Sind wir Spieler wirklich so simpel gestrickt? Noch vor kurzem krähte kein Hahn nach dem relativ unbekannten „Splinter Cell“-Klon „Sabotage“. Doch kaum stellen die Hamburger Entwickler von Replay Studios eine sexy Heldin in den Mittelpunkt ihrer Geschichte und geben dem Titel den erotisch angehauchten Namen „Velvet Assassin“, reist die internationale Presse in Scharen in die Hansestadt, um einen ersten Blick auf das Spiel zu werfen.

Und auch wir ließen uns nicht zweimal bitten, mit Geheimagentin Violette Summer in den Zweiten Weltkrieg zu ziehen – und verraten in unserer Vorschau, ob die „samtweiche Assassine“ zum Splitter (engl. Splinter) im Auge von Sam Fisher werden könnte…

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Auch wenn die Attraktivität der Heroine Violette Summer zweifelsohne nicht zu übersehen ist, wird sie weitaus weniger sexualisiert als jene gewisse Vorzeigedame der Spielelandschaft. „Violette Summer ist kein feuchter Jungenstraum mit Riesenbrüsten wie Lara Croft“, betonen die Entwickler von Replay Studios. „Unser Spiel legt wert auf Charakter und Realismus statt auf übertriebene Superhelden-Allüren.“

Velvet Assassin - Sexy Heldin in den wirren des Weltkriegs: Ist Violette Summer eine Konkurrenz für Sam Fisher?

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Vorbild für die Heldin ist die reale Geheimagentin Violette Szabo.
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Grund dafür ist sicherlich der reale Bezug der Heldin von Velvet Assassin: Vorbild für die Rolle, die der Spieler übernehmen wird, ist die Geheimagentin Violette Szabo, die als Spionin für den britischen Nachrichtendienst während des Zweiten Weltkriegs Berühmtheit erlangte, bevor sie kurz vor Ende des Krieges gefangen genommen und schließlich im Konzentrationslager Ravensbrück erschossen wurde.

Stealth-Action im Zweiten Weltkrieg

Zu Beginn des Spiels erwacht Violette Summer in einem Hospital. Wie sie dorthin gelangte und ob sie ihren Häschern wieder entkommen kann, wird sich erst im Laufe des Spiels herausstellen. Bis dahin erlebt der Spieler in einzelnen Leveln nach und nach ihre Vorgeschichte als Erinnerungsflashbacks.

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Die erste Mission führt uns in die Kanalisation des Warschauer Ghettos. Dort haben sich viele Flüchtlinge vor dem Zugriff der Nazis versteckt. Nun dient es Violette als Abkürzung in die Höhle des Löwen: ins Gefängnis, wo sie einen Kontaktmann treffen und nach Möglichkeit befreien soll.

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Die erste Mission führt in die Warschauer Kanalisation.
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Die Dunkelheit der modrigen Gänge gibt eine gute Gelegenheit, sich mit dem Schleich-Gameplay von Velvet Assassin vertraut zu machen: Im Schutze der Dunkelheit ist Violette für ihre Widersacher kaum bis gar nicht wahrzunehmen. Geräusche, wie sie etwa beim Feuern von Schusswaffen, aber auch beim Zertreten von Glasscherben entstehen, sollten tunlichst vermieden werden, um die Aufmerksamkeit der Soldaten nicht auf sich zu lenken.

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Ist Violette "unsichtbar", wird sie von einem blauen Schimmer umgeben.
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Äußerst lobenswert: Wann immer Violette in der Dunkelheit vor den Blicken ihrer Häscher verdeckt wird, ist ihr Körper mit einem bläulichen Schimmer umgeben. Ist sie in Reichweite für einen Nahkampfangriff verschwimmt das Bild wiederum zu einem aggressiven Rot. Auf die Weise ist der Spieler jederzeit und deutlich sichtbar über seine eigene Deckung informiert, ohne dass er zunächst eine Anzeige im HUD konsultieren müsste. Ein häufiges Problem vergleichbarer Spiele, in denen man oft nicht weiß, ob und wieso man entdeckt wurde, soll damit vermieden werden.

Spion in Spitzenhöschen

Ein weiteres wichtiges Gameplay-Element sind die Morphium-Spritzen: Mit diesen puscht sich Violette ähnlich wie im Shooter-Kollegen F.E.A.R. vorübergehend zur Superheldin auf. Dann bleibt die Zeit für einen Augenblick stehen, der Bildschirm wird durchströmt von roten Blutkörperchen, die das Rauschen der Droge durch den Blutkreislauf symbolisieren sollen, zudem trägt Violette plötzlich nicht mehr ihr übliches Leder-Outfit, sondern bewegt sich wie im Fiebertraum nur mit ihrem Klinik-Nachthemd bekleidet durch Feindesland.

Charakter statt Körbchengröße: Violette Summer ist eine attraktive und viel versprechende Alternative zu Sam Fisher & Co.Ausblick lesen

Letzteres ist zwar adrett anzuschaun und durch die Rahmenhandlung halbwegs glaubhaft abgesichert – ein wenig lächerlich wirkt es jedoch schon, wenn ein gestandener Nazi-Soldat von einer Frau im samtenen Spitzenrock niedergestochen wird. Noch dazu in einer Animation, die an Altairs akrobatischen Kreuzzug erinnert – auch wenn Violette nicht ganz in dessen Coolness-Regionen vorstoßen kann.

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Behutsames Vorgehen ist in Velvet Assassin das A und O.
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Nachdem wir die Kanalisation verlassen haben, bahnen wir uns einen Schleichweg durch das, bis auf gegnerische Soldaten, von jeder Menschenseele verlassene Ghetto. Die Straßen sind gepflastert von Möbelstücken – Sofas, Schränke, ganze Badewannen gar -, die die Nazis bei ihren Razzien auf der Suche nach Flüchtigen aus den Fenstern geworfen haben. Glück für uns – bietet das Mobiliar doch den bitter nötigen Sichtschutz gegen die Widersacher.

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Die Grafik des Spiels ist fast so hübsch wie die Heldin.
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Neben lautlosen „Close Kills“ per Dolch könnt ihr euch bald schon auch „knalliger“ eurer Feinde entledigen. Die berühmte deutsche Luger wandert ebenso bald in euer Inventar wie kurz darauf ein Sniper-Gewehr, das Angriffe aus sicherer Entfernung ermöglicht. Nachteil: Ein abgefeuerter Schuss lockt augenblicklich Gegner an. Zum besseren Anvisieren dürft ihr übrigens jederzeit von der Third-Person- in die Schulterperspektive wechseln.