space Marine die vorhandene Luft nach oben nutzen.

Eine Gesundheitsanzeige, Trefferpunkte oder ähnliches gibt es ebenfalls keine. Stattdessen wird die Sicht eingeschränkt, rötlich eingefährt oder verschwimmt. Danach muss ich mich etwas zurückhalten und bin Dank automatischer Regeneration wieder bereit für die Fortsetzung der imperialen Metzelei. Warum so einfach? „Wir belohnen die Spieler dafür, so viele Feinde wie möglich zu töten“, sagt Produzent Raphael van Lierop.

Warhammer 40.000: Space Marine - Nonstop-Metzelei im 41.Millenium

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Die Orks werden gehörig mit Blei gefüttert.
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Aus zweimal Schuss- und einmal Nahkampfwaffe besteht die Aurüstung meines Marine, sowie Extras à la Granaten. Alle können im Verlauf der linearen Einzelspieler-Kampagne im Rahmen eines simplen „Entwicklungssystems“ verbessert werden. Je häufiger ich eines meiner Angriffsinstrumente benutze, desto versierter werde ich darin. Auch in Warhammer 40.000: Space Marine gilt wie schon bei Doom: Fässer neben Gegnern töten auch – und zwar verdammt effektiv.

Ein Mehrspieler- sowie ein Koopmodus wird es neben der Einzelspieler-Kampagne ebenfalls geben, mit Details hält sich Relic aber noch zurück. Interpretiere ich die Aussagen des Space-Marine-Produzenten jedoch richtig, bekommen Orks und Marines im Multiplayer-Teil wohl Gesellschaft anderer spielbarer Rassen.