Nordische Mythen, mutige Krieger und das Ende aller Welten - Ragnarok. Die perfekte Vorlage für ein aufwendiges Rollenspiel aus dem Hause Square Enix. Valkyrie Profile: Lenneth erschien bereits vor knapp acht Jahren auf der PlayStation und erfreute sich auch hierzulande großer Beliebtheit - und das, obwohl Lenneth offiziell nie in Deutschland auf den Markt kam.

Square Enix entstaubt dieses Rollenspiel-Juwel und bringt es in schickem Widescreenformat und mit neuen Rendersequenzen auf die PSP. Kann der Klassiker erneut punkten?

Der Stoff, aus dem Rollenspiele gemacht sind
Valkyrie Profile: Lenneth erzählt die Geschichte der gleichnamigen Walküre, welche die Seelen sterbender Krieger hören kann. Das Ende aller Welten, Ragnarok, steht kurz bevor und so wird Lenneth von Göttervater Odin in die Welt der Sterblichen geschickt, um die Seelen gefallener Krieger auf die große Schlacht vorzubereiten.

Valkyrie Profile: Lenneth - Acht Jahre und noch immer faltenfrei: Walkyre Lenneth betört auch auf der PSP.

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Viele tragische Schicksale erwarten den Spieler.
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Im Prinzip klingt das nach der perfekten Geschichte für ein Rollenspiel: Das Ende der Welt steht bevor, und ihr müsst helfen. Doch Valkyrie Profile wagt es, seine Geschichte anders zu erzählen, als wir es von vielen Rollenspielen gewohnt sind. In insgesamt acht Kapiteln erhält der Spieler je 24 Tage Zeit, die Geschichten vieler mutiger Krieger zu erleben. Ein fesselnd erzähltes Potpourri zahlreicher Protagonisten und ihrer tragischen Schicksale - so lässt sich Valkyrie Profile wohl am treffendsten beschreiben.

Fehlende Sprachkenntnisse? Pech gehabt!
Dem Spieler wird schon zu Beginn eine große Handlungsfreiheit zuteil. Sämtliche Wege stehen jederzeit offen, und so bleibt es einem selbst überlassen, wohin es als Nächstes geht. Dabei erfährt man jederzeit, wie es um den großen Krieg in Valhalla steht.

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Aufwändige Rendersequenzen vertiefen die Geschichte.
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Doch bevor es richtig losgehen kann, gilt es, sich durch furchtbar langatmige Dialogfenster zu klicken. Auch wenn die Geschichte der Walküre spannend und liebevoll erzählt ist, wird viel Durchhaltevermögen vorausgesetzt. Leider lassen sich die Dialoge und Sequenzen nicht beschleunigen, sondern allenfalls ganz überspringen. Selbst wer die Geduld mitbringt, wird sich nicht zwangsweise freuen können. Bei Valkyrie Profile handelt es sich um eine Portierung ohne Lokalisierung. Mit anderen Worten: Wer kein Englisch versteht, wird sich an dem Rollenspiel die Zähne ausbeißen.

Noob!
Einen leichten Einstieg bietet Valkyrie Profile beileibe nicht. Da dem Spieler viel Handlungsfreiraum gelassen wird, können gerade die ersten Spielstunden äußerst fordernd sein. Anfänger werden sicherlich einige Frustmomente erleben, bevor sie begreifen, was eigentlich verlangt wird.

Viele umfangreiche Menüs wollen erkundet werden, doch ohne eine Einleitung in die wichtigsten Grundlagen des Spiels wird dies schnell zum Problem - von der komplexen Charakterentwicklung ganz zu schweigen. Wer sich jedoch einmal mit dem Spiel zurechtfindet, wird schnell auf seine Kosten kommen und sich vor allem über die drei Schwierigkeitsgrade freuen. So können beispielsweise erst alle Items, Dungeons und Charaktere auf der Schwierigkeit "Hard" entdeckt werden. Auch das letzte der drei verschiedenen Enden wird erst ab dem mittleren Schwierigkeitsgrad ermöglicht.

(Nur) ein Hauch von Final Fantasy
Zugegeben, auf den ersten Blick sieht das Kampfsystem sehr nach Final Fantasy aus. Doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen, Valkyrie Profile ist weit mehr als nur ein "Final Fantasy"-Klon. Rundenbasierte Kämpfe, bei denen es vor allem auf Taktik und das richtige Timing ankommt, sind hier angesagt.

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Das Kampfsystem ist simpel, aber schwer zu meistern!
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Maximal vier Mitstreiter kämpfen gemeinsam in einer Party. Jedem wird eine Taste zugeordnet, mehr benötigt es gar nicht. Jegliche Aktionen führen die Kämpfer unter Lenneth je nach Bedarf selbstständig aus. Statt Zug um Zug mit jedem Helden einzeln anzugreifen, lassen sich die Angriffe wahlweise auch kombinieren. Das füllt nicht nur die Anzeige für Spezialangriffe auf, sondern ermöglicht auch Boni auf Erfahrungspunkte.

Während des Kampfes können zudem die Zusammenstellung des Teams geändert, Waffen gewechselt, Formationen angepasst und Gegenstände oder Magien angewendet werden. Das Kampfsystem lässt sich insgesamt leicht verstehen, ist aber sehr schwierig zu meistern. Eher untypisch für Square Enix ist der komplette Verzicht auf Zufallskämpfe. Alle Gegner bewegen sich frei in der Umgebung und lassen sich mit etwas Geschick umgehen.

100% Handarbeit
Bei so vielen verschiedenen Charakteren, die es aufzubauen gilt, müsste man beinahe eine ganze Waffenkammer leer kaufen, bevor jeder ausgerüstet ist. Zum Glück ist man in Valkyrie Profile seines Glückes eigener Schmied - wortwörtlich! Waffen, Rüstungen und Gegenstände finden sich nämlich nicht im Ausrüstungsshop um die Ecke, sondern müssen selbst hergestellt werden.

Mit Hilfe der so genannten Materiepunkte lassen sich gesuchte Objekte schnell per Knopfdruck herstellen. Alte Ausrüstung kann wieder "eingeschmolzen" werden, um den Vorrat an Materie zu vergrößern. Mit Hilfe der "Transformation" werden besondere Gegenstände beispielsweise für neue Zaubersprüche eingetauscht.

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Die eher ungewöhnliche 2D-Seitenansicht zeugt von PS1-Zeiten.
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Die Geschichte der Walküre Lenneth wird Square Enix-typisch in spektakulären Rendersequenzen erzählt, die eigens für die PSP geschaffen wurden. Hauptlieferant für die passende Atmosphäre ist jedoch der opulente Soundtrack. Mit mal melancholischer, mal bombastischer Musik werden die mitreißenden Schicksale der Charaktere untermalt. Leider wird die Sprachausgabe des Rollenspiels diesen hohen Anforderungen nicht gerecht.

Grafisch macht die acht Jahre alte, zweidimensionale PlayStation-Seitenansicht noch einen guten Eindruck. Auch die spektakulären Effekte während des Kampfes beweisen heute noch ihre Durchschlagskraft. Damals auf der PS1 top, auf der PSP immer noch oben dabei.