Urban Chaos (Xbox Review)
von Oliver Dombrowski

Viele Namen sollte Riot Response bereits tragen, darunter "Roll Call" und "Zero Tolerance". Bei Eidos entschied man sich jedoch für den Namen einer längst schon vergessenen Spiele-Reihe aus den eigenen Reihen: Urban Chaos.

Der Action Shooter spielt inmitten einer amerikanischen Großstadt, die von aufständigen Anarchisten attackiert wird. "Burner" nennen sich diese äußerst brutalen und rücksichtslosen Verrückten.

Der Staatsapparat versucht verzweifelt, mit der örtlichen Polizei dagegen zu halten.

Urban Chaos: Riot Response - E3 2006 Trailer

Doch bei dem Versuch springen die Jungs der Burner nicht gerade zimperlich mit den Gesetzeshütern um. Molotov-Cocktails werden geworfen, Hackmesser in diverse Gesichter geschlagen oder ganze Oberkörper mit einer abgesägten Schrotflinte vom Rumpf geblasen. Hier hätte sich ein Besuch der Super Nanny sicherlich gelohnt. Doch da es dafür zu spät ist, muss eben die Spezialeinheit der T-Zero unter Leitung von Nick Mason herhalten.

Für alle, die sich jetzt wundern: Nein, nicht Nick Mason, der Schlagzeuger bei Pink Floyd ist. In Riot Response geht es um einen Ex-Pensionierten Hau Drauf Officer, der es gar nicht gern hat, wenn ein paar böse Buben sein geliebtes Amerika ins Chaos stürzen wollen. In der Rolle des Polizei-Opis greift der Spieler ins Geschehen ein, und rettet ein weiteres mal die USA.

Während des gesamten Spielverlaufs wird ein linearer Handlungsstrang verfolgt. Trotz dieser Einschränkung habt ihr für euer Handeln die Verantwortung zu tragen.

Urban Chaos: Riot Response - Viel Blut, böse Sprüche und harte Action! Urban Chaos zeigt euch, wo es lang geht!

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Ihr erhaltet zu Beginn einer jeden Mission ein Primärziel und etwa drei bis vier Sekundärziele. Diese können ganz unterschiedlicher Natur sein: "Erziele 20 Kopfschüsse" dürfte die Sadisten unter euch begeistern. Andere, wie "Sammle Beweisstücke", sprechen sicherlich die Nachwuchs-Sherlock-Holmes' an.

Yeah! Gewaltspiel, Baby!
Bereits in der ersten Mission geht es kräftig zur Sache. Raus aus dem SWAT-Einsatzwagen, rein ins Geschehen. Mit gezogener Waffe lassen sich dann auch sogleich die ersten paar Kopfschüsse verteilen, wodurch ein besonders nettes Feature aktiviert wird: Die Slow-Motion.

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Da diese auch bei extrem brutaler Vorgehensweise gezeigt wird, gerät eine ordentliche Portion Sarkasmus in das Spielgeschehen. Diese findet sich auch in den fiesen Sprüchen der Burner wieder. Während diese gnadenlosen Besessenen auf den Spieler zustürmen, schmeißen sie einem so böse Sprüche an den Kopf, dass die USK wohl ihre liebe Freude gehabt haben dürfte.

Die Jungs wollen allerdings nicht nur heiße Luft verbreiten, sondern auch Taten sprechen lassen. Auf eurem Kreuzzug durch verwüstete Straßen findet ihr immer wieder verletzte Feuerwehrmänner, hilflose Sanitäterinnen und halbtote Zivilisten.Der gutmütige Spieler hilft an dieser Stelle natürlich ohne zu zögern.Aus Dankbarkeit werden euch die armen Opfer ein Stück begleiten und auf Knopfdruck Türen eintreten, eure Wunden heilen oder einfach an den Füßen kleben.

Polizeigewalt ist unerwünscht! Oder doch?
Sicher, man hätte sich der Burner schneller entledigen können, wäre Rambo für den Job engagiert worden. Da der Bürgermeister aber ein Fan der Menschenrechte ist, dürft ihr nicht gleich alle Fieslinge umlegen. Genauer: alle außer die Anführer. Diese sollt ihr mit eurer Stun-Gun erst betäuben und dann zur näheren Befragung gefangen nehmen.

