Der Panini Verlag hat jüngst das optisch sehr schicke Hardcover-Buch „Valve Präsentiert: Das Opfer und andere Geschichten mit Steam-Power“ veröffentlicht. Mit einiger Verspätung, wie man anmerken muss, denn in den USA wurde der Band schon vor drei Jahren publiziert. Der Inhalt wiederum ist dem geneigten Fan ohnehin bekannt. Denn Neues findet sich in dieser Kompilation nicht.

Hier werden drei Geschichten zu „Left 4 Dead“, „Team Fortress 2“ und „Portal 2“ präsentiert, die es allesamt auch online gibt. Man muss nur ein bisschen danach suchen, kann das Material aber auch umsonst lesen, wenn man denn der englischen Sprache mächtig ist. Ansonsten greift man auf diesen Band zurück, der aber auch Schwächen beinhaltet.

Das Opfer

Die mit Abstand längste Geschichte des Bandes ist „Left 4 Dead: Das Opfer“, das erzählt, wie die Protagonisten von Soldaten aufgegriffen und zu einer geheimen Basis gebracht werden. Eigentlich wollten sie in eine Sicherheitszone, aber jeder Versuch endete im Desaster. Nun wird ihnen auch klar, warum das so ist. Denn obwohl sie von Zombies gebissen wurden, haben sie sich nicht verwandelt. Sie sind immun. Aber auch mehr als das: sie sind Überträger.

Valve präsentiert: - Das Opfer und andere Geschichten mit Steam-Power

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Das Opfer und andere Geschichten mit Steam-Power.
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Den größten Mehrwert der Geschichte bietet nicht die halsbrecherische und teils auch humoristische Action, sondern der Blick auf die Figuren. Hier gibt es Hintergrundgeschichten zu den einzelnen Figuren des Games, so dass man mehr über Bill und seine Freunde herausfinden kann.

Die Geschichte ist flott und mit reichlich Action erzählt. Die Zeichnungen sind oftmals aber etwas ungelenk und die Kolorierung ist zu düster gestaltet. Das wäre aber noch nicht das größte Problem.

Diesem Comic merkt man an, dass er nicht für das Format eines Buches gestaltet wurde. Er ist auf die Größe eines Computer-Bildschirms ausgelegt, weswegen man hier jeweils zwei Comic-Seiten auf einer gedruckten Seite präsentiert. Das macht einerseits die Bilder sehr, sehr klein, und hat andererseits sehr hässliche Lücken zwischen den Seiten. Hier wäre es vielleicht vorteilhafter gewesen, die Comic-Seiten im Querformat zu drucken.

Geschichten ohne Ende

Den zweitgrößten Teil des Buches macht „Team Fortress 2“ aus. Eine durchgehende Geschichte gibt es hier nicht. Stattdessen werden viele kleine Geschichten angerissen. Das ist auch das genau richtige Wort dafür: angerissen. Denn richtige Enden gibt es nicht. Das erklärt auch das Vorwort zu diesem Teil des Buchs.

Diese Comics wurden als Einleitung für das Spiel und die Erweiterungen entwickelt. Sie sollten heiß machen, die Geschichten im Spiel zu vollenden. Das ist ein interessantes Konzept, als gedruckter Comic schmälert das den Unterhaltungswert aber doch gewaltig.

Der Mindfuck

Die beste Geschichte ist auch die kürzeste. „Portal 2: Laborrate“ lebt von seinen irren Zeichnungen, die in die Gedankenwelt des Protagonisten eintauchen lassen. Der leidet an Schizophrenie, was durch die ungewöhnliche Optik sehr schön herübergebracht wird. Die Geschichte ist aus dem Blickwinkel von Doug Rattmann erzählt.