Urban Reign 2 (PS2 Review)
von Nedzad Hurabasic

Allzu viele Prügelspiele sind in den vergangenen Monaten nicht für die PlayStation 2 veröffentlicht worden. Lediglich der Martial-Arts-Hit Soulcalibur 3 brachte die Konsole so richtig ins Schwitzen, jetzt soll der Straßenkampf mit dem Spiel Urban Reign einen neuen Aufschwung erhalten.

Nur leider ist das Spiel letztendlich so interessant geraten wie der Besuch auf den Neuköllner Maientagen, die in den vergangenen Jahren zum Tummelplatz von halbstarken Möchtegern Bruce Lees verkommen sind.

Urban Reign - Schwacher Prügelzirkus: Eintönige Schlägereien auf der PS2!

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Die Story des Spiels ist schnell zusammengefasst. Ihr seid Brad Hawk, ein bezahlter Schläger, und sollt in einer namenlosen amerikanischen Stadt in einem Bandenkrieg "vermitteln". Dafür heuert euch Shun Yin Lee, die Anführerin der Triaden aus dem örtlichen Chinatown an, die der Konkurrenz zeigen will, wo der Hammer hängt. Mehr muss der Held nicht wissen, um seine Aufträge zu erfüllen. Hauptsache, die Kohle stimmt. Bevor ihr euch in das 100 Missionen umfassende Abenteuer der Story-Kampagne stürzt habt ihr auch Gelegenheit, euch mit dem Kampfsystem des Spiels vertraut zu machen.Dazu dienen einerseits die "Lektionen", die aber leider nur aus schriftlichen Erklärungen der wichtigsten Aspekte des Spiels bestehen. Andererseits steht auch der Trainings-Modus zur Verfügung, in dem ihr gegen verschiedene Kontrahenten antreten könnt, um Schläge, Kicks und Würfe auszuprobieren oder auch mit Waffen zuschlagen. Wie man es von einem Straßen-Prügelspiel erwarten kann, sind die Schlagwaffen eher klobig und bestehen in der Regel aus Rohren, Knüppeln oder Brettern.

Grundsätzlich verfügt die Spielfigur über relativ wenige Grundfähigkeiten, sodass auch die Steuerung recht simpel ausfällt. Mit einer Taste werden Schläge oder Tritte ausgeteilt, mit einer weiteren kann der Charakter Würfe und Hebel ansetzen. Je nachdem wie die Position im Verhältnis zu dem oder den Gegnern ist, kommen auch Multiangriffe zustande, die automatisch eingeleitet werden und mehrere Feinde gleichzeitig treffen können.
Darüber hinaus verfügt Mr. Hawk auch über eine ganze Reihe von Spezialangriffen, die über verschiedene Tastenkombinationen ausgelöst werden und sehr nett anzusehen sind. Sie erinnern aufgrund der gelungenen Animationen an einige gut choreografierte Action-Filme wie "The Transporter" und sind auch recht wirkungsvoll. Anfänglich startet der Spieler mit vier dieser Spezialangriffe und Kombos, im Verlauf des Spiels werden weitere Fähigkeiten freigeschaltet. In gewissem Umfang kann auch die Umgebung des Spiels für Aktionen genutzt werden.

So kann die Figur sich von Wänden abdrücken und gegen Feinde springen oder diese dagegen werfen, was Zusatzschaden verursacht. Umherstehende Gegenstände wie Tische, Stühle oder Kisten werden dabei zerstört, größere Objekte wie Fahrzeuge werden zumindest beschädigt. Insgesamt wirkt aber alles recht grau und eintönig, was auf viele Vorstädte und Hinterhöfe, in denen sich das Geschehen abspielt, in Wirklichkeit auch zutrifft.

Urban Reign - Schwacher Prügelzirkus: Eintönige Schlägereien auf der PS2!

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Im Spiel wirken die sich oft wiederholenden Örtlichkeiten aber schnell langweilig, zumal einem auch die um sich prügelnden Schläger nach kurzer Zeit mehrmals über den Weg zu laufen scheinen und ihre Lektion einfach nicht lernen wollen.

Ohnehin hat der Spieler schnell das Gefühl, die Kämpfe am Fließband zu absolvieren und nach Akkord bezahlt zu werden. Wo anfänglich noch einige Cutszenen in die Story einführen, steht schon schnell nur noch eine kurze Missionsbeschreibung vor jedem Einsatz. Ohne Umschweife geht es dann immer sofort zur Sache, entweder treten wir gegen eine Gruppe von Gegnern an oder ein sehr starker Einzelgegner bzw. Obermotz will unserem Treiben ein Ende setzen.Dabei unterscheiden sich die Aufgabenstellungen praktisch nie, das einzige Ziel besteht immer darin, alle Feinde auszuschalten. Zur Abwechslung müssen wir lediglich ab und an einige Kontrahenten in einer vorgeschriebenen Zeit K. O. schlagen, sonst unterscheiden sich die Missionen kaum voneinander.

