Vitalsign (PC Review)
von Oliver Dombrowski

Vitalsign wird uns versprochen als Shooter, der neue Maßstäbe setzt. Erste Verwunderung schon beim Öffnen der Verpackung: Nur eine CD liegt drin. Nach der Installation habt ihr dann sagenhafte 270 MB weniger auf eurer Platte frei.

Da muss natürlich die Frage erlaubt sein, wo da die neuen Maßstäbe drin sein sollen? Aber Größe ist ja bekanntlich nicht alles, das wissen wir spätestens seit TFT-Monitoren. Doch genau auf so einem bekamen wir fast einen Herzinfarkt, als wir die Grafik von Vitalsign sahen. Erinnert hat uns das Ganze ein wenig an Quake II.

Vitalsign - Die Gurke des Monats: Frogster verkauft 6 on 6 Fights als MMO!

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An sich kein Problem - wäre id's Shooter-Methusalem nicht bereits vor knapp zehn Jahren erschienen. Aber dazu später mehr.

Massive Multiplayer oder nicht?
In dem MMO-Shooter geht es darum, sich durch Wettkämpfe gegen andere Spieler Lebenspunkte und Kohle zu verdienen. Verliert ihr ein Spiel, gewinnt euer Gegner ein paar eurer HP und euren Wetteinsatz. Gewinnt ihr, ist das Gegenteil der Fall. Gespielt werden kann bis zu "6 on 6". Nicht gerade viel, wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen "Massive Multiplayer"-Spiel handeln soll. Schon Titel wie Counter Strike, die bereits sieben Jahre alt sind, boten bis zu 30 Spielern gleichzeitig.

Frogster verspricht uns allerdings bis zu 100.000 Spieler gleichzeitig! Dabei wird allerdings verschwiegen, dass dies nicht auf einem Server möglich ist. Auf einem solchen können eben nur 2-zwölf Spieler gleichzeitig zocken. Einen Singleplayer-Modus sucht man vergebens. Enttäuschend, um es milde zu formulieren.

Nur für Profis Mindestens genauso ernüchternd ist die Tatsache, dass es in Vitalsign kein Menü zum Einstellen von Sound, Grafik oder Steuerung gibt. Neulinge werden also direkt ins kühle Nass geworfen, ohne zu wissen wie man schwimmt. Eine Anleitung, ein Tutorial oder gar Tool-Tipps sucht man ebenfalls vergeblich. Schade, wird auf der Verpackung des Spiels sogar angepriesen, dieser Titel wäre einsteigerfreundlich!

Gehört man nicht zu den Neulingen und ist schon ein Shooter-Profi, fällt einem das Ganze nicht allzu schwer. Spielt ihr euch genug Geld frei, könnt ihr dieses im Internet gegen Goodies eintauschen. Neue Waffen, Kleidung und andere nette Kleinigkeiten.
Auch interessant ist das integrierte Ranking-System für Spieler und Clans. Auf der offiziellen Homepage könnt ihr Top10-Ranglisten zu den einzelnen Spielmodi (z.B. 2on2) abrufen.

Packshot zu VitalsignVitalsignErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Gähnende Langeweile auch unter den Waffen
Nichts, was man noch nicht in einem anderen Spiel gesehen hätte. MG, Sniper-Gewehr, Granatenwerfer und Lasergewehr. Keine wirklich große Auswahl. Zudem haben wir ein wenig die klassische Pistole vermisst. Leider ist das Arsenal sehr unausgeglichen gestaltet. So gibt es eine Laser-Waffe, die den Gegner schon mit einem Schuss niederstreckt. Klar, dass da niemand eine andere Knarre wählt, geschweige denn sich neue freispielt. Des Öfteren reagieren die Waffen auch mal eine halbe Sekunde zu spät, was auf Dauer ziemlich nervig werden kann. Langzeitmotivation kommt so auch trotz vieler frei zu spielender Extras nicht auf. Genau genommen sind wir uns nicht einmal einer Kurzzeitmotivation bewusst geworden.

Damals war alles besser
Grafisch ist Vitalsign alles andere als ein Renner. Ist auch kein Wunder, bei Systemanforderungen von 500 Mhz, 128MB Ram und einer Riva TNT2. Ähnliche Grafik und Systemanforderungen bot schon Quake 2 - das ist aber schon 10 Jahre her. Bedenkt man, dass sich in Vital Sign nicht einmal die Auflösung umstellen lässt, ist der Augenkrebs garantiert. Pixelige Playermodels, undetaillierte Waffen, langweiliges Leveldesign!

Wie uns Counter Strike aber schon lehrt, ist Grafik eben nicht alles. Im Vordergrund sollte immer das Gameplay stehen.

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Dieses stimmte bei CS auch - nur bei VS nicht! Öde gestaltete Maps könnte man verzeihen, gäbe es dafür eine riesige Auswahl. Gegönnt hätten wir es euch, nur müsst ihr euch leider mit schlappen 16 Karten begnügen.

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Warum es keine Sound-Einstellungen gibt, ist uns allerdings klar: Es gibt einfach kaum Soundeffekte in Vital Sign! Kein Soundtrack fürs Menü oder Ingame, lachhafte Waffensounds - und die Spieler geben auch bei den schwersten Laser-Verletzungen keine Geräusche von sich. Was bleibt einem da anderes übrig als zu improvisieren und seine MP3-Sammlung während des Spielens zu hören.

Dafür stimmt der Preis
Zumindest ist Vitalsign recht günstig. Die Box-Version kostet 19,99€ und dafür bekommt ihr das Spiel, 300 Life Points, 3 Monate Freeplay und diverses Zeug: Goodies im Wert von 50€. Ein Gutschein für zehn Euro Rabatt (bei einem Kauf im Warenwert von mindestens 100 Euro) eines Computerhändlers ist auch dabei. Plus einem exklusiver Skin und ein Hologramm für 15 Tage! Bei letzterem fragen wir uns jetzt noch was genau das bedeuten soll…