Vermeer 2 (PC-Test)
(von Manfred Duy)

Als Altmeister Ralf Glau 1988 Vermeer auf den Monitor pinselte, hätte er sich sicherlich nicht träumen lassen, dass die Jagd nach Geld und Gemälden nach 16 Jahren fast unverändert voll im Gang ist.

Bis "drei" zu zählen scheint dem Entwickler Ascaron ja schon ein wenig Mühe zu bereiten, denn eigentlich handelt es sich bei Vermeer 2 um Vermeer 3. Neben dem Eingangs erwähnten "Ur"-Vermeer erschien nämlich bereits 1997 mit Ascarons "Vermeer - Die Kunst zu erben" der zweite Teil.

Vermeer 2 - Nostalgischer Charme pur! Manfred Duy hat die Neuauflage des legendären Klassikers einem Test unterzogen!

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Obwohl - bei näherem Hinsehen entbehrt die Titulierung denn doch nicht einer gewissen Logik, denn allzu große Unterschiede zwischen den beiden letztgenannten Vermeers sind weder in optischer noch in spieltechnischer Hinsicht feststellbar.

Wer nicht erbt, spielt verkehrt
Ziel der gegen Ende des Ersten Weltkriegs angesiedelten, rundenbasierten Wirtschaftssimulation ist damals wie heute, durch den weltweit betriebenen Aufbau von Plantagen Unsummen von Geld zu erwirtschaften. Dieses benötigen Sie, um auf Auktionen Gemälde alter Meister zu ersteigern, was wiederum dazu führen soll, dass Ihr reicher

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Onkel Walther Sie und nicht Ihre vier Konkurrenten als Erben einsetzt. Besagte vier Gegenspieler werden wahlweise von Menschen oder dem Rechenknecht betreut. Und wie es sich für eine Wirtschaftssimulation aus der guten alten Computersteinzeit auch gehört, gibt es hier weder Online-Spiel noch Netzwerkverbindung, statt dessen nehmen sämtliche Kunstfreunde auf dem "Hot Seat" - sprich vor dem selben Rechner Platz. Zuspätkommer dürfen sich dabei jederzeit in ein bereits laufendes Spiel ein-, und auch wieder ausklinken.

Das Los eines Handlungsreisenden
Über die anklickbare Weltkarte bereisen Sie unentwegt insgesamt

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23 Städte, die sich grob gesagt in dreierlei Gattung unterteilen lassen: Zum Ersten wären das die Plantagenstädte. Dort können Sie komplette Plantagen käuflich erwerben und per schlichtem Mausklick fix und fertig in die Landschaft pflanzen. Je nach Ort züchten Sie dann bis zu zwei der insgesamt fünf Waren Kaffee, Tee, Tabak, Seide und Kakao. Schnell noch ein paar Arbeiter sowie deren Lohnhöhe eingestellt und schon produzieren die Plantagen pünktlich zu jedem Monatsersten eine gewisse Menge der Feldfrüchte, welche Sie nun kostenpflichtig zu den Handelsplätzen verschiffen müssen. Dort werden Sie dann zu stark schwankenden Marktpreisen versilbert. Risikofreudige Naturen können dort auch Warentermingeschäfte abschließen. In denen verpflichten Sie sich, zu einem bestimmten Zeitpunkt eine festgelegte Menge an Waren zu verkaufen. Zwar lässt sich damit weitaus mehr Geld verdienen, als mit dem normalen Handel, dafür setzt es aber auch empfindliche Strafen, falls Sie zum Stichtag nicht die versprochene Warenmenge auf Lager haben.

Da Sie die Waren nur direkt vor Ort auf die Reise schicken beziehungsweise verkaufen können und mit New York und London auch nur zwei Handelsplätze zur Verfügung stehen, sind Sie praktisch unentwegt als Handlungsreisender auf Achse. Vor allem da es ja noch eine dritte Sorte Orte gibt, nämlich diejenigen, in denen Kunstauktionen stattfinden.

Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten
In Städten wie Rom, Berlin oder Amsterdam steigt alle paar Wochen eine solche Auktion. Dort wird jeweils eines der insgesamt 36 Gemälde unter den Anwesenden versteigert.

Aber nicht nur echte Meisterwerke kommen unter den Hammer, sondern auch zahlreiche Fälschungen von zweierlei Qualitätsstufe: Die einen sind die ganz miesen Normalplagiate.

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Mit solchen Schinken können Sie allenfalls Ihren Ruf bei Onkel Walther ins Bodelose versenken. Die zweite Fälschungsart stammt von Vico Vermeer, einem immerhin sehr anerkannten Kunstfälscher.

Um eine Fälschung bereits vor dem Kauf entlarven zu können, müssen Sie zeitraubende Kunstkurse besuchen. Originell: Der Packung liegt eine Brille bei, mit der Sie die Plagiate dann als solche erkennen können. Sämtliche ersteigerten Bilder werden automatisch zu einer der städtischen Galerien verfrachtet. Wenn Sie die Pinselei dort stiften und Sie keiner Fälschung aufgesessen sind, steigt Ihr Ansehen bei Onkel Walther. Wenn es sich bei dem Bild um eine Vermeer-Fälschung handeln sollte, ist das auch nicht ganz schlecht für Ihren Ruf. Denn immerhin wird diese solange in der Galerie aufgehängt, bis jemand das Original anschleppt.

Termine, Termine
Um Ihre Konkurrenten zu schädigen,

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können Sie deren Arbeiter zum Streik aufwiegeln, Fälschungen in Auftrag geben und versteigern lassen oder den Preis einer Ware durch übermäßige Lieferungen in den Keller drücken. Ansonsten sollten Sie trotz der vielen Auktionstermine, zeitraubenden Besuche bei Onkel Walther und Fortbildungskurse regelmäßig bei Ihren Plantagen vorbeischauen, um die Waren zu verschiffen und durch Lohnerhöhun- gen Streiks abzuwenden.

Entsprechendes gilt auch für die Warenbörsen, denn die Lagerhaltung in New York oder London verschlingt ungeheure Geldsummen. Zusätzliche Finanzquellen können Sie sich durch den Börsenhandel mit vier Aktien oder gar beim Pferderennen erschließen.

Ist aber eigentlich gar nicht nötig, denn trotz aller Widrigkeiten dürfte es selbst Wirtschaftslaien nicht allzu schwer fallen, ziemlich schnellriesige Geldsummen zu erwirtschaften, um sich dann vornehmlich mit den schönen Künsten zu beschäftigen.Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:
+ Einsteigerfreundlich + Mehrspielerfreundlich + Geldbeutelfreundlich

Cons:
- Gegenüber dem Vorgänger nur minimal verbessert - Schmucklos präsentiert - Langfristig öde im Solomodusriesige Geldsummen zu erwirtschaften, um sich dann vornehmlich mit den schönen Künsten zu beschäftigen.

Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:
+ Einsteigerfreundlich + Mehrspielerfreundlich + Geldbeutelfreundlich

Cons:
- Gegenüber dem Vorgänger nur minimal verbessert - Schmucklos präsentiert - Langfristig öde im Solomodus