Während Schönheit Lara Croft Geburtstag feiert, stampft Sony einen neuen Helden aus dem Boden, der seiner weiblichen Konkurrenz das Fürchten lehrt. Statt großer Oberweite, punktet Nate mit coolen Sprüchen und jeder Menge Beweglichkeit. Setting und Technik lassen ebenfalls nichts anbrennen und ebnen den Weg zur Genrespitze. Ob Uncharted das Schicksal eines Referenztitels ereilt, erfahrt ihr im Test!

Südamerikanische Schatzsuche

Seit rund neun Monaten ist Sonys Next-Gen Konsole nun auf dem deutschen Markt erhältlich. Bislang fehlt es der PS3 jedoch eindeutig an Exklusivtiteln, die den schwarzen Hochglanzkasten zum Must-Have für Videospieler machen. Sämtliche beliebten Sony Serien, von Gran Turismo über Tekken und Wipeout bis hin zu Metal Gear Solid lassen derzeit noch auf sich warten oder stehen lediglich als recyclete HD Fassungen zum Download bereit. Nach dem furiosen Auftakt von Ratchet & Clank, beschert uns Sony nun mit „Uncharted – Drakes Schicksal“ einen weiteren Kaufgrund für ihre Konsole.

Uncharted: Drakes Schicksal - Im Dschungel ist die Hölle los: Nathan Drake auf den Spuren von Lara Croft.

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Wem die Munition ausgeht, der lässt die Fäuste sprechen.
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Ihr schlüpft in die Rolle des sympathischen Haupthelden Nathan Drake, der seinen draufgängerischen Lebensstil durch das Aufspüren von Schätzen finanziert. Objekt der Begierde: Der sagenhafte Schatz „El Dorado“, eine immens wertvolle Statue, die sich irgendwo in Südamerika befindet. Die verzwickte Story wird dabei durch aufwändige Zwischensequenzen innerhalb der Spielengine erzählt und bietet einige interessante Wendungen.

Packshot zu Uncharted: Drakes SchicksalUncharted: Drakes SchicksalErschienen für PS3 kaufen: Jetzt kaufen:

So verschlägt es euch anfangs in den südamerikanischen Dschungel, der mit detaillierter Vegetation und interessanten Tempelanlagen begeistert. Hauptcharakter Drake ist nicht nur wieselflink und sprungbegabt, sondern er meistert auch den Nah- und Fernkampf. Ähnlich wie Genrekollegin Lara, kann er an Vorsprüngen hochklettern, waghalsige Sprünge zeigen und den Gegnern ordentlich einheizen. Kommt es zum Schusswechsel, nutzt Drake Wände und andere Hindernisse, um aus sicherer Deckung zu agieren.

Die Steuerung erinnert dabei ein wenig an einen indizierten Xbox 360 Shooter. Per Schultertaste sucht ihr hinter allen möglichen Objekten Schutz. Nun dürft ihr entweder blind aus der Deckung in die Richtung des Gegners feuern oder einen gezielten Schuss abgeben. Wer sich zu lange versteckt wird dem gegnerischen Kugelhagel bald schutzlos ausgeliefert sein, da sich nahezu alle Objekte im Spiel durch Beschuss zerlegen lassen.

Robuste Gegnerschar

Im Rahmen unseres Tests waren wir häufig erstaunt, wie viel Blei die Gegner tanken können, bevor sie endlich Ruhe gegeben haben. Wer Munition sparen und effektiv vorgehen möchte, muss schon exakt auf den Kopf zielen, um den Gegner direkt auszuschalten. Falls ihr nahe genug an den Widersacher heran kommt, lohnt sich auch der direkte Zweikampf, bei dem Nate seinem Kontrahenten unmittelbar die Lampen ausknipst.

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Beeindruckende Klettereinlagen zählen zu Nathans Standardrepertoire.
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Interessant ist zudem die Möglichkeit, seine Gegner mit Granaten zu bedienen, denn häufig sind die Kontrahenten zu verschanzt, um sie erreichen zu können. In diesem Fall lässt sich mit explosiven Wurfutensilien Abhilfe schaffen – die ballistische Flugbahn lässt sich dabei bequem durch die Neigung des Sixaxis Controllers anpassen. Hat die Granate ihr Ziel erreicht, wird eure Aktion durch umher fliegende Gegner quittiert.

Indiana Jones lässt grüßen!

Wer sich bisher wenig mit dem Spiel befasst hat, wundert sich vielleicht, warum wir primär auf das Thema Schusswechsel und Gegnerbekämpfung eingehen. Anders als man vielleicht zunächst vermuten würde, nimmt dieser Teil jedoch einen Großteil des Gameplays ein. Kletter- und Rätseleinlagen zählen dagegen eher zur Rahmenhandlung und lockern den Spielablauf immer wieder angenehm auf. Leider fehlt es den Knobeleien an Anspruch. Diese sind häufig zu leicht und schnell zu bewältigen, was sich auch negativ auf die Gesamtspielzeit auswirkt.

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Attacken aus der Deckung sind besonders effektiv.
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Nach rund 8 Stunden Spielzeit, in der ihr zweifellos sehr gut unterhalten werdet, wird euch bereits der Abspann vorgesetzt. Bis dahin erlebt ihr ein effektreiches, prachtvolles und abwechslungsreiches Abenteuer, bei dem ihr auch mal die MG eines Jeeps bedienen oder per Jetski über einen Fluss heizen müsst. Immer wieder ergeben sich Perspektiven und Szenerien, bei denen ihr am liebsten ein Zelt aufschlagen und die Umgebung genießen würdet. Sonnendurchflutete Dschungellandschaften wechseln sich im ersten Teil des Spiels mit düsteren und atmosphärischen Tempelanlagen ab.

Seit ihr in einem Moment noch von den Blendeffekten der Sonne beeinträchtigt, gilt es im nächsten Abschnitt die Pupillen ganz weit aufzureißen, da ihr auf das magere Licht der Taschenlampe angewiesen seid. Zu den grafischen Highlights des Spiels zählt auch die grandiose Darstellung der Wasseroberflächen. Hat es Nate in ein Gewässer verschlagen, läuft er anschließend mit klatschnasser Kleidung durch die Botanik – wunderbar!

Technikbombe

Erst gegen Ende des Spiels flacht die Begeisterung ein wenig ab, da die prachtvollen Szenerien zunehmend düsteren Höhlen weichen. Die Gefechte gipfeln dann in Auseinandersetzungen mit menschenähnlichen Monstern, was ebenfalls nicht gerade von übermäßiger Kreativität zeugt. Stattdessen hätten wir uns die Konfrontation mit dem einen oder anderen Dschungelbewohner gewünscht, was deutlich besser ins abenteuerliche Szenario gepasst hätte. Selbst Lara Croft musste sich schon mit Bären und Tigern auseinandersetzen.

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Stationäre Geschütze setzen den robusten Gegnern ordentlich zu!
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Technikfans werden gerne über die angesprochenen Designschwächen hinweg sehen und sich stundenlang an der gebotenen Präsentation ergötzen. Uncharted zählt ohne jeden Zweifel zu den grafisch besten Titeln, die es derzeit für die PS3 zu kaufen gibt. Obwohl man auf eine 1080p Auflösung verzichtet hat, wirkt das Geschehen sehr detailliert, kontrastreich und scharf. Abgerundet wird das ganze durch einen wuchtigen Soundtrack und eine Soundkulisse, die vor allem auf Surroundanlagen punktet.