Über ein Jahr lang habe ich als Spielesichter für die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle in Berlin gearbeitet. Im Auftrag des Jugendschutzes spielte ich über 140 Spiele komplett durch. Begleitet mich auf einer kleinen Reise in die heiligen Hallen des deutschen Jugendschutzes. Wer will, kann sogar ein bisschen dabei lernen. Diskussionen sind selbstverständlich sehr erwünscht.

USK - „Der Superman-Faktor“ - zu Besuch bei den Sichtern der USK

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So wird man gerne begrüßt - Lara heute mit cooler Pixel-Sonnenbrille.
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Herzlich willkommen bei der USK!

Ich komme zu früh. Als ich aus dem Fahrstuhl steige, sind die Flure des Büros im vierten Stock noch komplett leer. Der pünktlich zu Mittag einsetzende Regenschauer hat bisher noch niemanden zu einem Besuch motivieren können. Bis auf Lara Croft, die leider nur als Puppe anwesend ist, treffe ich nur die Mitarbeiter der USK und der Stiftung Digitale Spielekultur, die im selben Büro arbeitet. Alles ist vorbereitet. Die USK möchte sich und ihre Arbeit heute verständlich und für jede Altersgruppe spannend präsentierten. Geplant sind regelmäßige Führungen, kleine Diskussionsrunden und gespielte Prüfsitzungen, bei denen das Publikum Gremium spielen darf. Erwartet werden u.a. mehrere Schulklassen verschiedener Altersgruppen.

Im Sichterraum sitzen die Sichterinnen Angelika und Lara und machen das, was sie bei der USK am meisten machen – spielen. Der Raum ist voller neuer und alter Konsolen; Laptops und Bildschirme stehen auf den kleinen und großen Tischen. Eigentlich ein Paradies für jeden Gamer, doch die wenigsten werden hier jemals selbst spielen können, schließlich gilt für die USK eine strikte Geheimhaltung.

Wer hier spielt, spielt allein. Seinen Freunden darf man nichts von den aktuellen Spielen berichten, sind diese doch meist noch nicht erschienen oder in seltenen Fällen bisher nicht einmal angekündigt worden. Eigentlich schade, denn das Teilen der eigenen Spielerlebnisse macht für viele sicher einen großen Reiz am Videospielen an sich aus.

Marek Brunner, Testbereichsleiter der USK, nennt diesen Umstand den „Superman-Faktor“. Genauso wie der Held vom Planeten Krypton dürfen die Sichter nichts von ihren Geheimnissen erzählen. Tun sie es doch, ist der neue schöne Job schneller Weg als Sonics Ringe bei einem Sprung auf ein Stachelbett. Wenn man mit jemanden über seine Spiele sprechen möchte, bleiben nur die Kollegen. „Deswegen finden die Sichter bei der USK schnell neue Freunde“, so Brunner.

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Marek bereitet alles vor. Im Hintergrund wird schon fleißig gezockt.
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Let´s talk about games: Auf einem großen Whiteboard an der Wand lassen sich von zwei Tabellen etliche bekannte und weniger bekanntere Spiele ablesen. Links werden die besten Spiele aller Plattformen gesammelt. Die kleinste Liste hat dabei die PSP, die längste der PC, aber auch zu Mega Drive und Dreamcast finden sich noch Empfehlungen wie Jet Set Radio, Gunstar Heroes und Global Gladiators.

Etwas moderner, aber nicht weniger exotisch fällt die rechte Tabelle aus. Hier stehen unter den Namen der Sichter deren Wunschtitel. Da nicht jeden Tag Spiele mit Spaßlevel 100 getestet werden, dürfen die Mitarbeiter hier ihre Spiele notieren, die sie besonders gerne sichten würden, nachdem mal wieder das x-te Wimmelbild durchgeackert wurde. Mehrfach genannt werden natürlich die Fortsetzungen bekannter Franchises. Uncharted 4, Mortal Kombat X und Metal Gear Solid 5 reihen sich neben in Deutschland unbekanntere Titel wie Stein´s Gate oder Shin Megami Tensei, zudem gibt es aber auch noch hoffnungsvolle Wünsche zu bisher nicht angekündigten Titel. Max Payne 4 und Alan Wake 2 bleiben selbst den Sichtern der USK noch vorenthalten, von Fallout 4 ganz zu schweigen. Wer auf dem Bild einen Leak gewittert haben möchte, wird leider enttäuscht.

