War on Terror (PC Preview)
von Sebastian Weidner

Die Spielewelt ist ein einziger Sündenpfuhl. Überall herrscht Gewalt, Mord und Verrat. Doch während die Entwickler früher eher abstrakte Szenarien in ferner Zukunft, der Vergangenheit oder in Fantasywelten konstruierten, widmen sich immer mehr Spiele greifbaren Problemen.

Allen voran der weltweite Terrorismus, der mittlerweile fast schon so abgenutzt scheint wie das Thema "Zweiter Weltkrieg". Neuester Titel in der Terrorismus-Riege ist das Echtzeit-Taktikspiel War on Terror. Wir haben eine erste Betaversion ergattert und teilen mit euch unsere Erfahrungen.

War on Terror - Packende Gefechte für Strategen: Wir haben uns dem Terror entgegengestellt!

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Viva La Revolución
Im glücklicherweise fiktiven Szenario von War on Terror hauen sich drei Parteien die Rübe ein: Das globale Terrornetzwerk "The Order", die Chinesen und die NATO-Nachfolgeorganisation "World Forces". Der Grund der Fehde ist schnell gefunden. "The Order" passt die momentane Weltordnung gar nicht in den Kram. Neue, anarchische Verhältnisse müssen her. Also verübt die Gruppe Anschläge auf bedeutende Metropolen unserer Erde und versucht Zwietracht zu säen zwischen den Chinesen und der westlichen Welt. So wollen die Schergen als lachende Dritte der Eskalation beiwohnen und im rechten Moment die Herrschaft an sich reißen. Klingt komisch, ist aber so!

Hausmannskost
War on Terror ist ein klassisches Echtzeit-Taktikspiel im Stil von Codename: Panzers, D-Day und Konsorten. Basisbau ist somit nicht vorhanden. Stattdessen müsst ihr mit einem zahlenmäßig begrenzten Truppenkontingent Vorlieb nehmen. Das dürft ihr euch immerhin ganz nach eurem Gusto vor jedem Einsatz zusammenstellen. Nachschub für Verluste gibt es nur für so genannte Missionspunkte.

Die erhaltet ihr wiederum durch das Lösen von Haupt- und Nebenquests. Soweit, so altbekannt. Genregrenzen sprengende Innovationen sucht ihr in War on Terror vergeblich. Da sowieso schon längere Zeit kein Taktik-Highlight auf unsere Schreibtische geflattert ist, ist der Hunger auf verdauliche Echtzeitschlachten aber auch so schon groß genug. Wie ist es also um die Spielmechanik bestellt, die schlussendlich über Wohl und Wehe entscheidet?
Für ein abschließendes Urteil ist die vorliegende Version noch zu unvollständig. Einen guten ersten Eindruck macht sie dank abwechslungsreicher Missionen aber allemal. Im ersten Einsatz etwa müssen wir auf Seiten der "World Forces" Geiseln befreien, zu einem Flugplatz eskortieren und dort so lange gegen anstürmende Terroristen verteidigen, bis alle Zivilisten ausgeflogen wurden. Hier wird deutlich, wie unterschiedlich die Parteien designt sind. Während Chinesen und "World Forces" auf dicke Panzer, waffenstarrende Kampfhubschrauber und fortschrittliche Waffensysteme zurückgreifen, setzt "The Order" auf Guerilla-Taktiken und zahlenmäßige Überlegenheit. Zudem bauen die Jungs Zivilfahrzeuge um und rüsten sie mit dicken Wummen notdürftig auf.

Packshot zu War on TerrorWar on TerrorErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Ein anderer Auftrag versetzt uns in die Rolle der Terroristen. Der mexikanische Präsident hat prekäre Informationen über die Organisation erfahren.

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Deren Weitergabe sollen wir verhindern. Deshalb müssen wir die flüchtende Limousine des Staatsoberhauptes ausfindig machen und dazu "überreden", uns zu begleiten. Um zusätzliche Truppen für die Verfolgung anheuern zu können, erfüllen wir die optionale Nebenquest, das Justizministerium in die Luft zu jagen. Dazu besorgen wir uns aus einem geheimen Waffenladen C4-Sprengstoff und platzieren diesen im erstaunlich ungesicherten Gebäude. Das fliegt wenige Sekunden später spektakulär in die Luft und schon haben wir wieder genügend liquide Mittel für neue Soldaten. Das ist euch noch nicht abwechslungsreich genug?

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Okay, ein Beispiel haben wir noch. Als chinesischer Befehlshaber müssen wir drei von Terroristen gestohlene Prototypen des Red Eagle-Panzers wiederbeschaffen. Und weil wir ein wahrer Menschenfreund sind, beschützen wir auch gleich noch ein Zivilistendorf vor den Übergriffen durch die Fieslinge.

Fehlender Feinschliff
Im fertigen Spiel sollen 60 Einheiten verteilt auf die drei Parteien für krachende Explosionen auf dem Monitor sorgen. Darunter allerlei Infanteristen, Jeeps, Artillerie, Panzer, Kampfhubschrauber und sogar zivile Fahrzeuge, die erobert werden können.

Damit das Spiel auch schön fordernd bleibt, wollen die Entwickler den Einheiten über 70 Spezialfähigkeiten spendieren. So könnt ihr mit bestimmten Truppen Blendgranaten werfen, Minen legen, Fahrzeuge reparieren, Kameraden heilen und vieles mehr. Für unerfahrene Strategen ist der gezielte Einsatz der Spezialkräfte aufgrund des überladenen Interfaces momentan aber noch zu kompliziert. Im Eifer des Gefechts gezielt die richtigen Fähigkeiten zu aktivieren, gestaltet sich bei einer großen Truppenauswahl selbst für Profis schwierig. Hier müssen die Programmierer bis zum Release unbedingt nachbessern! Ebenfalls noch nicht ganz rund ist die künstliche Intelligenz der eigenen Streitkräfte. Diese stehen bei Feindbeschuss meist regungslos herum, als wüssten sie nicht, was zu tun ist.

Wesentlich besser hat uns da schon die Grafik gefallen. Detaillierte, geschmeidig animierte Einheiten sind Balsam für das Auge.Coole Spezialeffekte wie volumetrische Explosionen und der Rauchschweif von Raketen sorgen beim ersten Anblick für offene Münder. Ein Grafikmeilenstein steht uns zwar nicht bevor. Dafür sind einige Texturen zu schwammig und der Grafikstil zu konventionell. Doch verstecken muss sich War on Terror ganz sicher nicht!

Den Mehrspielermodus konnten wir in unserer Preview-Version leider noch nicht antesten. Publisher Deep Silver verspricht aber massig Spaß für bis zu acht Spieler in gleich sechs verschiedenen Modi. Pünktlich zum Release am 17. März wissen wir mehr! Dann verraten wir euch in einem ausführlichen Test auch, ob die Entwickler die letzten Schwächen ausbügeln konnten und War on Terror für nächtelangen Spielspaß sorgt.Erster Eindruck
Wirklich viel versprechend, was Digital Reality uns da im März auftischen will. Die Vorabversion hat mich dank spannender Missionen und schicker Grafik in den Bann gezogen. Wenn die restlichen Einsätze ebenfalls überzeugen und die Entwickler noch die Bedienung und die KI verbessern, steht einem abwechslungsreichen Echtzeit-Taktik-Vergnügen für Profis nichts mehr im Weg. Einsteiger dürfte die Komplexität allerdings etwas überfordern. Einen Mega-Hit solltet ihr von War on Terror freilich nicht erwarten. Dazu fehlt es dem Titel an Eigenständigkeit und spielerischer Brillanz.