Wem diese Vorgehensweise zu freundlich ist, darf gern den Bandenführer "aus Versehen" mit dem Elektroschocker knusprig rösten. Zwar wird einem der Vorgesetzte dann über Funk gehörig in den Allerwertesten treten, aber man hatte wenigstens seinen Spaß.Gleiches gilt auch für Geiselnahmen. Doch hier ist mehr Vorsicht geboten. Geht man zu nah an den Geiselnehmer heran, wird dieser schnell ungeduldig. Ein Schuss in den Kopf der Geisel könnte die Folge sein. Um dem vorzubeugen, empfiehlt sich ein gezielter Schuss im richtigen Moment. Wer lang genug wartet, dem eröffnet sich eine Art Zeitlupen-Sequenz. Schnell muss dann das Fadenkreuz an einer empfindlichen Stelle des Burners platziert werden. Trifft man den Bösewicht, ist alles in Ordnung. Hat allerdings die Geisel ein Einschussloch in der Birne, könnt ihr euch auf mehr Ärger einstellen, als ein bisschen Gebrüll über Funk.

Zu viele Auszeichnungen für nur eine Uniform
Der Anführer einer Spezialorganisation sollte immer gut ausgerüstet sein. Genau deshalb erhält man nicht nur Pistolen, Uzis, Blendgranaten und Gattling Guns, sondern auch ein ganz besonders tolles Polizeischild. Letzteres bietet vollen Schutz gegen jedes Schießeisen.

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Die übergroße Bratpfanne schränkt jedoch mächtig beim Ballern ein.

Alle anderen Schießprügel lassen sich bequem den verschiedenen Tasten des Controllers zuweisen. Sollte je die Munition ausgehen, kann man sich unbeschränkt an den Spielzeugen der Burner bedienen. Molotov-Cocktails, Hackebeile und Kettensägen lassen sich nicht nur schwingen, sondern auch werfen. Es gibt wirklich keinen lustigeren Anblick als in der Zeitlupe zu sehen, wie ein geworfener Cocktail im Gesicht eines unglücklichen Gegenspielers explodiert. Da bekommt der Name "Burner" gleich eine neue Bedeutung!

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Der fleißige Polizist räumt natürlich alle Extras ab, die er nur ergattern kann. Für das erfolgreiche Ausführen der Sekundärziele erhält man Medaillen. Insgesamt 200 Stück gilt es zu verdienen, als Belohnung gibt's Bonuslevels und andere nette Sachen. Bleibt nur die Frage an welche Uniform bitteschön 200 Medaillen passen. Bud Spencer haben wir im Spiel jedenfalls nicht gesichtet.

Wer Schwierigkeiten haben sollte, sich als Held zu etablieren, kann ohne Probleme jedes Level erneut spielen. Nach erfolgreicher Beendigung sogar im Experten-Modus.Nostalgie an der Kettensäge
Der sarkastische Action Shooter ist im Multiplayer-Modus mit bis zu sieben Mitspielern online und im LAN spielbar. Neun teamorientierte Mehrspieler-Missionen verbreiten dabei eine gewisse Counter Strike-Nostalgie. Dafür sorgen Ziele wie "Rette alle Geiseln" und "Zerstöre ein bestimmtes Objekt". Auch andere "Cops gegen Gang"-Szenarios sorgen für durchweg großen Mehrspieler-Spaß.

Atmosphärisch trifft Urban Chaos voll ins Schwarze. Selten war ein Shooter so effektgeladen. Explodierende Autos praktisch an jeder Ecke, überall brennt es und ständig lauern die Gangs der Burner auf euch. Man bekommt das Gefühl, selbst inmitten der Apokalypse einer Stadt zu stehen. Realistischer geht es kaum.

In den Zwischensequenzen dürfen wir die bezaubernde Lani York mit ihren Channel 7 News bestaunen. Besonders lobenswert sind die erxtra dafür engagierten Schauspieler.Allerdings sind Lanis Beiträge ziemlich ermüdend und man fühlt sich schnell zum Überspringen gezwungen. Ebenfalls gelungen: Die Syncronisation. Überzeugend kräftige Stimmen auf Seiten der Burner, die nicht davor zurückschrecken aus einem "Asshole" ein "Arschloch" zu machen. Alles in allem konsequent und sehr überzeugend, so wie eine Vertonung eben sein sollte.

In Sachen Grafik beeindruckt Urban Chaos auf ganzer Linie. Trotz der effektgeladenen Umgebung und der aufwendigen Physik büßt man an der Konsole kaum an Performance ein. Lediglich die zu monoton gestalteten Models der KI-Gegner erinnern an "Angriff der Klonkrieger". Um dem entgegenzuwirken, wurden den bösen Buben allesamt Masken aufs Gesicht gedrückt. Nach einer gewissen Spielzeit macht sich dann jedoch das Gefühl breit, man schlachtet gerade eine Gruppe Clowns aus dem Circus ab.