Ganz einfach – so wird bei der USK geprüft

Langsam füllt sich der Raum und Marek erklärt den inzwischen eingetrudelten Gästen, wie so ein Prüfverfahren bei der USK abläuft: das Spiel geht ein, wird technisch geprüft und dann zur Sichtung freigegeben. Besteht kein intensiver Sichtungsbedarf, wie bei DLCs oder Lernspielen zum Beispiel der Fall, wird der Titel direkt dem Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden (OLJB) präsentiert, der dann eine Altersfreigabe erteilt. Ist dies nicht der Fall, spielt einer der fünf bis zehn aktiven Sichter das Spiel komplett durch. Jeder Level, jede Mission. Der relevante Inhalt eines Spiels muss komplett gespielt werden.

Das kann manchmal Spaß machen. Stellt euch ein Mario vor – einmal durch, hat man so gut wie alles gesehen. Das kann manchmal aber auch eine richtige Qual sein – stellt euch ein GTA IV vor, das ihr eben kurz durchspielen müsst. Mit über 100 Stunden Spielzeit hält Rockstars Goldesel übrigens immer noch den Rekord für die längste Spielzeit bei der USK.

Zusätzlich kommt hier zum Tragen, dass viele Entwickler oft unfertige Versionen ihrer Spiele einreichen. Sie sind zwar verpflichtet, der USK die finalen Versionen abzugeben, schaffen dies aber oft auf Grund eines straffen Terminplans oder anderer Gründe nicht. So muss man sich dann manchmal mit sehr schlecht laufenden Spielen, Abstürzen, Gamebreakern und vielen anderen Problemen herumschlagen, die noch einige unnötige Stunden extra kosten. Hierfür gibt es dann eine Strafe, die der Hersteller zahlen muss. Mit dieser werden unter anderen die Sichter für ihre "verschwendete" Zeit entlohnt.

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Erst wird alles in Ruhe erklärt - dann gibt's Zeit für jede Frage.
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Mit dem Daddeln fertig und manchmal um ein Wochenende ärmer, wird das Spiel einem fünfköpfigen Gremium präsentiert, dessen Vorsitz wieder ein Vertreter der OLJB innehat. Diese Präsentationen sind für mich immer das Schönste am Job gewesen. Wo sonst hat man die Chance, ein Spiel live vorzuspielen und gleichzeitig darüber zu sprechen? Klar, heutzutage machten YouTube und Twitch alles möglich, aber so eine Präsentation vor echtem Publikum fühlt sich bei den meisten Spielen einfach super an.

Jeder von uns lässt doch gerne mal durchscheinen, was für einen Skill er in Ego-Shootern, Shoot-em-ups oder Plattformern hat. Allerdings gibt es auch hier ein paar Regeln. Beim Vorspielen dürfen wir nicht einfach „durchrushen“, alle Punkte kurz abhaken und dann den jugendschutzrelevanten Inhalt zeigen. Das Spiel brauch „Luft zum Atmen.“ Damit das Gremium folgen kann, sollten Tutorials oder Anfangsmissionen zuerst gezeigt werden, schließlich spielt sich fast jedes Spiel anders und muss demnach anders bewertet werden.

Zudem dürfen wir natürlich nicht konsequent den Superskiller raus hängen lassen. Ganz im Gegenteil, das Spiel muss bewusst in einem normalen Tempo - so, wie es der durchschnittliche Spieler auch spielen würde – gespielt werden. Mit viel Zeit für das eigentliche Gameplay, für den Spielfluss an sich. Das Gremium muss nachvollziehen können, wie ein normaler Spieler das virtuelle Abenteuer erlebt.

