„Authentizität und Qualität ist für uns das Wichtigste bei Wargame 2“, sagt Le Dressay. Während das mit der „Qualität“ als Marketingpflicht durchgeht, ist die Nähe zu den realen Armeen der NATO und deren Widersacher des Warschauer Paktes auch eine spielmechanische Komponente. „Militärfans spielen einen Titel ungewöhnlich lang, sie stellen hohe Ansprüche“, sagt der Studiochef. 30 Stunden dynamischer Missionen – also von Einsätzen, die sich jedes Mal anders gestalten – soll die Wiederspielbarkeit des Kampagnenkonflikts erhöhen.
Auch die unterschiedlichen Armeen sollen Fans bei Laune halten. Wie gehabt kaufen Spieler ihre Einsatzkräfte über Punkte, ähnlich eines Tabletop-Strategiespiels. Spielbar ist die NATO im Gesamten, oder aber einige ihrer Mitgliedsstaaten im Einzelnen. Zu der bislang bereits spielbaren Bundeswehr, den Franzosen, Briten und US-Amerikanern kommen für das westliche Militärbündnis Norwegen, Schweden, Dänemark und Kanada hinzu. Für den Warschauer Pakt kämpfen Truppen aus der Sowjetunion, der DDR, aus Polen und der Tschechoslowakei.
Entscheidet sich der Spieler nicht dafür die NATO, sondern nur eine Nation zu spielen, gibt es mehr Punkte für die Truppenwahl und zudem exklusive Einheiten. „Warum sollten die Franzosen einen Leopard haben?“, fragt Le Dressay. Also bleibt der Panzer der Bundeswehr vorbehalten. Mit den Soldaten der Tricolore kämpfen Fremdenlegionäre, und die US-Amerikaner attackieren den Gegner mit Apache-Helikoptern.
Die Strategiekarte erinnert an Ruse aus demselben Entwicklerstudio.Neben dem überarbeiteten Interface – basierend auf Hinweisen aus der Community -, setzen Eugen Systems auf weniger Mikromanagement. Eine höhere „Aktionen pro Minute“-Rate sei nicht gewollt, heißt es. So werden etwa Kämpfe in Siedlungen vereinfacht, Infanteristen nur noch in Häuserblocks oder Ortsteile beordert. Dort beziehen sie automatisch Stellung oder versuchen den Gegner zu vertreiben, indem sie zum Beispiel eigenständig Stellungen flankieren.
Trotz der Arbeit an der Künstlichen Intelligenz, an Grafik und Einheiten soll „Airland Battle“ keinen besseren Rechner als „European Escalation“ benötigen. Auch hier kennen die Franzosen ihre Zielgruppe offenbar genau: „Strategiespieler haben häufig keine High-End-Maschine, sie rüsten ihren Computer nicht so häufig auf.“ Damit machen die Entwickler garantiert nichts falsch.
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