Nach jeder Mission können die Fähigkeiten des Spielcharakters aufgemotzt werden. Zwischen ein und vier Punkten stehen zur freien Verteilung bereit und können investiert werden, um beispielsweise Schläge und Spezialangriffe oder die Nehmerqualitäten des Schlägers zu verbessern. Dummerweise bringen die besten Fähigkeiten nichts, wenn die Feinde überproportional gut sind. Bis Mission 20 sind alle Kontrahenten noch relativ leicht zu besiegen, danach setzt aber ein krasser Sprung ein, der den ohnehin schon mäßigen Spaßfaktor in Frust umkehrt. Viele Feinde sind auch nach mehrmaligen Versuchen nur mit viel Glück zu besiegen, wenigstens stehen dem Spieler unendlich viele Versuche offen. Neben den Angriffsschlägen verfügt der Protagonist auch über eine Verteidigungsmöglichkeit.Jedenfalls theoretisch. In der Praxis gelingt es eher selten, den Schlägen der Feinde auszuweichen. Das gilt vor allem in höheren Levels, wo einen die Kontrahenten mit Moves und Kombos nur so eindecken, dass die Birne glüht. Teilweise treten sie unseren armen Spielcharakter sekundenlang zwischen sich hin und her, ohne dem Spieler die Möglichkeit zu geben, auf das Spiel einzuwirken. Chancenlos muss man mit ansehen, wie der Lebensbalken auf diese Weise schnell reduziert wird.

Während wir die ersten 20 Missionen in einer halben Stunde absolviert haben, wird das danach folgende Spielgeschehen allein aufgrund des immens hohen Schwierigkeitsgrads und nicht wegen der vielen Inhalte auf einige Stunden gestreckt. Zwar lassen die Gegner gelegentlich Erfrischungsgetränke fallen, die dazu gedacht sind, die Verfassung der Spielfigur wieder aufzufüllen oder Energie für die Spezialschläge anzusammeln. Doch leider kommt man nur sehr selten dazu, diese auch einzusetzen.Das sehr schnelle Gameplay lässt uns einfach keine Zeit. Es vergeht kaum eine Sekunde, in der wir nicht von einem Feind traktiert werden und deshalb auch nur selten zur Einnahme der heilenden Tränke kommen. So verwundert es auch nicht, dass kaum eine Mission länger dauert als zwei Minuten. Die "Nachbarschaft" bzw. die Umgebung der einzelnen Abschnitte kann dabei überhaupt nicht erkundet werden, da die Missionsauswahl über eine Übersichtskarte erledigt wird. Letztendlich gibt es aber nicht wirklich eine Wahl, die Story läuft trotzdem in einer vorgegebenen Reihenfolge ab.

Wer an der Story scheitert, weil es einfach zu schwer wird oder die Schnauze davon voll hat, ständig die gleichen Gegner zu Brei zu schlagen, kann sich auch im Multiplayer-Modus austoben. Bis zu vier Spieler können gegeneinander antreten und dabei in konfigurierbaren Kämpfen ihren Spaß haben. Von abwechslungsreichen Kämpfen a la Tekken ist das aber trotzdem um Welten entfernt und kann daher auch nur sehr eingeschränkt verglichen werden. Auch grafisch kann das Spiel nur teilweise überzeugen.Wie schon zuvor beschrieben sind die Kampfanimationen durchaus gelungen und bieten das richtige Ambiente für ein Prügelspiel. Leider ist die Umgebung sehr trist gestaltet und auch die Texturen sind matschig und wenig detailliert gehalten. Dasselbe gilt für die Feinde, die nach einiger Zeit kaum noch unterschieden werden können. Augenscheinlich trifft der Spieler immer wieder auf dieselben Kontrahenten, die sowieso aus lauter Stereotypen bestehen. Schläger rekrutieren sich demnach vor allem aus Schwarzen, Bikern oder langhaarigen (tätowierten!) Ghetto-Kids.Das sehr schnelle Gameplay lässt uns einfach keine Zeit. Es vergeht kaum eine Sekunde, in der wir nicht von einem Feind traktiert werden und deshalb auch nur selten zur Einnahme der heilenden Tränke kommen. So verwundert es auch nicht, dass kaum eine Mission länger dauert als zwei Minuten. Die "Nachbarschaft" bzw. die Umgebung der einzelnen Abschnitte kann dabei überhaupt nicht erkundet werden, da die Missionsauswahl über eine Übersichtskarte erledigt wird. Letztendlich gibt es aber nicht wirklich eine Wahl, die Story läuft trotzdem in einer vorgegebenen Reihenfolge ab.

Wer an der Story scheitert, weil es einfach zu schwer wird oder die Schnauze davon voll hat, ständig die gleichen Gegner zu Brei zu schlagen, kann sich auch im Multiplayer-Modus austoben. Bis zu vier Spieler können gegeneinander antreten und dabei in konfigurierbaren Kämpfen ihren Spaß haben. Von abwechslungsreichen Kämpfen a la Tekken ist das aber trotzdem um Welten entfernt und kann daher auch nur sehr eingeschränkt verglichen werden. Auch grafisch kann das Spiel nur teilweise überzeugen.Wie schon zuvor beschrieben sind die Kampfanimationen durchaus gelungen und bieten das richtige Ambiente für ein Prügelspiel. Leider ist die Umgebung sehr trist gestaltet und auch die Texturen sind matschig und wenig detailliert gehalten. Dasselbe gilt für die Feinde, die nach einiger Zeit kaum noch unterschieden werden können. Augenscheinlich trifft der Spieler immer wieder auf dieselben Kontrahenten, die sowieso aus lauter Stereotypen bestehen. Schläger rekrutieren sich demnach vor allem aus Schwarzen, Bikern oder langhaarigen (tätowierten!) Ghetto-Kids.