Ganz wichtig sind natürlich dennoch die jugendschutzrelevanten Inhalte, die nicht fehlen dürfen. Von Gewalt über Drogen, angsteinflößende oder hektische Spielinhalte muss alles präsentiert werden; den Sichtern darf hier nichts durch die Lappen gehen. Das macht vor allem beim Spielen an sich häufig viel Spaß. In jedem Spiel musste ich testen, ob Leichen angeschossen werden können, ob ich meine Verbündeten und Zivilisten angreifen kann und was passiert, wenn ich zum Beispiel bei einem Knights of the Old Republic den dunklen Pfad der Macht wähle. Dass es dabei oft zu skurrilen Situationen kommt, die vom Entwickler sicher nicht vorgesehen waren, ist klar und kann sehr lustig sein.

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Mit dem 3DS-Dev-Kit können die Spiele auch auf großen Bildschirmen gezeigt werden.
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Ist die Präsentation beendet, kann das Spiel erst mal pausiert werden. Nun muss das Gremium diskutieren, das Spiel in eine Altersstufe einsortieren. Dafür gibt es vorab eine grobe Richtung. Diskutieren wir zwischen 12 und 16 oder zwischen 16 und 18 Jahren? Fällt eine k.K. (keine Kennzeichnung) in Betracht? Für jede Stufe gibt es verschieden Grundindizien. Spiele mit Militärthematik sind typische 16er, während man bei einem Jump-and-Run mit „Feindkontakt“ (wie etwa einem typischen Mario) meist von einem 6er ausgehen kann. Den Unterschied zu einem 0er macht in diesen Fällen oft der Stressfaktor aus, den das Kind beim Spielen erlebt.

Die Sachverständige und der Vorsitzende im Gremium tauschen nun Argumente aus. Vor allem bei Spielen, die zwischen 16 und 18 rangieren, ist dies oft sehr interessant. Geht es nur um die Gewalt an sich, oder stehen taktische bzw. strategische Elemente im Vordergrund? Reicht die Einbettung in eine fiktive Geschichte, damit der Spieler die Inhalte des Spiels besser einordnen kann? In vielen Diskussionen hat mich das Gremium mit überraschenden Argumenten erstaunen können. Viele Dinge im Jugendschutz machen erst mit dem zweiten Hinschauen Sinn, dann aber umso mehr. Am Ende der Diskussion wird schließlich abgestimmt. Bei fünf Anwesenden gibt es hier nie ein Unentschieden.

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Heute dürfen die Besucher über eine Altersfreigabe diskutierten und abstimmen.
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Auf dem Tag der offenen Tür wurden auch simulierte Prüfsitzungen abgehalten. Katharina spielt hier die Sichterin und stellt einen typischen Donnerstagvormittag mit dem Prüfgremium vor. Letzteres ist heute allerdings nicht anwesend, sondern wird durch die Gäste ersetzt. Nachdem Katha mit ihrer Präsentation von inFAMOUS: Second Son fertig ist, darf der gesamte Raum über das zu vergebende Kennzeichnen diskutieren.

Diese simulierten Sitzungen sind immer sehr interessant. Manchmal stimmen die Besucher mit den Meinungen der Gremien sehr stark überein, manchmal würde sie Spiele lascher, manchmal aber auch härter bewerten. In solchen Momenten merkt man, dass Jugendschutz immer noch ein subjektives Thema ist, über das nie generell entschieden werden kann.

Anzugträger oder echte Gamer? Das Prüfgremium

Uwe Engelhard ist einer der ständigen Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden. Im Wechsel mit seiner Kollegin Lidia Grashof übernimmt er den Vorsitz der Prüfgremien. Viel interessanter und deutlich wichtiger ist aber natürlich, dass der Mann Ahnung von Games hat. Ob er zuhause überhaupt spielt, wollte ich von ihm wissen. Ganz der Stratege, zählt Uwe Titel wie die Schiffahrtssimulaton Ports of Call aus dern 80gern, Heroes of Might and Magic, Civilizations und Etherlords zu seinen frühen Lieblingen.

