Vivisector (PC Review)
von Nedzad Hurabasic

Man nehme eine einsame Insel in den endlosen Weiten des Ozeans, einen genial-verrückten Wissenschaftler und jede Menge unliebsamer, biologisch veränderter Kreaturen und stecke einen Haufen Marines mit dazu. Fertig ist das Shooter-Einerlei.

Die Story des Actionspiels Vivisector - Beast Within kommt euch bekannt vor? Kein Wunder, ein Großteil entstammt der literarischen Vorlage eines gewissen H.G. Wells, der dieses Szenario in seinem Roman-Klassiker "Die Insel des Doktor Moreau" erfand.

Vivisector: Beast Within - Vivisector: Beast Inside - Mini Clip

Nur ist es dort deutlich spannender und besser erzählt. Warum erneut ein Shooter aus dem Hause Frogster nicht überzeugen kann, erfahrt ihr, weil sich auch ein einsamer Redakteur als stiller Beobachter auf die Insel namens Sorio gewagt hat.

Eigentlich beginnt das Abenteuer als Rettungsaktion. Schon sehr bald stellt sich aber heraus, dass es einzig und allein eigene Haut zu retten gilt. Kaum ist das eigene Team auf dem Eiland gelandet, wird es auch schon von wütenden Bestien zerfleischt, die mit keiner bekannten Art verwandt sein können. Sie entstammen natürlich dem Labor der wirren Wissenschaftler - angeführt von Dr. Morhead - doch das weiß zu diesem Zeitpunkt noch keiner der Unglücklichen. Also müssen wir fortan alleine um unser Leben kämpfen und versuchen herauszufinden, was auf dieser unheimlichen Insel vor sich geht. Doch statt auf die Jagd zu gehen, werden wir bald selbst durch den Urwald und verschiedene Forschungseinrichtungen gehetzt.

Vivisector: Beast Within - Verrückte Wissenschaftler und Mutanten: Halbgar, langweilig und dröge

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Dabei kommen wir den unheimlichen Experimenten eines Dr. Morhead auf die Schliche, der tierisch-menschliche Mischlinge produziert.

Das klingt eigentlich ganz spannend. Die Betonung liegt auf, ihr habts erraten, eigentlich. Denn leider ist die Umsetzung des Spielgeschehens nicht annähernd so gut, wies es der Beginn des Spiels vielleicht noch erhoffen ließe. Als Kurt Robinson werden wir im "undurchdringlichen Urwald" allein gelassen, doch so dicht ist der Blätterwald gar nicht. Eigentlich ähnelt er eher einem Stadtforst, hat aber deutlich weniger zu bieten.

Vivisector: Beast Within - Verrückte Wissenschaftler und Mutanten: Halbgar, langweilig und dröge

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Die Orientierung fällt nicht nur deshalb nicht weiter schwer. Zum einen steht dem Spieler eine Mini-Map zur Verfügung, die ein Radar beinhaltet und alle wichtigen Daten dort anzeigt: Wegpunkte, Feinde und bereits besuchte Orte sind farblich markiert. Wer nicht völlig blind ist, wird den Weg aber auch ohne dieses Hilfsmittel problemlos finden. Die Wegpunkte sind dank ihres weithin sichtbaren grünen Lichtstrahls gut zu erkennen und dienen dem Spieler als Anlaufpunkte, an denen er sich durch das Spiel hangelt. So entsteht ein absolut lineares Gameplay, auch wenn die Außenareale durchaus mehr hergeben würden, da sie groß genug für ausufernde Ausflüge sind.Leider wird dieser Raum kaum genutzt, auch die im Handbuch beschriebenen "geheimen Bereiche" sind nur sehr selten auf der Map verteilt und lohnen den Aufwand ohnehin kaum.

Mit der M-16 oder einer Schrotflinte im Anschlag bahnen wir uns den Weg und treffen auch schnell auf die ersten Feinde, die sich in den ersten Spielabschnitten fast ausschließlich aus so genannten "Modbeasts" rekrutieren. Das sind in erster Linie Raubkatzen und einige andere Säugetiere, die auf irgendeine Art und Weise biologisch-technisch manipuliert wurden und uns fast immer im Rudel angreifen. Ob "Elektrohyäene" oder "Flammuar", wie aus dem Nichts tauchen sie urplötzlich auf und sorgen anfänglich auch für den einen oder anderen Schockeffekt. Doch schnell kommt der gewiefte Gamer dahinter, dass dies fast alles auf gescripteten Ereignissen beruht. Meist betreten wir eine bestimmte Stelle oder befinden uns an den Wegpunkten, wenn diese Angriffe ausgelöst werden.Oft genug werden wir dann in einen Käfig eingeschlossen und die Mutationen greifen uns dann von allen Seiten her an. Da heisst es ballern, was das Zeug hält bzw. die Munition hergibt. Die ist vor allem für die durchschlagkräftigeren Waffen, die man im weiteren Spielverlauf erhält, recht rar gesät. Die meisten Waffen lassen aber Effektivität vermissen und so wird das sekundäre Ziel, die Tiere und Mutationen möglichst schnell und effizient zu beseitigen ad absurdum geführt. Das soll nämlich Bonuspunkte bringen, die wir für den Pseudo-Rollenspiel-Anteil des Games benötigen.

