Was auf den ersten Blick wie ein Ego-Shooter aussieht, ist in Wirklichkeit eine Art Simulation, bei der man statt einer Waffe eine Videokamera in der Hand hält. Warco (Abkürzung für war correspondent - Kriegsreporter) lässt euch in die Rolle der Kriegsreporterin Jesse DeMarco schlüpfen und das Kriegsgeschehen dokumentieren.

Was zählt, ist das beste Bild, der beste Moment und natürlich das eigene Überleben. Überall kracht und explodiert es, Schüsse sind zu hören und Menschen schreien um Hilfe.

Als sie im Flughafen von Al Djoubako ankommt und kurz darauf ein Feuergefecht ausbricht, will ihr ein Einheimischer helfen und sie in seinem Auto aus dem Kriegsgebiet holen. Doch DeMarco antwortet nur: "Ich bin hier, um einen Krieg zu filmen, nicht, um davor wegzurennen."

Der Australier Tony Maniaty ist von seiner Idee überzeugt: "Die Gamer suchen immer nach etwas Neuem, etwas Anderem. Und über Journalisten existieren erst wenige Spiele."

Warco könnte laut Maniaty aber nicht nur als Spiel, sondern auch als Trainingssimulation für Journalisten durchgehen, die sich auf ein solches Szenario vorbereiten wollen.

Immerhin würde Warco letztendlich mehr als die typischen Action-Szenen bieten. Denn sobald der Krieg überstanden wurde, gilt es, das aufgenommene Material für die Nachrichtensendung zusammenzuschneiden, um der Öffentlichkeit einige Szenen vielleicht vorzuenthalten oder das gesamte Ausmaß zu enthüllen. Wer möchte, kann die Nachrichtensendung anschließend ins Internet stellen.

Wer nun denkt, dass Warco beim ersten Mal spielen noch ganz interessant, spätestens aber beim zweiten Durchgang langweilig sein könnte, wird von dem Schöpfer eines Besseren belehrt: Laut Maniaty werde kein Material dem anderen gleichen, da alles letztendlich von mehreren Faktoren abhänge. Darunter den Entscheidungen des Spielers, seiner Risikobereitschaft und seinem Talent.

"Prinzipiell hält den Spieler auch nichts davon ab, eine Natur-Dokumentation im Kriegsgebiet zu drehen", sagte er dazu.

Warco soll das volle Programm bieten: Geiselnahmen, Hinterhalte, Straßensperren, wobei Filmregisseur Robert Connolly für die richtige Würze sorgen soll. Dabei stehen vor allem auch moralische Entscheidungen im Vordergrund: Soll eine im Sterben liegende Frau wirklich gefilmt werden? Muss man wirklich alles der Öffentlichkeit zeigen? Und darf sich ein Journalist mit einer der Kriegsparteien verbünden?

Und genügend Hintergrundwissen bringt Maniaty offenbar mit, immerhin war er selbst in den Siebzigern als Auslandskorrespondent tätig. Innerhalb der nächsten 12 Monate soll Warco auf den Markt kommen - für welche Systeme ist aber noch nicht bekannt. Aktuell sei zudem nur eine zehnminütige Testversion fertig.

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