„Ich war nie ein Coregamer, aber doch immer diesem Medium Computerspiele verbunden“, so Engelhard. Einen gewissen „Blick“ und aber auch die Liebe für die Games im Kombination mit einer genau so großen Aufmerksamkeit für Kinder und Jugendliche sind seiner Meinung nach die ausschlaggebenden Faktoren für seinen Beruf. „Es gab viele schöne Spiele, die sehr sehr unterschiedlich sind“, berichtet er von seinen bisherigen Prüfungen.

Beispielhaft nennt er The Last of Us, Beyond: Two Souls als Titel die ihn sehr beeindruckt haben. Aber auch Spiele für die jüngeren Generationen konnten überzeugen. „Einfach fantastisch“ nennt er z.B. Flower und Journey. „Das Tolle ist aber“, sagt er abschließend „dass es diese riesige Bandbreite gibt, in der fast jeder etwas für sich entdecken kann.“

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Lidia fragt: „Wer von euch spielt denn überhaupt?"
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Doch wer sitzt neben dem Vertreter der OLJB im Gremium? Die vier weiteren Sitze werden von den Jugenschutzsachverständigern belegt. Insgesamt gibt es von ihnen gut 50. Sie alle haben über ihre Beschäftigung – sei es als Pädagoge, Journalist, Wissenschaftler oder Jugendamtsmitarbeiter viel Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit. Als ich das erste mal in einer Prüfung den Sachverständigen gegenüber saß, wusste ich nicht, was ich mit diesen offensichtlichen Bürohengsten anfangen soll.

Zwei Stunden Präsentation und eine intensive Diskussion über das Balancing der Panzer in Battlefield 4 später hatte sich meine Sichtweise deutlich verschoben. Diese Leute sind zum größten Teil selbst Spieler, einige verbringen sogar mehr Zeit in MMOs als ich in meinem geliebten Battlefield. Dennoch schaffen sie es, den Bogen zwischen Spielspaß und Jugendschutz zu spannen und ihrer Aufgabe so gewissenhaft nachzukommen.

Wo wir grade bei einem ernsten Thema sind, haken wir doch gleich mal einen der größten Kritikpunkte an der USK ab. Das Schneiden von Spielen. Viele Spieler, auch erwachsene, denen ich von meinem Beruf erzählt habe, denken immer noch, wir würden aktiv besonders brutale Inhalte aus Spielen herausschneiden. Dass Zensur in Deutschland verboten ist, wird dabei komplett außer Acht gelassen. Dazu gibt es zwei wichtige Fakten, die jeder Gamer kennen sollte:

1. Die USK schneidet keine Spiele. Entwickler entscheiden sich eigenständig, Inhalte aus Spielen herauszunehmen, um einer Indizierung (siehe Punkt 2.) oder einem Alterskennzeichen, das schlecht für die Vermarktung wäre, zu entgehen.

2. Wenn ein Spiel bei der USK gekennzeichnet wird, also mindestens das Siegel „keine Jugendfreigabe“ – auch als ab 18 bekannt – erhält, kann es nicht von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert, also mit einem Verbreitungsverbot belegt werden.

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Das größte Archiv Deutschlands - ein Traum für Gamer.
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Da wir bei der USK alle gerne spielen, wollen wir, dass alle Spiele auch in Deutschland auf den Markt kommen. Sich bei besonders harten Diskussion zwischen 18 und k.K. nicht einschalten zu dürfen, ist manchmal eine große Herausforderung. Doch so ist es leider - die Sichter dürfen weder eine Empfehlung für ein Alterskennzeichen abgeben, noch ihre Meinung in den Entscheidungsprozess des Gremiums einfließen lassen.

Jugendschutz, brauchen wir das?