Die Punkte gibt es für Speed-Kills, Multi-Kills, aber auch für Genauigkeit, das Vermeiden von Verletzungen, und das Erkunden von verschiedenen Gebieten abseits der linearen Route. Damit können die vier grundlegenden Eigenschaften der Spielfigur verbessert werden: "Geschwindigkeit", "Widerstandkraft", "Zielgenauigkeit" und "Gesundheit".

Vivisector: Beast Within - Verrückte Wissenschaftler und Mutanten: Halbgar, langweilig und dröge

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Abgesehen davon können auch die Waffenfertigkeiten in den Bereichen "Genauigkeit" und "Magazinkapazität" nach oben korrigiert werden. Große Auswirkungen auf das Gameplay konnten allerdings nicht festgestellt werden. Also kämpfen wir uns - verbessert oder nicht - von einem Wegpunkt zum nächsten. Unterwegs begegnen uns immer wieder verschiedene Gegnerhorden, die allerdings eher durch Masse, statt durch Klasse glänzen und sich nicht allzu intelligent dabei anstellen, uns aufzuhalten. Der verrückte Doktor hat vermutlich vergessen die Gene so zu manipulieren, dass sie auch mal Deckung suchen. Oft stehen die Kreaturen einfach auf freiem Feld und feuern ohne Sinn und Verstand in unsere Richtung.Leider kann auch die Grafik das eintönige Spielgeschehen nicht aus dem tristen Einerlei herausreißen. Die Texturen sind verwaschen, matschig und aus der Nähe betrachtet sind keine Details zu erkennen. Gut, die Geschichte spielt im Jahr 1987, doch muss das Spiel deshalb visuell auf einem Niveau Anfang des neuen Jahrtausends stecken geblieben sein? Und das, obwohl die ukrainischen Entwickler "Action Forms" schon seit 2002/2003 daran werkelten und aufgrund der langen Entwicklungszeit auch der Multiplayermodus unter den Tisch fiel. Dafür sieht man gelegentlich sehr detailliert, warum der Shooter bei der USK durchgefallen ist und nur an Erwachsene verkauft werden darf. Teilweise werden ziemlich grobe Splattereinlagen geboten, bei denen sich auch gelegentlich das Fleisch von den Knochen der Opfer lösen lässt und dafür auch noch Bonuspunkte verteilt werden - lecker ...

Am meisten können noch die Areale im Inneren der Forschungseinrichtung überzeugen.Doch auch wenn die hier gezeigten Tiermenschen deutlich besser aussehen als die "Kätzchen" aus dem Dschungel - ein Augenschmaus wird trotzdem nicht geboten.

Auch soundtechnisch kann das Spiel kaum überzeugen. Die Synchronsprecher wirken wenig inspiriert und motiviert, die Vertonung klingt insgesamt wenig professionell. Die Soundeffekte der Schusswaffen sind akzeptabel, aber mehr als Durchschnittsgeballer wummert leider nicht aus den Boxen. Über einen nennenswerten Soundtrack verfügt das Spiel hingegen nicht.Leider kann auch die Grafik das eintönige Spielgeschehen nicht aus dem tristen Einerlei herausreißen. Die Texturen sind verwaschen, matschig und aus der Nähe betrachtet sind keine Details zu erkennen. Gut, die Geschichte spielt im Jahr 1987, doch muss das Spiel deshalb visuell auf einem Niveau Anfang des neuen Jahrtausends stecken geblieben sein? Und das, obwohl die ukrainischen Entwickler "Action Forms" schon seit 2002/2003 daran werkelten und aufgrund der langen Entwicklungszeit auch der Multiplayermodus unter den Tisch fiel. Dafür sieht man gelegentlich sehr detailliert, warum der Shooter bei der USK durchgefallen ist und nur an Erwachsene verkauft werden darf. Teilweise werden ziemlich grobe Splattereinlagen geboten, bei denen sich auch gelegentlich das Fleisch von den Knochen der Opfer lösen lässt und dafür auch noch Bonuspunkte verteilt werden - lecker ...

Am meisten können noch die Areale im Inneren der Forschungseinrichtung überzeugen.Doch auch wenn die hier gezeigten Tiermenschen deutlich besser aussehen als die "Kätzchen" aus dem Dschungel - ein Augenschmaus wird trotzdem nicht geboten.

Auch soundtechnisch kann das Spiel kaum überzeugen. Die Synchronsprecher wirken wenig inspiriert und motiviert, die Vertonung klingt insgesamt wenig professionell. Die Soundeffekte der Schusswaffen sind akzeptabel, aber mehr als Durchschnittsgeballer wummert leider nicht aus den Boxen. Über einen nennenswerten Soundtrack verfügt das Spiel hingegen nicht.