Persönlich finde ich die Arbeit der USK sehr sinnvoll, da hier viel Zeit in jedes einzelne Spiel und dessen möglicher Wirkung auf Jugendliche investiert wird; viel sinnvoller und viel wichtiger ist aber ein verantwortungsvoller Umgang mit Medien in den Familien und in der Erziehung. Eltern sollten sich mit dem auskennen, was ihre Kinder spielen oder schauen, sollten selber sogar am besten mal eine Runde mitspielen. Sicher hat der ein oder andere sich schon mal vorgestellt, mit der eigenen Mutter mal bei Counter Strike ein paar Geisel zu befreien und ihr so zu zeigen, worum es bei einem taktischen Shooter wirklich geht? Wie die Kommunikation mit einem guten Squad in Battlefield funktioniert?

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Na, was wird hier gespielt?
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Wir befinden uns aktuell auf einem sehr guten Weg in eine deutlich aufgeklärtere Zeit, was Videospiele und Jugendschutz betrifft. Wer zu seinen Eltern allerdings gar keinen Draht in diesem Thema findet und der Meinung ist, dass ein bestimmtes Spiel doch wirklich für ihn geeignet wäre, kann sich gern mit der USK in Verbindung setzen. Mit diesem Kontakformular können alle Fragen und Vorschläge die ihr an und für die USK habt jederzeit gestellt werden. Oft antwortet Marek Brunner auch selbst auf nett gestellte Fragen.

Seit 1994, also der Gründung der USK, arbeitet der Mann für die USK und hat in den 20 Jahren satte 10000 Spiele gezockt, davon allerdings „nur“ 3.000 Spiele vollständig durchgespielt. Nur 400 bis 500 davon haben ihm Spaß gemacht. Man kann sich mal vorstellen, mit welcher Leidenschaft man spielen muss, um diesen Job zwanzig Jahre lang konzentriert ausführen zu können.

Was für Höhen und Tiefen es in dieser Zeit gab, wollte ich von ihm wissen und bekam gleich eine wunderbare Anekdote geliefert. Als zehnten Titel musste er anno 94/95 das Action-Adventure Bioforge testen. Daheim gab es dann allerdings den Super-GAU: das Double-Speed-Laufwerk des heimischen PCs hatte sich kurzzeitig zu einem Defekt entschieden und den Datenträger des noch nicht erschienenen Spiels vollkommen zerstört. So etwas kann heute nicht mehr passieren, dürfen die Spiele nicht mehr zuhause gespielt werden.

In meiner Zeit als Sichter habe ich selbst kaum noch daheim gespielt. Neben dem Spielen auf der Arbeit gab es zu Hause noch ein paar Runden Battlefield, danach nahm ich mir aber viel Zeit für andere Dinge, die vom Bildschirm ablenken. Freunde, Sport und andere große Unbekannte. Auch für Marek fällt ein großer Teil des privaten Spielens neben der Arbeit mehr oder weniger flach. Wenn die Kinder im Bett sind, gibt es nur noch selten die Chance, nachts mal ein paar Stunden neue Titel oder alte Highlights anzuzocken.

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Tschüss Machinarium, Tschüss USK!
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Zum Abschluss des Interviews fragte ich Marek dann noch nach seinem fünf Lieblingsspielen: „Metroid: Prime, Super Hexagon, FTL, Civilizations 2, Super Mario Galaxy“, antwortete er wie aus der Pistole geschossen. Während ich mich verabschieden wollte, begann er jedoch noch weitere Titel aufzuzählen: „Golden Eye, Tactics Ogre...“

Übrigens: Wer Sichter bei der USK werden will, hat es gar nicht mal so schwer. Eine vernünftige Bewerbung ist natürlich Pflicht, wenn (meist im Frühjahr) neue Stellen ausgeschrieben werden. Viele Jahre Videospielbackground gehören genauso zu den Mindestanforderungen wie ein gutes Englisch, falls es Bedarf für eine schnelle Problemlösung mit Hilfe der Entwickler gibt. Außerdem muss man für eine souveräne Präsentation gleichzeitig Spielen und Reden können. Aufmerksamkeit und Sorgfalt sind ebenfalls essentiell, damit kein wichtiges Detail im Spiel außer Acht bleibt. Wer Lust hat, bewirbt sich einfach – auf der Website der USK erfährt man immer von neuen Ausschreibungen und das Team nimmt jeden neuen Sichter sehr sehr nett auf.